Streetdate: 15.06.2018 / Eigenproduktion
Streetdate: 15.06.2018 / Eigenproduktion

DEAD MAN’S BOOGIE – Devil Nation

(Eigenproduktion)

 

Eine rockig bis metallhaltige Symbiose aus Alternative/Stoner & Heavy Rock, die den Old School geschickt mit der Moderne zu verbinden weiß, gilt es von den Karlsruhern DEAD MAN’S BOOGIE zu vernehmen. Seit 2010 ist das Quartett nun bereits unterwegs und hat neben zwei Mini-CDs („Dark Star“ aus dem Jahre 2012 und „Bang The Bääm!“ von 2016) und dem 2014er Vorgänger Full-length „Let’s Dance Tonight!“ mit „Devil Nation“ Mitte Juni diesen Jahres ihr zweites Langeisen an den Start gebracht. Ansprechender, aber noch ausbaufähiger Gesang, fantastische, zweistimmige Gitarren, ein kerniger Bass und ein nicht minder versierter Mann hinter der Schießbude eigeninterpretieren die verschiedensten Stilrichtungen aus Rock, Metal und Crossover ohne dabei als billige Kopie auf der Strecke zu bleiben. Das Material auf „Devil Nation“ umfasst den Prog Rock und Blues der 70er, den puren Heavy Metal der 80er und 90er, harte Sequenzen, poppige Momente, punkige oder extraordinäre Stellen, balladeske Kompositionen, catchy Refrains und astrein ausgefüllte Bridges. „Devil Nation“ macht auch durchaus mal mehr oder weniger ausgedehnte Ausflüge Richtung Psychedelic, Glam, Grunge, Classic oder sogar Desert Rock.

Bietet das Intro „Waltz Of The Boogieman“ passend zum Einklang noch Moritatenklänge aus dem Leierkasten, so bittet der darauffolgenden Titeltrack „Devil Nation“ an den reichhaltig gedeckten Tisch. Hier erwartet den geneigten Hörer ein sattes Pfund extravaganten AOR/Metal Crossovers, ob nun gewollt oder nicht, mit leicht orientalischem Einschlag. Der Gesang ist zwar durchaus anschmiegsam und recht versiert, scheint mir jedoch in den einen oder anderen Momenten durchaus noch steigerungsfähig zu sein. Beim fetzigen Rocker "Warmachine" spielt er wiederum überlegen seine Stärken aus, was definitiv auch auf die darauffolgende, einfühlsame Halbballade "Not A Hero" zutrifft, die sich in ihren 10 Minuten Laufzeit in einen wahren Rausch zu spielen scheint. Und während ich gerade über den Gesang sinniere, denke ich bei mir, diese Stimme kennst du doch und mit einem Blick ins Innere des Digis finde ich mich dann auch bestätigt. Denn hier ist als Sänger Michael Dietrich angegeben, den ich bereits von seinem gelungenen Solo Projekt mit dem gleichnamigen Namen her kenne. Das ist mir bei der ersten Kontaktaufnahme mit den Jungs nicht wirklich aufgefallen, soll aber meine bescheidene CD-Bewertung auch nicht weiter beeinflussen. Es sind durchaus progressive und vielschichtig aufgebaute Alternative/Stoner/Heavy/Punk Rock Nummern, die die Jungs hier vom Stapel lassen. Stets auf Eingängigkeit bedacht, besitzt man ein reichhaltiges, breitgefächertes Repertoire und strebt in 49:40 Minuten durchaus Hitpotential an. Wobei die hervorragende Gitarrenarbeit der beiden Gitarreros Michael Dietrich, sowie Volker Zaucker ganz besonders hervorzuheben wäre. 

Noch immer in der Startbesetzung von 2010 agierend, erinnern die Songs britischer bis amerikanischer Couleur an Musiker und Bands wie Ritchie Blackmore, LED ZEPPELIN, Tom Petty, THE DOORS, ALICE IN CHAINS oder URIAH HEEP. Die Musik von DEAD MAN’S BOOGIE trägt zwar eindeutig die Handschrift des Baden-Württemberger Gitarristen und Singer/Songwriters Michael Dietrich, der eine klassische Ausbildung genossen hat, ist in ihrer Ausrichtung aber um einiges härter, als sein Soloprojekt. Auch der Blues, der in vielerlei Hinsicht Einfluss auf das Songgeschehen nahm, dürfte in der Hauptsache seinen Stempelabdruck tragen. Auch ein hoher Wiedererkennungswert, gerade was das einfühlsame, warmherzige Timbre seines Gesangs anbetrifft, lässt sich hier wohl kaum von der Hand weisen, wobei ich ihn aber eher im balladesken Bereich beheimatet sehe. Die neuen Tracks (sieht man mal von Intro und Outro ab, kommt „Devil Nation“ auf insgesamt acht vollwertige Songs) sind für eine Eigenproduktion wirklich erstaunlich gut und differenziert aufgenommen. Vor allem die starke, empathische Halbballade "Not A Hero" geht mir verdammt gut ins Ohr. Aber auch die, ebenfalls bereits erwähnte Nummer „Warmachine“ oder „The Devil’s Rejects“ kommen mit ihren sauber gezockten Instrumenten 1A rüber. „Devil Nation“ besitzt einen ganz ordentlichen Punch und soll nach eigener Aussage ein gutes Stück härter ausgefallen sein, als noch das 2014er Debüt.

 

https://de-de.facebook.com/deadmansboogie

 

Meine Wertung: 82/100

 

DEAD MAN’S BOOGIE in der aktuellen Besetzung:

Michael Dietrich – Vocals, Guitars

Volker Zaucker – Guitars

Philipp Trenkle – Bass

Timo Hilzendegen – Drums

 

Tracklist:

01. Waltz Of The Boogieman

02. Devil Nation

03. New Messiah

04. The Flood

05. Warmachine

06. Not A Hero

07. The Devil’s Rejects

08. Jekyll & Hyde

09. Follow The Sun

10. Left In Ruins

 

TT: 49:40 Minuten

 

Anspieltipps: Warmachine;  Not A Hero; The Devil’s Rejects