Streetdate: 24.03.2017 / F.D.A. Rekotz
Streetdate: 24.03.2017 / F.D.A. Rekotz

FUBAR - Weltschmerz

(F.D.A. Rekotz)

 

FUBAR aus den Niederlanden spielen einen ziemlich derben, von wilder Raserei gezeichneten Death/Grind/Thrash/Hardcore Style. Seit 2002 seht die, aus Limburg/Brabant stammende, fünfköpfige Allianz bereits für Blastbeats und Doublebassattacken in Form eines extremen Metal Crossovers. Mit ihrem deftigen Brüll-/Kreischgesang, den verzerrten Gitarren und der wüsten Felldrescherei sind FUBAR an Brutalität kaum zu überbieten. Den Kompromiss mit dem "Fuß vom Gas" scheinen die Holländer eher zu scheuen. Obschon der Brutalo Fünfer sein drittes Studio Brachialwerk mit dem prägnanten Begriff „Weltschmerz“ betitelte, ist in den 14 Tracks, die mit einer Gesamtspieldauer von 31:14 Minuten zu Buche schlagen, von Melancholie oder Trauer nichts zu spüren. Hier wird eher dem Gefühl nach Wut und dessen Ausbruch Rechnung getragen, denn auch die vielen Hardcore Einflüsse gehen enorm vorwärts und immerzu voll auf die Zwölf.

 

Auf „Weltschmerz“ schreit sich Brüllwürfel Luc all die aufgestauten Aggressionen und von der Seele. Er setzt seine Vocals dabei eher als wildes Hardcoregebrüll, denn als gutturales Grind Gegrunze ein, obschon sich FUBAR nach eigener Aussage ganz klar dem Grindcore zugehörig fühlen. Dies äußert sich aber auch in ganz ähnlicher Weise bei den Mehrstimmig vorgetragenen Tracks, die sich zwischen Spielzeiten von gerade mal 00:46 und 03:20 Minuten bewegen. Hier melden sich nämlich zusätzlich die beiden Gitarristen Bas und Mark „gesangstechnisch“ zu Wort. Auch der Groove wird nicht gänzlich außen vor gelassen, muss aber früher oder später zwangsläufig dem brachialen Hardcore Geknüppel weichen.

 

Das dritte Extrem-Eisen „Weltschmerz“ ist teilweise schon eine ganz schön wilde Highspeed-Knüppel-Achterbahnfahrt, kann aber auch Midtempo, mit melodischen Riffs und einem durchdringenden tiefenverzerrten Bass. FUBAR gehen zwar zumeist ab wie die Lucie und arten dabei fast gänzlich in wüster Zerstörungswut aus, aber gerade die ruhigeren Parts, mit ihren pfiffigen Ideen machen letzten Endes den geistreichen Spielwitz aus. Die schnelleren und brachialeren Parts sind aber auch nicht einfach stupide runtergezockt, sondern wirklich fein ausgearbeitet und bieten eine Menge Kurzweil. Sie sind aber ihrer Natur nach etwas minimalistischer gehalten. Also genau das Richtig für Leute, die gerne mal wieder ihr Wohnzimmer umgestalten wollen ohne auch nur einen Finger dabei krumm zu machen oder für Die-Hard-Metaller, die einfach nur eine wilde Pogo Party mit den pensionierten Nachbarn als Opfergaben abziehen wollen.

 

Am besten haben mir die akustische Einleitung „Weltschmerz“, das daran angelehnte Outro „Void“, das nicht ganz so schnelle, aber nicht minder intensive und mit sehr geilem Riffing versehene „Light“ , sowie der schräge und mehrstimmige brutalo Stampfer „Demons“ gefallen. Wer auf echt derben und überwiegend schnell vorgetragenen Techcore/Grindcore steht, sollte hier unbedingt mal reinhören! Das dürfte sich durchaus als lohnend erweisen. Gibt man übrigens den Begriff „Fubar“ in eine Übersetzungsmaschine ein, bekommt man u.a. folgenden Auswurf: „fucked up beyond all recognition“ (bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt).

 

https://www.facebook.com/fubargrindcore

 

Meine Wertung: 83/100

 

FUBAR in der aktuellen Besetzung:

Luc – Vocals

Bas – Guitar, Vocals

Mark – Guitar, Vocals

Joris – Bass

Paul – Drums

 

Tracklist:

01. Weltschmerz (02:32)

02. Exhaustion (02:42)

03. Consumed (02:28)

04. Paranoia (02:40)

05. Dead (03:08)

06. Storm (01:12)

07. Light (02:58)

08. Forsaken (03:20)

09. Shadows (01:26)

10. Repent (00:47)

11. Hell (02:39)

12. Tombs (00:46)

13. Demons (02:46)

14. Void (01:49)

 

 

TT: 31:14 Minuten

 

Checkt das Lyric Video zu “Dead”: