DEVILMENT - II-The Mephisto Waltzes

(Nuclear Blast)

 

 

DEVILMENT, der zweite Tummelplatz für Kesselpfeife Dani Filth (CRADLE OF FILTH) ist eine Symphonic Groove Horror Black Thrash Metal Band aus Ipswich, Suffolk, die im Jahre 2011 von Gitarrist Daniel J. Finch, der allerdings nicht mehr mit von der Partie ist (angeblich während eines religiösen Deliriums) gegründet wurde. Das poetische Grusel, Horror und Okkultismus Image der Briten passt wie die Faust auf’s Auge ihrer interessanten, eingängigen und spannend inszenierten, schrecklich schönen neun neuen Kompositionen. Ihre zweite Schwarzwurzel-CD „II-The Mephisto Waltzes“ schraubt sich, in der regulären Version 49:41 Minuten lang, bis in die hintersten Winkel der Gehirnwindungen. Wieder einmal hat man schaurig schöne, düstere Sounds erschaffen, ein paar extravagante Ideen in den Gesamtsound einfließen lassen und für ein facettenreiches Ambiente gesorgt.

 

Mit Dani Filth seit Sommer 2012 am Mikro, der sich mit seinen kraftvoll spitzen, heiser, rauchigen Sangeskünsten prächtig in das Geschehen einbringt, zugänglichen Refrains, choralen Parts und den fast schon permanenten Keyboard Soundlayers, verleiht man dem Gesamtsound auch hin und wieder einen leicht orientalischen Anstrich und hat ein weiteres Mal diesen ganz speziellen, atmosphärischen DEVILMENT-Sound geschaffen. Der neue Schlagwerker Matt Alston bringt extrem viel Groove und Schwung mit in die illustre Runde, in die sich neben Dani zusätzlich noch die Keyboarderin Lauren Francis gesanglich einbringt. Das äußert sich unter anderem im dritten Track „Under The Thunder“, im darauffolgenden „Full Dark, No Stars“, zu dem man einen Videoclip produzierte und im sechsten Track „Life Is What You Keep From The Reaper“ sogar in poppig, rockigen Refrains, die einen gewagten, aber stark performten Kontrast zur elektronisch unterstützten, deftigen Grusel Horror Oper darstellen. Aber keine Angst, die Tracks sind ansonsten zu hart und extravagant, um als Massenware im normalen Radioprogramm zu enden und strahlen stets diese ganz spezielle, düstere, gotisch romantische Erhabenheit aus. Ein Glas roten Wein, ein Schlückchen Laudanum oder auch zwei oder drei hinzugemischt und schon dreht sich das Schrecken verbreitende Horrorkarussell.

 

„II-The Mephisto Waltzes“ ist also die logische, top produzierte Weiterentwicklung zum Vorgängeralbum „The Great and Secret Show“ mit treibendem Drumming und fettem, wuchtigem Riffing. Nur mit dem einen Unterschied, dass man nicht mehr so viel Hitpotential in die Songs gepackt hat. Das Album hat Klasse, keine Frage, aber die Anfangseuphorie verflüchtigt sich nach ein paar Durchgängen doch etwas schneller, als sie das noch auf „The Great and Secret Show“ getan hat. Mit „Judas Stein“ und „Hitchcock Blonde“ hat man allerdings auch wieder zwei absolute Brecher in genialer Dynamik ersonnen, wobei ihr zu letzterem der beiden weiter unten ein Video anchecken könnt. DEVILMENT schaffen es dennoch immer wieder verteufelt gute Songs zu schreiben, die auch mal mit epischen Ausschweifungen geradezu zum Dahinschmelzen sind. Zum Schluss hin nimmt die Qualität des Album allerdings auch ein klein wenig ab. Mit den beiden Bonus Tracks “The Seductive Poison” und “Father Dali” (letzteres wohl ein Pendant zum genialen „Mother Kali“ vom „The Great and Secret Show“ Album), die mir allerdings für mein Review leider nicht zur Verfügung gestellt wurden, kommt das Album auf knapp über eine Stunde Spielzeit.

 

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Meine Wertung: 84/100

 

DEVILMENT in der aktuellen Besetzung:

Dani Filth – Vocals

Colin Parks – Lead Guitars

Nick Johnson – Bass

Lauren Francis – Keyboard, Vocals

Matt Alston – Drums