Streetdate: 23.06.2017 / Relapse Records
Streetdate: 23.06.2017 / Relapse Records

DYING FETUS - Wrong One To Fuck With

(Relapse Records)

 

Ziemlich genau fünf Jahre liegt die Veröffentlichung der letzten DYING FETUS Studio Langrille „Reign Supreme“ mittlerweile zurück. Eine doch recht lange Zeitspanne in dieser schnelllebigen Welt. Die Jungs von DYING FETUS selbst dürfte das allerdings kaum gestört haben, konnten sie sich in dieser Zeit doch vollkommen auf die Formvollendung ihres neuen Meisterwerks konzentrieren. „Wrong One To Fuck With“, das insgesamt achte Brachialwerk der Brutal Death Metal/Grindcore Armada aus Baltimore, Maryland/USA, die seit 1991 in Sachen Extrem Metal unterwegs ist, bietet insgesamt elf Tracks inklusive des Deluxe Packaging Bonus „Induce Terror” und bringt es somit auf eine Gesamtrotation von 53:59 Minuten. Es ist eine exzellente Scheibe der absoluten Superlative geworden. Eine denkbar explosive Mischung voller markanter Effizienz und Kompromisslosigkeit, die aber niemals den Groove aus den Augen verliert.

 

© John Sisk
© John Sisk

Das oberst fetzige Schlachtmotiv zu „Wrong One To Fuck With“, das man von Sam Shapiro und Brendan Barone designen ließ, ist schon mal echt brutal...nun gut, DYING FETUS sind es auch. Das US-amerikanische Trio hat über 25 Jahre Erfahrung und das merkt man dem neuen Extrem Kreissägeblatt auch an. Dicht, kreativ, inspirativ und abwechslungsreich ist es geworden, wenngleich auch aufs Neue wirklich wuchtig und brachial! Die neue Kunststoff Drehscheibe des „sterbenden Fötus“ ist der absolute Burner, denn sie ist technisch auf dem Gipfel des Niveaus. Wie es der Albumtitel bereits deutlich aufzeigt ist mit „Wrong One To Fuck With“ nicht zu spaßen. Es ist die akustische Essenz von Bosheit, Hass und Gewalt in einer wüsten Entfaltung zielstrebiger Aggression, mit tiefenverzerrten und brutal sägenden Gitarren, sowie einer drumtechnischen Finesse, die im Poly- und Arrhythmie-Bereich ihres Gleichen sucht. Der hochwertige und detailreich gestaltete Death/Grind mit seinem tiefen, morbiden Gegrunte wurde von Steve Wright und DYING FETUS in den WrightWay Studios in Baltimore, Maryland produziert und abgemischt. Das Mastering übernahm Tony Eichler im Goldtone MasterWorks.

 

© Scott Kinkade
© Scott Kinkade

Die ultrabösen, schrecklich angepissten gutturalen Grunts von Gitarrist und Frontkampfsau John Gallagher, zeigen sich durchaus wandlungsfähig und sind so richtig schön roh, kalt, unerbittlich und krank. Als ob sich Gallagher zwischendurch immer wieder eine knusprige Portion Kinderleiber zwischen die Kauleisten schiebt. Der 54 Minuten rotierende Tornado „Wrong One To Fuck With“ hinterlässt ein tragisches Bild totaler Verwüstung und brennt gleichzeitig ein Großfeuer der Emotionen ab. Die schier unbezwingbare Brachialgewalt des Albums gleicht dem beherzten Griff an eine abisolierte Starkstromleitung. Double-, Poly- und Arrhythmik in dissonanter Ekstase, super durchdacht, enorm druckvoll und perfekt in Szene gesetzt. Schweres, bösartiges und machtvolles Riffing leitet die schnellen und technisch hochentwickelten Tracks ein, dazu werden pfeilschnelle Gitarrenläufe und starkes Drumming mit echten Führungsqualitäten kredenzt. „Wrong One To Fuck With“ ist eine Festung. Ein Death/Grind Bollwerk, gegen das so schnell keiner ankommt.

Neben den tiefenverzerrten und zum Teil echt fiesen Gitarrenläufe setzt sich auch die hart angerissene und druckvolle Bassaxt im allgemein recht homogenen Sound immer wieder fein durch. 

© Scott Kinkade
© Scott Kinkade

Die ab und an einsetzenden technischen Frickeleien nehmen sich zwischen den schranzig-wuchtigen Brutaloriffs der übelst tief gestimmten Killerklampfen,  zum Teil recht skurril aus, passen aber wie die Faust durchs Auge, an die hintere Schädeldecke. Diesem bärenstarken Gitarrenflow des zügellosen sprunghaften Combat Metal vermag sich keiner so leicht zu widersetzen. Die hämmernde und alles zerhackende Schlagzeugrhythmik integriert sich perfekt in den ungestümen, wilden, dissonanten und total schrägen, zermürbenden Mahlstrom der Extreme. Das Biest ist kaum zu bändigen und durchbricht immer wieder die Aggressionsskala. Für Fans von SUFFOCATION, KRYLITHSIC, SIX FEET UNDER oder CANNIBAL CORPSE ist die achte Schlachtplatte somit wohl uneingeschränkt zu empfehlen, der Rest der Menschheit wird jedoch daran zerbrechen. Also Sissy-Boys, legt euch nicht mit den Falschen an, denn DYING FETUS haben so ziemlich die mächtigsten Eier im Extrem Metal Sektor.

© Scott Kinkade
© Scott Kinkade

https://de-de.facebook.com/DyingFetus

 

Meine Wertung: 93/100

 

DYING FETUS in der aktuellen Besetzung:

John Gallagher – Guitars, Vocals

Sean Beasley – Bass, Vocals

Trey Williams – Drums

 

Tracklist:

01. Fixated on Devastation (04:05)

02. Panic Amongst the Herd (03:18)

03. Die with Integrity (05:14)

04. Reveling in the Abyss (06:29)

05. Seething with Disdain (05:33)

06. Ideological Subjugation (05:19)

07. Weaken the Structure (05:01)

08. Fallacy (04:30)

09. Unmitigated Detestation (05:20)

10. Wrong One to Fuck With (04:52)

11. Induce Terror (04:18) (deluxe packaging bonus)

 

TT: 53:59 Minuten

 

Anspieltipps: Panic Amongst The Herd, Ideological Subjugation, Unmitigated Detestation, Wrong One To Fuck With, Fixated On Devastation

"Panic Amongst The Herd" (Official Music Video):

"Fixated On Devastation" (Official Music Video):