DEBAUCHERY vs. BLOOD GOD - Thunderbeast

(Massacre Records)

 

Dissoziative Persönlichkeitsstörung oder Multitalent und Marketinggenie? Thomas Gurrath ist Mr. DEBAUCHERY. Und er ist der BLOOD GOD. Und auch BALGEROTH und KILL MISTER. Ein Allrounder mit dem zweiten, dritten, ach wer weiß wie vielen Gesichtern, welches seine überbordernde Kreativität in mehreren, von ihm gegründeten Bands auslebt. Der ehemalige Lehramtsstudent, der aufgrund seiner „bösen und ultrafiesen“ Death Metal Rocker Attitude seinen Wahlberuf nicht weiter ausüben durfte, weiß schon sehr genau wie man sich richtig vermarktet, sich dabei aber nicht verkauft! Und über alle Maße, wie man verteufelt gute Songs schreibt! Zu seinem, immer wieder mit SIX FEET UNDER verglichenen Death'n'Roll, gesellt sich nicht erst seit dem zehnten DEBAUCHERY Album "Thunderbeast" eine immer rockigere, fetzigere und schnellere musikalische Ausrichtung. Aber keine Angst, die, seit 2003 üblichen Trademarks - dunkler, kraftvoller, gutturaler Gesang und eine gehörige Portion Groove, die gewaltig Arsch tritt - haben sich nicht sooo sehr geändert. Die Tracks des Groove Death Thrash Monsters aus Benztown sind wie bereits erwähnt eben nur etwas schneller, fetziger und Rock’n’Roll lastiger geworden. Mit seiner Lebenswerk-Attitude, die man den einzelnen Tracks immer wieder aufs Neue abkauft und dem (allerdings nicht mehr ganz so) tiefer gestimmten, authentischen Heavy Metal Sound, bei dem man automatisch mitwippen bis ausrasten muss, hat Thomas sein Genie auf „Thunderbeast“ ein weiteres Mal in richtig geilen Party- und Headbanger Kompositionen verdichtet. So sind für die 3-CD, in Form einer Split-CD insgesamt 33 neue Tracks entstanden, die verschiedene Ausrichtungen inne haben. Den Kick Off zu Thunderbeast übernimmt DEBAUCHERY mit der, als „Monstervoice“ betitelten CD 1. Hier warten bereits 14 Death’n’Roll Tracks, bei denen ich das irre fetzende „Murdermaker“, das AC/DC-Rock Brett „Crusaders Of God“, den Partysmasher „Bullet To The Head”, der mich von seiner Coolness her ein wenig an „Jailbreak“ von SIX FEET UNDER erinnert und das catchy Groovemonster „Girl To Adore“ besonders hervorheben möchte, obschon das gesamte Album auf hohem Niveau angesiedelt ist. Die Produktion ist gewohnt fett und steht voll im Saft, die Arrangements stimmen, die Songs zünden...dem gibt es nichts hinzuzufügen. Ultimativer, schranziger Heavy Rock mit „mächtig Eier“ Vocals. Das Ganze föhnt oberlässig, energiegeladen, roh und dreckig aus den Boxen. Jedes Riff, ob Bass oder Gitarre taugt, jeder Schlag aufs Schlagzeug sitzt, jegliche Vocals passen wie die Faust aufs Auge. Besser kann man’s kaum machen. Eine dunkel düstere Heavy Death Metal Party. Soweit alles richtig gemacht Herr Gurrath.

