Streetdate: 20.01.2017
Streetdate: 20.01.2017

AVERSIONS CROWN - Xenocide

(Nuclear Blast)

 

Die vierköpfige Alien Armada AVERSIONS CROWN, die ihren Erstwohnsitz vor sieben Jahren auf die Erde, genauer gesagt nach Brisbane in Queensland/Australien verlegten, trafen sich 2010 im Outer Space, um den Urknall in all seinen Facetten als Vorbild ihres energiegeladenen, extrem druckvollen Technical Melodic Deathcore nachzustellen. „Xenocide“, das nunmehr dritte Studiobrachialwerk, von Queenslands Finest, ist die exemplarische Evolution des ureigenen, unverkennbaren AVERSIONS CROWN Sounds. Wenn man sich allerdings selbst solch einem planetengroßen Meilenstein, wie dem Vorgänger "Tyrant" ausgesetzt sieht, ist es immer wieder schwierig, wenn nicht gar unmöglich, selbigem noch mal einen oben drauf zu setzen. Das ist den Aussie Deathcorelern auch nur zu 99,9 % gelungen, aber da tendieren die Klassenunterschiede von„Xenocide“ zu „Tyrant“ faktisch gegen null. In 50:23 Minuten prügelt man sich durch sämtliche Supernovae, schwarze Löcher, Pulsare und sonstige extraterrestrische Massenvernichtungen.

 

AVERSIONS CROWN 3.0 ist die perfekte Vermischung einer extrem düsteren, gewalttätigen Atmosphäre, mit häufigen, stets ausgeklügelten Richtungsänderungen und einer exzellenten technischen Komplexität. Präzise wie ein Uhrwerk, ja fast schon computergesteuert, prügelt sich die Alien Armada mit übelst geiler Polyrhythmik, dem einzigartig druckvollen Machine Gun Highspeeddrumming und many, many Earthquake Breakdown Implosionen durch extraterrestrische Minenfelder, um das gesamte Weltall gnadenlos plan zu walzen. Von hohen Screams geht es über dunkle Growls, bis hin zu höhlentiefem Gegrunte. Da ist auch der Weggang von Colin Jeffs, der kurz nach der Veröffentlichung des „Tyrant“ Albums im Januar 2015 von Mark Poida am Mike ersetzt wurde, recht einfach zu verkraften. Auch die drei (!!!), technisch hochwertig und anspruchsvoll umgesetzten 8-saitigen Gitarren, die von wilden, unkontrollierbaren Riffs über verschwurbelte und verstörende Melodien, bis hin zum ultimativen psychedelic, alienated string hitting reichen, jagen wie tödlich präzise Hochgeschwindigkeitsgeschosse durch mein Schädelrund. Es kommen aber auch, wie eh und je psychotische, weil chaotische Samples zum Einsatz. Eine sehr erwachsen und ultraböse schwingende Synthese ist das! Erst geht es mühsam schleppend voran, dann wird im nächsten Moment zu Höchsttouren aufgedreht, um im direkten Anschluss daran total abzufahren. „Xenocide“ ist die wüste Entfaltung zielstrebiger Aggression und doch streckt die Melodieführung, neben all den Blastbeatexplosionen und Doublebass Attacken, ihre Tentakel immer wieder ins Melodische!

 

AVERSIONS CROWN steuern allerdings auch immer mal wieder Ruhepunkte an, um dem geneigten Hörer die ach so bitter nötigen Verschnaufpausen zu gönnen. Doch diese sind stets von kurzer Dauer, denn nichts kann die metaphysische Brachialgewalt aufhalten, in ihrer unbeschreiblichen Intensität nach vorne zu preschen. Das Brisbaner Quartett ergeht sich mit ausgeklügelten Inszenierungen, extrem geilen, undurchdringlichen Gitarrenwänden, einer hart angeschlagenen Bassaxt, sowie starker Drum- und Gitarrenarbeit, in orgiastischen Dystopien. Pures, adrenalingeschwängertes Aufbautraining! Und nur mit viel Bier lässt sich das, im Überfluss ausgeschüttete Hormon wieder aus dem Körper schwemmen. Die zwölf Gammastrahlen Ausbrüche auf „Xenocide“ sind sogar noch eine Schippe extremer als die Tracks auf „Tyrant“, zeugen aber ebenso von höchster Qualität, ultimativer Power und technischer Finesse. Da das Extrem-Eisen sein hohes Niveau zu keiner Sekunde verlässt, wäre es müssig einzelne Titel hervorzuheben. Lediglich die Berliner Destroyer Of Worlds KRYLITHSIC sind vielleicht noch eine Stufe härter und durchgeknallter, als die außerirdischen Australier. Zusammengeschustert wurde das extraterrestrische Schwergewicht „Xenocide“ von Adam Merker in den Anders Debeerz Studios in Brisbane und Mark Lewis in den Audio Hammer Studios in Florida. Enjoy it or be crushed!

 

www.facebook.com/AversionsCrown

 

Meine Wertung: 94/100

 

AVERSIONS CROWN in der aktuellen Besetzung:

Mark Poida – Vocals

Chris Cougan – Guitars

Mick Jefferey - Guitars

Jayden Mason – Drums

 

Tracklist:

1. Void 1:51

2. Prismatic Abyss 3:40

3. The Soulless Acolyte 3:35

4. Hybridization 5:10

5. Erebus 4:14

6. Ophiophagy 4:53

7. The Oracles of Existence 3:31

8. Cynical Entity 4:45

9. Stillborn Existence 4:38

10. Cycles of Haruspex 4:41

11. Misery 3:57

12. Odium 5:23

 

TT: 50:23 Minuten

 

Hier geht es zum AVERSIONS CROWN Interview: