Luc Deflo: Nackte Seelen 

 

Nackte Seele, der Debüt Roman, des belgischen Bestseller Autors Luc Deflo, geht gleich von Anfang an deftig zur Sache. Es braucht keine zehn Seiten, da geht es auch schon munter los. Der Leser wird auf den insgesamt 358 Seiten in einen Bann aus Brutalität, Perversität und grausamer Mordlust gezogen. Der straff gefasste Spannungsbogen bedient sich Schlag auf Schlag folgender Geschehnisse. Schonungslos und ohne die entsprechenden Sachverhalte zu beschönigen, wird von einem psychopathischen Killer erzählt, der in Mechelen sein Unwesen treibt und es offensichtlich auf ganze Familien abgesehen hat. Das Vorgehen, des offensichtlich geistesgestörten Täters, stellt die Ermittler vor ein bizarres Rätsel, dessen Lösung sich ihnen erst nach und nach zu erschließen beginnt. Das gesamte kranke Ausmaß, der kaum in Worte zu fassenden Taten, wirkt sich derart heftig auf die Psyche des Ermittlerteams aus, dass dieses um das ein oder andere Mal kurz davor steht, alles hinzuschmeißen und aufzugeben. Die Charaktere werden Anfangs recht oberflächlich beschrieben, denn hier geht es fast ausschließlich um die Beschreibung der perversen Triebe eines Psychopathen und darum, diesem auf die Spur zu kommen, bevor noch weitere Familien von ihm ausgelöscht werden. Ein wirklich gelungenes Debüt, das zartbesaiteten Seelen sicherlich nur bedingt zu empfehlen ist.

 

Meine Wertung: 80/100