Kommen wir also zur zweiten "Thunderbeast" Version, welche unter dem Motto "Demon Screeching" (Dämonenkreischen) läuft. Hier springen BLOOD GOD in die Presche. Ganz klar Richtung AC/DC und JUDAS PRIEST abzielend, aber deutlich mehr Groove in die Waagschale werfend, überzeugen mich BLOOD GOD ebenfalls vom ersten Ton an. Kein Wunder, sind die Kompositionen doch exakt die Gleichen, wie schon bei der DEBAUCHERY Version. Lediglich beim Gesang hat sich Thomas der jeweiligen Band angepasst und die Songs bilden eine andere Reihenfolge. Dieser musikalische Kompromiss ist wohl dem Umstand geschuldet, dass die stilistische Ausrichtung zu beiden Bands passen muss. Wie kein anderer versteht der BLOOD GOD sein Handwerk und zockt eine fetzige Rock Nummer nach der anderen aus dem Ärmel. Jeder Track ein Ass! Aufgrund des unterschiedlichen Gesangs wirken beide „Thunderbeast“ Versionen jedoch völlig eigenständig. Ehemals als BIG BALL agierend, nun zu BLOOD GOD metamorphosiert, macht auch diese „Thunderbeast“ Version so richtig Laune und definitiv Bock auf mehr. Eingängige, strake Refrains, lässiges Heavy Rock Drumming, untermalt mit verschwurbelten, melodischen bis disharmonischen Heavy Rock/Metal Gitarrenriffs bilden die Grundlage für diese ganz natürliche Evolution. Die Tracks bleiben dabei stets verdammt Heavy Metal, „aufgeräumt“ und verteufelt catchy. Wer braucht da schon einen Lehrer Herr Gurrath, wenn er dafür einem BLOOD GOD huldigen darf? Beide Bands haben ihren Reiz und machen verdammt viel Spaß, wobei ich der DEBAUCHERY Version ganz klar den Vortritt geben würde.

CD 3 geht an KILL MISTER (als Tribute to Ian Fraser „Lemmy“ Kilmister), welche mir zur Besprechung leider nicht vorliegt. Erhältlich ist „Thunderbeast“ unter anderem als Split 2-CD. Insgesamt kommt man so in den Genuss von 97:34 Minuten verdammt schwerem Metal!!! Die Split 3-CD mit 5 MOTÖRHEAD Coversongs (als da wären: "Dogs Of War", "Shut Your Mouth", "Love For Sale", "Over Your Shoulder" und "Hellraiser") gibt es als Limited Edition, die statt "nur" 28 Tracks dann "33" Tracks beinhaltet und mit 117:43 Minuten zu Buche schlägt. Also gilt es schnell zuzugreifen, Leute!

 

Als die Apokalypse über der Welt hereinbrach und die Zivilisation in blutiges Chaos stürzte, erhob sich aus den Tiefen der Ozeane der Hölle ein schwarzes Schiff. Die Besatzung dieses Schiffes waren die Balgerothi Drakornauts, geistesgestörte Anhänger von Drakorgaur, einem Wesen bekannt und gefürchtet als der Blood God. Düstere Legenden sprechen von Drakorgaurs Halle, einem von Schreien erfüllten Ort, in dem lebende Menschen auf die Steinplatten vor seinem Knochenthron genagelt werden, und in dem verstümmelte Kinder an Ketten von der Decke hängen. Drakorgaur lebt für den Krieg, seine Religion ist Hass und seine Drakornauten folgen einem abartigen Ehrenkodex, der Abschlachtungen verherrlicht und dem Leid huldigt. Eine Geschichte erzählt, wie Drakorgaur die Debauchers auf seiner Reise durch die Tiefen der Hölle angetroffen und aufgenommen hat. Die Debauchers waren einst rechtschaffende Drachen, die vor langer Zeit von bösen Dämoninnen, den Succubae, verführt worden waren. Schließlich hatten sich die Debauchers gegen die Succubae erhoben, sie geschändet und verschlungen. Bereits verrückt, zog es sie dadurch noch mehr in die unendlichen Tiefen des dunklen Wahnsinns. Nun giert es sie nach Gewalt und Vergnügen - und das Maß an Verdorbenheit kennt kein Ende. Von allen Seelen auf der Erde bevorzugen sie vor allen anderen die Vampire des Kults der Blood Babes. Der Führer dieser undisziplinierten, wahnsinnigen Horde heißt Debauchery. Manche Menschen und Vampire der Erde beten ihn an und huldigen ihm durch perverse und lüsterne Kulte mit ohrenbetäubender Musik, Sex und Gewalt. Der Blood God jedoch hasst Debauchery und bereut den Tag, an dem er ihn und seine Horde mit an Bord seines Schiffes nahm.

(Hintergrund basierend auf einem Text von Graham McNeill & Samoth Gorwrath.)

Quelle: Infoblatt zu „Thunderbeast“

 

www.worldofbloodgods.com

 

Meine Wertung zu DEBAUCHERY: 84/100

Meine Wertung zu BLOOD GOD: 81/100

 

Zum DEBAUCHERY VS BLOOD GOD Konzertbericht (Fr., 14.10.2016 im Café Central/Weinheim) geht's hier: