ENDSEEKER - Interview zum Full-length Erstschlag „Flesh Hammer Prophecy“, der Hamburger Psycho Death Machine v. 25.10.2017 mit Gitarrist Ben Liepelt

 

- vom 15 Jahre alten Plan, eine Swe-Death-Combo aufzuziehen, der räudigen Attitüde mit dem knarzigen Gitarrensound, der Huldigung des BOLT THROWER Drummers Martin Kearns mit dem „Powder Burns“-Cover im HM-2 Sound, dem ersten Kontakt zum Artwork Künstler Albert Che über Instagram und der Vorgabe eines großen Hammers, sowie möglichst viel Old School Leichen-Zombie-Gore-Splatter-Zeugs -

 

Mit ihrem full-length Erstlingswerk „Flesh Hammer Prophecy“ haben die Hamburger Totengräber ENDSEEKER einen voluminösen und anspruchsvollen Brocken Oldschool Swe-Death abgeliefert. Die fünf Ausnahmemusiker, die man noch von Bands wie BURIED IN BLACK, DARK AGE, DEVASTATOR, IN DIVISION, MEPHISTOPHELES oder THE RETALIATION PROCESS her kennen dürfte, haben gemeinsam mit Produzent Eike Freese ein richtig heißes Eisen produziert, dem man das know-how, sowie die pure Spielfreude nur allzu deutlich anhört. Wuchtig, straight, versiert und variabel geht der Schwedentod Fünfer hier zu Werke, lässt dabei aber auch viele melodische Elemente zu.

 

Gitarrist Ben Liepelt, der mit seiner eigenen Filmproduktionsfirma „Port Royal Films“ bereits mit Weltstars wie ALICE COOPER, ANASTACIA, BILLY TALENT, BRUNO MARS, DAVID BOWIE, ED SHEERAN, IRON MAIDEN, KID ROCK, KORN, LED ZEPPELIN, LENNY KRAVITZ, LINKIN PARK, LIONEL RICHIE, LISA STANSFIELD, MACHINE HEAD, METALLICA, MOBY, MOTÖRHEAD, NIRVANA, PINK FLOYD, PLACEBO, SCORPIONS, SLAYER oder SLIPKNOT gearbeitet hat, zeigte sich Ende Oktober 2017 sher spontan und beantwortete meine unzähligen Fragen rund um ENDSEEKER von einem auf den nächsten Tag. Lest hier, was mir Ben so alles zu berichten hatte...

Streetdate: 20.10.2017 / F.D.A. Records
Streetdate: 20.10.2017 / F.D.A. Records

Janko: Zu Beginn möchte ich euch ein fettes Lob zu eurem Debüt Full-length aussprechen. „Flesh Hammer Prophecy“ hat einen gewaltigen Punch und verdammt noch mal Arsch in der Hose. Vor allem sticht es deutlich aus dem irren Wust am Veröffentlichungsmarkt heraus, was wiederum recht ungewöhnlich für eine noch recht „junge“ Band ist. Als ENDSEEKER habt ihr euch nämlich erst vor knapp vier Jahren zusammengeschlossen, oder? Erzähl unseren Lesern bitte etwas über eure Band, eure Zusammensetzung und wie ihr alle zueinander gefunden habt.

 

Ben: Vielen Dank erstmal für die warmen Worte. Freut uns sehr, dass dir die Platte so gut gefällt!

Angefangen hat das Ganze 2014. Kummer (Drums) und Jury (Git) haben beschlossen, endlich den 15 Jahre alten Plan, eine Swe-Death-Combo aufzuziehen, in die Tat umzusetzen. Da man sich in der Hamburger Metal-Szene untereinander ja meist irgendwie kennt, war Eggert (Bass) bald dabei. Als letztes kamen Lenny (Voc) und meine Wenigkeit (Git) dann Anfang 2015 dazu und von da an ging eigentlich alles ganz schnell. EP aufgenommen, irgendwie hat FDA das in die Finger gekriegt und direkt zugeschlagen und der Rest ist Geschichte :P

Die Chemie in der Band hat von Anfang an total gestimmt und daran hat sich bis heute auch nichts geändert. Es verläuft alles sehr harmonisch, alle ziehen an einem Strang, jeder hat seine Aufgaben und man kann sich aufeinander verlassen. Es macht einfach großen Spaß.

 

Janko: Nach der EP „Corrosive Revelation“ aus dem Jahre 2015 und der Split CD „Awaking Corpses: Live at Bambi Galore 2017“ markiert „Flesh Hammer Prophecy“ nun euer Studio full-length Debüt. Wie habt ihr euch darauf vorbereitet, wie sind die Songs entstanden und wie weit war das Material gediehen, als ihr mit den Aufnahmen begonnen habt?

 

Ben: Wir hatten den Studiotermin bei Eike frühzeitig gebucht, so dass wir für uns selber eine ganz klare Deadline fürs Songwriting hatten. Als es dann an die Aufnahmen ging, waren auch tatsächlich alle Songs komplett fertig geschrieben und ausreichend geprobt. Maßgeblich schreibt Jury unsere Songs, die wir dann gemeinsam im Proberaum glattziehen, bis sie für uns als Band richtig rund laufen. Um im Studio noch großartig an den Songs herumzuschrauben, oder irgendwelche Experimente zu starten, fehlte es auch definitiv an Zeit und Geld. Klar gab‘s an diversen Stellen noch Input von Eike, oder wir haben hier und da noch eine kleine Variation reingebracht, aber eben nichts Grundsätzliches.

 

Janko: Ihr habt wieder mit Eike Freese in den Hamburger Chameleon Studios aufgenommen. Wenn man aus Hamburg kommt und nen derben Style drauf hat, wohl ne logische Konsequenz oder hat das auch was mit eurem Bassisten Torsten Eggert zu tun, der ja auch von 1996 bis 2006 mit Eike bei DARK AGE gespielt hat?

 

Ben: Eike ist einfach ein mega Typ und ein sehr guter Freund der gesamten Band. Wir unternehmen unabhängig davon auch privat viel miteinander. Aber natürlich ist auch die Qualität seiner Arbeit entscheidend und die steht für uns alle völlig außer Frage. Eikes Produktionen klingen einfach geil und auch die Arbeit mit ihm im Studio macht riesigen Spaß, weil er einem einfach ein gutes Gefühl gibt. Er weiß, wie er einen dazu motiviert, das Beste aus sich herauszuholen und ist dabei niemals verkrampft. Die 5 Tage, an denen Jury und ich Bier getrun… ääääh, die Gitarren eingespielt haben, waren die besten Studiotage, die ich je erlebt habe. Wir hatten so viel Spaß und haben uns zeitweilig die Bäuche vor Lachen gehalten. Und wenn ich mir die Platte heute anhöre, dann höre ich die reine Spielfreude, die wir im Studio tatsächlich hatten.

 

Janko: Wieviel Einfluss hat Eike auf die Produktion und die Arrangements genommen? Wurde viel umgemodelt oder hattet ihr die Songs bereits komplett so wie sie sein sollten?

 

Ben: Wie bereits gesagt, kam von Eike natürlich hier und da Input zu gewissen Dingen. „Spiel den Part doch mal so, willste die Vocals an der Stelle nicht lieber so phrasieren…“ usw. Da Eike ja sehr viel Erfahrung in Sachen Songwriting hat, waren solche Vorschläge auch immer willkommen. Aber das bezieht sich auf gewisse Stellen und wir sind da schon mit fertigen Songs aufgeschlagen. Wir hatten eben auch einen straffen Zeitplan und es hätte gar nicht die Möglichkeit gegeben, dort ewig rumzueiern.

 

Photo Credit: Peter Kupfer Photography
Photo Credit: Peter Kupfer Photography

Janko: Warum diesmal ausgerechnet das BOLT THROWER Cover „Powder Burns” von deren 1998 “Mercenary”-Album? Klar, nen geiler Track, aber gab es noch mehr Songs, die ihr in ne engere Auswahl geschickt habt?

 

Ben: Die reine Wahrheit dazu ist, dass wir für ein kleines Festival, auf dem wir als Headliner spielen sollten, einfach zu wenig Songmaterial hatten. Nur mit einer EP im Gepäck, wird es eben schwierig eine angemessene Spielzeit auszufüllen. Also wollten wir noch einen Cover Song machen. Dann ist plötzlich der Bolt Thrower Drummer verstorben und da wir alle riesen Fans sind, dachten wir, ein BT Cover wäre eine gute Huldigung. Beim Proben hat der Song mit unserem HM-2 Sound dann so gut funktioniert, dass wir ihn fest ins Programm aufgenommen haben und ihn auch unbedingt mit aufs Album nehmen wollten. Der Song zeigt in dieser Version auch sehr gut, dass es quasi keine Grenzen gibt. Er nimmt den Schwedensound problemlos an, es steht ihm sogar ziemlich gut, wie ich finde. Und in unseren Songs finden sich ja durchaus eine Reihe nicht-schwedischer Einflüsse. Am Ende spielen wir einfach Mucke, die wir gut finden und ob jetzt dieses oder jenes aus Schweden oder eben nicht kommt, ist doch Banane.

 

Janko: Ihr habt den Track „Black Star Rising“ mit ex-MORGOTH Frontkehle Marc Grewe aufgenommen. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?

 

Ben: Marc ist eine Legende des deutschen Death Metals und mit Morgoth hat er damals Pionierarbeit geleistet. Odium ist sicherlich eines der wichtigsten Alben des Genres und ihn dabeizuhaben war ein großer Wunsch von uns, weil wir fanden, dass seine Stimme perfekt zu dem Song passen würde. Wir haben ihn dann einfach mal angeschrieben und ihm Demos geschickt, woraufhin er direkt zugesagt hat. Er kam dann nach Hamburg ins Studio und hat seinen Part eingesungen. Wir haben uns direkt super mit ihm verstanden. Marc ist ein super Typ und sowohl im Studio, als auch später beim Videodreh zu dem Song hatten wir alle großen Spaß. Er hat es sich dann auch nicht nehmen lassen, zu unserer Release Party zu kommen und den Song live mit uns zu performen. Er ist wirklich zu einem guten Freund der Band geworden.

 

Janko: Zu dem besagten Song, sowie zu „Possessed By The Flame“ habt ihr je ein Video gedreht. Erzähl mir etwas zu deren Entstehung und sind weitere Videos in Planung? Ich weiß..., Videos sind relativ teuer…

 

Ben: Im echten Leben habe ich eine Video-Produktionsfirma namens Port Royal Films, mit der ich (zum Großteil für die Musikbranche) Videocontent jeglicher Art produziere. Von daher ist unsere Videosituation verhältnismäßig komfortabel, weil ich die Videos selber machen kann. Für mich persönlich ist das super, weil ich mich dabei richtig austoben und meine eigenen Ideen, anstatt Kundenwünsche, umsetzen kann. Der Rest der Band bringt mir da vollstes Vertrauen entgegen und lässt mir weitestgehend freie Hand. Das ist natürlich ein großer Unterschied zu den Auftragsarbeiten, die ich sonst mache und mir geistern andauernd irgendwelche Videoideen für Endseeker im Kopf herum. Manche sind natürlich nicht umsetzbar, aber ich versuche Wege zu finden, wie wir Dinge einfach und günstig realisiert kriegen, die trotzdem die entsprechende Wirkung haben. Es wird also definitiv weitere Videos geben, aber wann und zu welchen Songs, steht aktuell noch nicht fest. Zu welchem Song würdest du denn gerne ein Video sehen?

 

Janko: ...ja, wenn du mich so fragst und da es zu „Possessed By The Flame“ glücklicherweise bereits ein Video gibt, bestelle ich mir hiermit eines zu “Worshipping The Bloodthirsty“...hahaha. Aus diesem Thema kann man sicherlich ne Menge rausholen.

