EQUILIBRIUM - Armageddon

(Nuclear Blast)

 

EQUILIBRIUM aus Starnberg in Bayern, die im Prinzip lediglich aus einer Laune heraus entstanden sind und sich nach einem einzigen gespielten Konzert in einer Kirche in Maisach eigentlich schon wieder auflösen wollten, veröffentlichen dieser Tage ihr fünftes Langeisen „Armageddon“. Seit 2001 am Start, befassen sich die Epic Folk/Pagan/Viking Metaller häufig mit Themen Nord Germanischer (Helden-) Sagen. Der erste, instrumentale Track auf „Armageddon“, mit seinem gesprochenen Intro und der lebensbejahenden, poppig bombastischen Auslegung, könnte durchaus als Trailer Musik für einen Monumentalfilm durchgehen. Von der musikalischen Ausrichtung her ist auch der zweite Track nicht wirklich als sinister zu bezeichnen, wie es irreführenderweise auf dem Infosheet zum neuen Album propagiert wird. Der gutturale Gesang von Robert „Robse“ Dahn ist zumeist verständlich gehalten und wird des Öfteren mit Klargesangsparts aufgefrischt. Allem Anschein nach schielt man Richtung erhöhter Verkaufszahlen, was den Oberbayern nicht wirklich zu verdenken ist. Die einzelnen Tracks sind jedoch nach wie vor von Härte und Kampfgeist gezeichnet und brauchen sich keinesfalls die Trademark „weichgespült“ anzuheften. Der achte Track "Prey" zum Beispiel könnte nämlich durchaus auch auf einem neuen AMON AMARTH Album Platz finden. Das einzig verbliebene Gründungsmitglied René Berthiaume (guitars & keys), der die Songs komponierte und die Texte schrieb, hat gemeinsam mit seinen Mitstreitern ein stets eingängiges Werk voller Bombast geschaffen, das ausschweifende, stets melodische Kompositionen birgt. Die Texte taugen allerdings ab und an schon mal zum Fremdschämen, aber nicht nur textlich ist mir das Konzept oftmals zu verspielt und nicht erwachsen oder reif genug. Für die Jüngeren unter euch ist das aber vielleicht gar nicht mal so ausschlaggebend. Der fünfte Track „Born To Be Epic“ kann trotz seiner, minimal Richtung Charts schielender Attitüde als wirklich hart, interessant und äußerst gelungen bezeichnet werden. Das darauffolgende „Zum Horizont“  klingt stellenweise wie eine russische Polka auf Speed. Das 50:11 Minuten rotierende "Armageddon" birgt freilich die ein oder andere Perle, die dieses Mal etwas vermehrt in englischer Sprache vorgetragen wird, was dem neuen Album auch wirklich gut zu Gesicht steht. Auch Schwarzmetall Anleihen und Humppa Ansätze sind zu vermelden. Neben den angesprochenen Tracks ist sicherlich auch noch der „böse“ und düstere Rausschmeißer „Eternal Destination“ nennenswert. Die limitierte Digipak Edition enthält zusätzlich eine Bonus CD mit der Instrumental Version des gesamten Albums. Im August spielen die, offiziell nur noch zu viert agierenden EQUILIBRIUM ein paar ausgesuchte Festivals, wie zum Beispiel das Wacken oder das Summer Breeze. Anschließend geht es im September/Oktober auf ausgedehnte Europa Headliner Tour mit den holländischen Folk Metallern HEIDEVOLK, den Schwarzwaldjüngern FINSTERFORST und den Epic Melodic/Death Metallern NOTHGARD. Don’t miss it!

 

 

www.equilibrium-metal.net

 

 

Meine Wertung: 78/100