DAVID BRIN - Copy

 

Bei dem, fast 700 Seiten zählenden „Copy“ von David Brin, handelt es sich um einen Sience Fiction Thriller der etwas anspruchsvolleren Art. Die Story ist zu einem unbestimmten Zeitpunkt in der Zukunft angelegt und driftet leider nicht selten in eine detailverliebte und für meinen Geschmack etwas zu weitreichende Wortakrobatik ab. Leider bleiben dabei die Eingängigkeit, sowie die plastische Atmosphäre und auch die bildhafte Erzählweise oft gänzlich auf der Strecke. Nicht zuletzt dieser Aspekt sorgt des öfteren für Verwirrung, wie auch die verschiedenen Erzählvarianten quasi ein und der selben Person, die teilweise in bis zu vierfacher Ausführung vorhanden ist und dabei die unterschiedlichsten Dinge erlebt. Dies lässt sich ganz einfach damit erklären, dass in David Brin’s Werk das Prägen (Kopieren eines Menschen in einen Rohling aus Ton) bereits zum Alltag gehört. Dabei wird von Anfang an mit „Fremdwörtern“, wie Ditos, Golems, Grauer, Grüner, Rik, Avatar etc. um sich geworfen, die es nach und nach (mehr oder minder ohne Hilfestellung) zu entschlüsseln gilt. Manche Kopien sind lediglich dafür ausgelegt, den Rasen zu mähen oder die Toiletten zu putzen, andere wesentlich komplexere Exemplare wiederum, gehen für ihre Original Aufträge erledigen oder gar arbeiten. Ihre „Lebenszeit“ variiert dabei von wenigen Stunden, bis hin zu einigen Tagen. Die in jedermanns Haushalt mittlerweile gängige Technik des Prägens, führte zwangsläufig nicht nur zu einer wirtschaftlichen und finanziellen Deregulierung, sondern rief auch von Anfang an Gegner, wie Befürworter auf den Plan, die sich mit den verschiedensten Mitteln auszustechen versuchen. Auch hierbei geht es dem ein oder anderen Protagonisten lediglich um den Ausbau seiner Macht. Mitten in dieses Getümmel wird auch Albert Morris, seines Zeichen Detektiv hineinkatapultiert. Unter anderem wird er damit beauftragt, die Machenschaften von UK (Universal Kilns) genauer unter die Lupe zu nehmen und gerät dabei in einen Strudel aus Lügen, Intrigen, Macht und Verrat, wobei er nicht nur seine verschiedensten Prägungen, sondern auch sein originales ICH in tödliche Gefahr bringt.

 

Meine Wertung: 60/100

 

www.davidbrin.com