ELIZIUM - Elysium

(STF-Records)

 

Das musikalische Spektrum der niederländischen Gothic Dark Rocker ELIZIUM geht grob Richtung SENTENCED, LAKE OF TEARS oder in Auszügen auch END OF GREEN, ist dabei recht emotionell, melancholisch, verzweifelt, gleichwohl hoffnungsschwanger, einfühlsam und melodisch. Nun legt das Quintett, dass bereits seit 1991 aktiv ist, mit "Elysium" seinen dritten Longplayer vor. Gleich mit dem Opener "Awaken" werfen die Holländer einen dicken Scheit ins Feuer. Der bedächtige bis harte, fast schon doom-deathig anmutende Track besticht nicht zuletzt durch die langgezogenen, rauchigen Vocals von Fronter Peter Berends, der aber auch im Wechsel immer mal wieder ausgezeichnete klar gesungene Gothicvoclas raushaut. ELIZIUM setzen dabei auf catchy Refrains, wie man nicht erst beim etwas ruhigeren, keyboardlastigen, zweiten Track "Dark Defined" gewahr wird. Epische Anklänge, schwere Gitarren, wohldosiert eingesetztes Keyboard und abwechslungsreiches Schlagwerk schaffen eine anregende Atmosphäre. Das Heldenepos "Elysium", zu dem auch ein recht ansprechendes Video gedreht wurde, besticht durch einfühlsamen, klagend verzweifelten Gesang. Das überwiegend balladesk gehaltene "Lost" ist, wie auch die anderen Songs sehr eingängig gehalten. Wieder etwas härter geht es mit "Beneath Me" weiter, welches aber leider etwas langweilig und eintönig vor sich hin dümpelt. Dann geht es qualitativ leider konsequent bergab. Hervorzuheben wäre noch die recht ansprechende, sich stets steigernde Ballade "False Prophet", die sich gegenüber den anderen Tracks ein klein wenig abheben kann. Wohingegen der achte, übersteuerte Track "14" eher nervig ist und vielmehr einem Fehlschlag gleichkommt. So richtig mitreißen will mich das 11 Tracks umfassende "Elysium" letzten Endes nicht. Auch der zwar wirklich gute, wandelbare Sänger schafft es nur selten mich ernsthaft zu packen und mitzunehmen. Als Einflüsse geben die Mannen aus dem Land der Fußballzwerge TIAMAT, PARADISE LOST, LAKE OF TEARS und TYPE O NEGATIVE an, was man ihrer Musik hier und da durchaus anhört. Leider kommen sie jedoch nicht ganz an die Klasse der vorgenannten Bands heran. Das 48:10 Minuten rotierende "Elysium" spielt sicherlich, in der ersten Dark Rock Liga, vor allem was die ersten vier Tracks anbetrifft, muss dabei aber auch ohne so richtige Höhen und Tiefen auskommen, was es schwierig macht, sich gegenüber dem vorderen Mittelfeld durchzusetzen. Dafür ist die Musik einfach nicht interessant genug gestaltet und läuft sich dementsprechend zu schnell tot. Sympathisanten des Dark und Gothic Rock sollten dessen ungeachtet durchaus mal "ein Ohr riskieren". Musik ist schließlich Geschmacksache!

 

www.elizium.nu

 

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