Jussi Adler-Olsen - Erbarmen 

 

Ich habe bislang entweder hochgradig positive oder diagonal konträre Meinungen zu Jussi Adler-Olsen und seiner Thriller Reihe um Carl Mørck vom Sonderdezernat Q vernommen. Die Wahrheit liegt wie immer wohl irgendwo dazwischen. Carl ist ein oftmals träger, stets eigensinniger, verschrobener Ermittler, mit unterschwelligem Humor ausgestattet, der überall aneckt. Gleichermaßen hat ihn Mutter Natur oder besser gesagt Autor Jussi Adler-Olsen aber auch mit einem feinen Gespür für komplexe, kausale Zusammenhänge ausgestattet. Seine rechte Hand und „externe Festplatte“, die auf den Namen Assad hört, wie auch die übrigen Prota- und Antagonisten, deren Umfeld, sowie der zweigleisige Handlungsstrang. All das wird gut durchdacht und präzise aufgebaut. Einerseits ist der, in Dänemark angesiedelte Plot reine Ermittlungsstory, demgegenüber steht eine Entführung mit jahrelanger Freiheitsberaubung und Folter als psychologischer Fick. Im Laufe der Story eröffnen sich immer mehr Fragen, worauf sich anfangs nur wenige Antworten ergeben. Wer auf reine Ermittlungskrimis/Thriller steht, kommt hier voll auf seine Kosten. Leider kommt der Fall aber auch arg konstruiert und daher auch etwas realitätsfremd rüber. 

 

Meine Wertung: 80/100

 

www.adler-olsen.de