BETRAYAL - Infinite Circles

(Transcending Records)

 

Etwas über zehn Jahre tingeln BETRAYAL (=Verrat) aus Aschaffenburg bereits durch den hiesigen Death Metal Underground. Immer mal wieder mit Besetzungswechseln zu kämpfen, musste man mehr oder minder lange Pausen in Kauf nehmen, bis sich die vier Unterfranken Alexander Burkl (voc.; rhythm. guit.); Manuel Caccamese (dr.); Philipp “Phil” Gehrig (b.) und Kilian „Kili“ Heck (l. guit.) im Jahre 2015 neu formierten und in ihr jetziges Line-Up schlüpften. Mit dem, noch recht jungen US-amerikanischen Label „Transcending Records“ im Rücken, soll jetzt endlich richtig durchgestartet werden. Nach der, 2007 erschienenen „Of Lust and Loss“ EP und der 2015er Demo, kurz und bündig „Demo 2015“ betitelt, schranzt die Ascheberscher Todesfraktion nun mit ihrem ersten full-length Album „Infinite Circles“ um die Ecke. Ouroboros (die Schlange, die sich in den eigenen Schwanz beißt und dabei einen, in sich geschlossenen Kreis als Sinnbild der Vollkommenheit oder eben der Unendlichkeit bildet) von einem Uhrzeiger aufgeschlitzt auf dem Platten Cover und fetzigem Melodic Death, Thrash mit leichten Schwarzwurzel Anleihen im Gepäck, haben BETRAYAL acht hochwertige, technisch sauber ausgearbeitete und massige Songs, die definitiv kein 08/15 Feeling aufkommen lassen, auf CD gebannt. Der dreistimmig vorgetragene Gesang von Frontpeitsche Alexander Burkl (voc., ryth. guit.) wechselt von thrashigem Kreischgesang, über Death Growls bis hin zu tiefen Black Metal mäßigen, (fast schon) gesprochenen Parts aus der Unterwelt. Da befinden sich die sauber gezockten Vier- uns Sechssaiter, wie auch der Fellpeiniger Manuel, der sein Drumkit meisterlich bedient, in allerbester Gesellschaft. Man setzt auf ansprechende, facettenreiche Songstrukturen, sauber gespielte Gitarren mit viel Gefühl für die richtige Dosierung von eingängiger Melodie und exquisiter Härte. Die, auf nur 500 Stück limitierte Drehscheibe „Infinite Circles“ bietet mit ihren acht Musik Tracks (zieht man das Intro und ein Interludium ab) rund 40:14 Minuten sauber eingespielten Melodic Death Thrash, der textlich über Selbstreflexion, Depression, Emotion, Hass, Wut, Angst, Reizüberflutung, Burnout und die inneren Kämpfe, die jeder im alltäglichen Leben mit sich selbst austrägt referiert. Lediglich die Produktion des Debüts hätte etwas differenzierter und schlagzeugseitig durchaus wuchtiger ausfallen dürfen, was eventuell aber auch an den mp3 Dateien liegen mag, die mir hier zu Besprechung zur Verfügung stehen. Dafür wird der Sound mit eingängigen Refrains, bärenstarken Riffs und astrein gespielten Soli zusätzlich angereichert, was der musikalischen Struktur sehr viel Tiefe und Kurzweil verleiht. Wer das Melodic Death Thrash Foursome BETRAYAL noch nicht kennt, sollte sich auf jeden Fall mal durch das Video zu „Contamination“ (unter:www.youtube.com/watch?v=HkyHpyDQBw4) anfixen lassen.

 

www.betrayal.eu

 

Meine Wertung: 80/100