Wie würdest du das Textkonzept auf „Flesh Hammer Prophecy“ im Allgemeinen beschreiben?

 

Ben: Krank! Einfach nur krank! Hahahaha! Nee, also in Sachen Texte wäre natürlich Lenny der richtige Ansprechpartner, weil er die Lyrics schreibt und sich eben etwas dabei denkt. Ich glaube, man sollte die Texte ganz allgemein nicht großartig erklären. Wer sie beim Hören der Platte im Booklet mitliest, wird für sich bestimmt seine eigene Botschaft herausziehen können und dabei steht jeder Text auch für sich. Flesh Hammer Prophecy ist kein Konzeptalbum mit einem großen Überthema.

 

Photo Credit: Peter Kupfer Photography
Photo Credit: Peter Kupfer Photography

Janko: „Flesh Hammer Prophecy“ wird ja von den Medien gerade abgefeiert wie das nächste große Ding! Überall nur positive Kritik. Muss ja echt erschreckend sein, mit solch enthusiastischen Worten überhäuft zu werden...! ;-) Ist das jetzt nach all den Jahren in diversen Bands der endgültige große Durchbruch für euch?

 

Ben: Klar liest man so positive Kritiken total gerne und freut sich, dass die Platte überall so gut ankommt. Natürlich waren wir der Meinung, eine gute Platte gemacht zu haben, sonst wären wir damit ja nicht ins Studio gegangen, aber diese Reaktionen übertreffen natürlich unsere kühnsten Träume. Ob man da jetzt von irgendeinem Durchbruch sprechen kann, weiß ich nicht. Mit Hypes ist es ja immer so ne Sache. Sowas kann auch ganz schnell wieder vorbei sein, oder es baut unerfüllbare Erwartungshaltungen auf, usw. Ehrlich gesagt, freuen wir uns aktuell einfach über die positive Resonanz und versuchen nun, ein paar coole Shows und Festivals für 2018 zu buchen, was ohne Booking Agentur nicht ganz einfach ist. Aber live spielen macht uns immer noch am meisten Spaß und wir wollen gerne noch weiter rumkommen und in Städten und Regionen spielen, wo wir bisher noch nicht waren. Wenn das hier Booker irgendwelcher Clubs oder Festivals lesen - schreibt uns gerne an unter booking@endseeker.de

 

Janko: Hat sich durch das neue Album etwas Grundlegendes bei euch geändert, außer im Geiste bestärkt und bestätigt worden zu sein, alles richtig gemacht zu haben und unbeirrt weiterzumachen?

 

Ben: Wie schon gesagt - es freut uns einfach, dass den Leuten da draußen unsere Songs scheinbar genauso gut gefallen, wie uns und wir wollen jetzt hauptsächlich damit raus auf die Bühne. Aber geändert hat sich natürlich gar nichts. Und selbst wenn die Platte nicht so positiv ankommen würde, hätte das nicht das Ende der Band bedeutet. Wir machen das ja schließlich immer noch vor allem für uns selber. Uns macht es Spaß, zusammen zu spielen, ob im Proberaum oder auf der Bühne. Dass es vielen Leuten gefällt, ist zwar eine wunderbare Begleiterscheinung, aber keine Grundvoraussetzung.

 

Janko: Auch das Release Konzert am 20.10.2017 mit WARPATH und SLAUGHTERDAY im Hamburger Bambi Galore - Musikclub war bereits Tage zuvor restlos ausverkauft. Schweißnasse Hände gehabt oder geht ihr da gewohnt locker dran? Mit dem Hintergedanken an all die positiven Stimmen konnte man das wohl auch, oder? Wie lief denn der Gig?

 

Ben: Ehrlicher Weise muss ich zugeben, dass wir im Vorfeld schon etwas nervös waren. Niemand hätte damit gerechnet, dass die Show so früh ausverkauft ist. Das bringt ja schon eine gewisse Erwartungshaltung der Leute zum Ausdruck und dem wollten wir natürlich gerecht werden. Wir wollten ja, dass die Leute glücklich nach Hause gehen und sagen „war echt ein geiler Abend!“. Ich glaube, das ist im Endeffekt dann auch ganz gut gelungen, mit dem Band-Package, das dort am Start war. Das Feedback danach war jedenfalls super. Leider hat man an so einem Abend nicht die Zeit, mit jedem so lange zu quatschen, wie man gerne möchte, weil es doch immer noch etwas zu organisieren gibt, man sich warmspielen muss, usw., aber wir haben uns sehr gefreut, so viele altbekannte, aber auch neue Gesichter gesehen zu haben! Ich war jedenfalls rundum glücklich, als ich um 05:00 Uhr morgens ins Bett gefallen bin.

 

Janko: Wie seid ihr eigentlich an Albert Che (www. albertche.com) für den (ziemlich coolen Oldschool) Entwurf eures „Flesh Hammer Prophecy“ Covers geraten? Im Internet recherchiert? Empfohlen bekommen? Artwork einer anderen Band für cool befunden? Er ist Südkoreaner und lebt in Seoul. Ich nehme mal an mit deutschen Wurzeln (lässt zumindest der Name „Albert“ drauf schließen)!?!

 

Ben: Also ob er deutsche Wurzeln hat weiß ich nicht und hab ich ihn auch nicht gefragt. Aber gefunden haben wir ihn über Instagram. Nachdem Riddick uns leider wegen terminlicher Überschneidungen absagen musste, haben wir andere Künstler sondiert, denen wir bei Instagram folgen. Alberts Stil hat uns natürlich mega gefallen und als wir ihn anschrieben, was er auch direkt am Start. Die Arbeit mit ihm verlief traumhaft. Er ist schnell, zuverlässig, die Kommunikation ist top und er ist auch einfach ein richtig cooler Typ! Wir haben ihm maßgeblich den Albumtitel, ein paar Stichworte und Demos gegeben, woraufhin er mit dem Layout um die Ecke kam. Er hat damit sofort unseren Nerv getroffen.

Von dem Artwork hat er für uns eine limitierte Kleinstauflage an Siebdruck Postern auf Karton angefertigt, von denen wir 25 Stück an echte Die Hard Fans verkaufen. Sobald wir eine brauchbare Lösung für den Versand gefunden haben, wird es die Teile in unserem Shop geben.

 

Photo Credit: Peter Kupfer Photography
Photo Credit: Peter Kupfer Photography

Janko: Wie läuft die Anbahnung eines solchen „Geschäfts“ ab und welche Vorgaben hattet ihr oder bekam er gar eine fertige Idee von euch zugesandt?

 

Ben: Wie schon gesagt - einfach über Instagram angeschrieben und angefragt. Das ist heutzutage ja so herrlich unkompliziert. Dank Facebook, Instagram usw. kann man innerhalb von Minuten mit Künstlern auf der ganzen Welt sprechen und ggf. zusammenarbeiten. Das eröffnet einem wunderbare Möglichkeiten, denn ansonsten wären wir wohl niemals auf Albert aufmerksam geworden. Wir hatten keine ganz konkrete Idee. Ein großer Hammer sollte vorkommen und eben gerne möglichst viel Old School Leichen-Zombie-Gore-Splatter-Zeugs :)

Aber wir wollten das Korsett für Albert nicht zu eng schnallen. Er sollte die Möglichkeit haben, seine eigene Vision umzusetzen und uns zu überraschen.

 

Janko: Was sagt/schreibt er denn zu eurem neuen Album? Hatte er die Möglichkeit vor der Erstellung des Artworks die Songs zu hören?

 

Ben: Wir haben ihm einige Demos geschickt, aber ich glaube, das komplette Album hat er noch nicht gehört. In den nächsten Tagen schicken wir ihm aber ein Paket mit Platte, Shirts, usw. zu, damit er seine verarbeitete Kunst auch mal in Händen halten und hören kann. Unsere EP hat ihm aber sehr gut gefallen.

 

Janko: Was genau übt für euch den Reiz am Schwedentod aus? Welche Überzeugungen und Beweggründe habt ihr den (ohrenscheinlich noch lange nicht ausgetretenen) Pfad der Stockholmer Szene Anfang der 90er Jahre zu begehen und dadurch neu aufleben zu lassen?

 

Ben: Es ist halt die Musik, die wir als Teenager rauf und runter gehört haben. Die ganze räudige Attitüde mit dem knarzigen Gitarrensound auf der einen Seite, das gleichzeitig aber hoch musikalische und sensationelle Songwriting auf der anderen Seite, hat damals ja eine ganze Reihe Alben hervorgebracht, an die seitdem niemand mehr herangekommen ist. Die (Metal-)Welt ist inzwischen natürlich eine andere und auch über uns sind 25 Jahre musikalische Einflüsse drübergewalzt, auch sind wir eben keine 20-jährigen, zornigen Metal-Punk-Kids… Aber wir versuchen zumindest, einen Teil des Spirits im Rahmen unserer bescheidenen Fähigkeiten, in unseren Songs zu verarbeiten. Aber wie schon weiter oben erwähnt, gehen unsere Einflüsse eben auch darüber hinaus und in unseren Songs finden sich eine Vielzahl Inspirationen aus unterschiedlichen Epochen und Erdteilen wieder. Über allem schwebt trotzdem der besagte Stockholm-Geist und dank Jurys Trüffelschwein-artigem Gespür für Melodien, lässt sich das für uns alles miteinander verschmelzen. Wir haben nicht den Anspruch, irgendetwas neues oder besonders originelles zu erschaffen, wir wollen einfach nur gute Songs machen, die uns selber kicken, aber immer im Kontext der Stockholmer DM Szene.

 

Janko: Wie kamt ihr eigentlich auf den Bandnamen ENDSEEKER und welche Bedeutung hat er für euch? Ihr hattet zuvor einen anderen Bandnamen...welchen denn und warum habt ihr den wieder abgelegt?

 

Ben: Oha, also da ich wie gesagt als letzter in die Band kam, kann ich dazu wenig sagen. Bandname usw. stand damals schon. Einen Wechsel habe ich also gar nicht mitgemacht. Mir ist auch nicht bekannt, dass es dazu eine crazy Story gäbe, oder sich da die totale Deepness hinter verbirgt.

 

Janko: Ihr seid bereits seit eurem ersten Output (der „Corrosive Revelation“ EP) bei dem Label F.D.A. Records. Der Rico hat ja wirklich ein goldenes Händchen und „kramt“ immer wieder echte Perlen aus. Wie habt ihr eigentlich zusammengefunden und wie kam es, dass ihr bereits mit der ersten Veröffentlichung bei einem renommierten Label in Sachen Old School Death gelandet seid?

 

Ben: Die EP war ursprünglich als Demo gedacht und wir gingen davon aus, die selber pressen zu lassen und eben auf Shows zu verticken. Dann hat aber Rico die Files zugesteckt bekommen und sich direkt bei uns gemeldet. Wir haben dann tatsächlich am Tag vor unserer ersten Show überhaupt bei ihm unterschrieben und von da an ging‘s dann ganz schnell. Drei Monate später kam die EP raus…

 

Janko: Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit genommen habt all unsere Fragen zu beantworten…habt ihr zum Abschluss noch ein paar Worte für unsere Leser und/oder etwas, das ihr schon immer mal loswerden wolltet?

 

Ben: Vielen Dank für den Support und das Interesse an uns! Wir freuen uns sehr, möglichst viele von euch bei unseren Shows zu sehen. Wenn ihr uns in eurer Stadt sehen wollt, nötigt den Booker eures Clubs, sich mit uns in Verbindung zu setzen. Und ansonsten - Support Your Local Death-Metal Underground!

 


Wäre ich doch nur noch immer Booker eines Metalclubs in enger Zusammenarbeit mit dem Hauptredakteur und Gründers unseres heißgeliebten Totentanz Magazins, dann würde demnächst der Fleisch Hammer über Südhessen schwingen!!!

 

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