Streetdate: 24.02.2017
Streetdate: 24.02.2017

ANTROPOMORPHIA - Sermon Ov Wrath

(Metal Blade)

 

Im Jahre 1989 als DETHRONED EMPIRE gestartet, haben die Brutal Death Metaller aus Tilburg in den Niederlanden letztens noch ihr Demo "Bowel Mutilation" und ihre Debüt EP "Necromantic Love Songs" aus den Jahren 1992, bzw. 1993 in einer Wiederveröffentlichung zusammengefasst. Nun stehen die Totengräber ANTROPOMORPHIA laut eigener Aussage mit dem dritten Album „Sermon Ov Wrath“ in den Startlöchern, denn die Holländer selbst zählen das "Pure" Album (1998) nicht zu ihrem Backkatalog. Es sei zu experimentell und weit entfernt von allen musikalischen Ansichten für die man stehe. Es hatte nie unter dem Namen ANTROPOMORPHIA veröffentlicht werden sollen. Nun hat man mit dem offiziellen Output Nummer drei „Sermon Ov Wrath“ eine wahrhaft unerbittliche Predigt des Zorns vertont. Neun schnelle, böse und kompromisslose Tracks wurden in 38:55 Minuten eingeprügelt. ANTROPOMORPHIA scheißen dabei so gut wie auf jegliche Form von Eingängigkeit oder sonstige melodiöse Stilmittel und gehen überwiegend düster, rabiat und morbide zu Werke. Hier gibt es keinen Platz für Keyboardsequenzen, kein Gitarrengefrickel, keine verträumte Atmosphäre, hier gibt’s nur deftig was aufs Fressbrett. Ihr Sound anno 2017 ist absolut authentisch, ernsthaft, keine Kompromisse eingehend oder sich irgendwelchen verschnörkelten Spielereien hingebend. Die aufgeräumte Produktion, die den Charakter des Bösen und auch die nötige Härte klar in den Vordergrund stellt, ist grobschlächtig, zermürbend und definitiv keine Anbiederung an fragwürdige Melodic Death Acts. Hier gibt`'s sowas von auf die Zwölf, dass es richtig weh tut und das soll es auch!

 

Das, nach vorne peitschende, tödlich präzise Schlagwerk, an dem sich Fellpeiniger Marco Stubbe austoben darf, die fett unterstützende Bassaxt von Marc van Stiphout, die beiden derbe angeschlagenen Sechssaiter von Jos van den Brand und Brüllwürfel Ferry Damen, der seinen nekrotischen, leprakranken Retro Todeshauch aus dem tiefsten Kellergewölbe seiner schwarzen Seele holt, erzeugen eine enorme musikalische Dichte. „Sermon Ov Wrath“ ist zwar 1A gespielt, kann aber trotz des durchgehend hohen Niveaus, im Dauerbetrieb schnell mal langweilig werden, weil alle Tracks im gleichen Fahrwasser unterwegs sind, dadurch recht ähnlich klingen und man nur selten bereit scheint, aus seinem straighten, satanischen Death Metal auszubrechen. ANTROPOMORPHIA können durchaus auch mal etwas langsamer daher kommen, um danach alsbald wieder ihrer erzürnten Urgewalt zu frönen. Die Tracks des niederländischen Quartetts klingen gebieterisch, ausgeklügelt und erwachsen. Es wird auch immer mal mit den Geschwindigkeiten variiert und eine kleine Prise Groove eingestreut, um nicht zu eingleisig rüberzukommen. Wie es bereits seit dem "Evangelivm Nekromantia" Album als gewisse Tradition gilt, wurde das urgewaltige „Sermon Ov Wrath“ in Drummer Marco Stubbes Aftermath Studio aufgenommen. Gemastert hat es Tore Stjerna im Necromorbus Studio.

 

www.antropomorphia-official.com

 

Meine Wertung: 84/100

 

ANTROPOMORPHIA in der aktuellen Besetzung:

F.D.A. (Ferry Damen)  – Vocals, Guitar

Marco Stubbe – Drums

Jos van den Brand – Guitar

Marc van Stiphout – Bass

 

Tracklist:

1. Sermon Ov Wrath

2. Suspiria De Profundis

3. Murmur Ov the Dead

4. Ad Me Venite Mortui

5. Crown Ov The Dead (feat.Ryanne van Dorst | DOOL)

6. Sinful Rapture

7. Within Her Pale Tomb Ov Putrid Lust

8. The Blistering Splendour Ov Darkness

9. In Bestial Decadence

 

TT: 38:55 Minuten

Hier könnt ihr euch schon mal vorab mit dem Titeltrack "Sermon Ov Wrath" audiovisuell grundversorgen:


Ein ausgiebiges Interview mit ANTROPOMORPHIA findet ihr in der nächsten Print Ausgabe des Totentanz Magazins (Nr. 28), welches im März 2017 erscheinen soll. Nähere Informationen demnächst hier in der News, Facts, Videos Sektion.