Streetdate: 01.04.2017 / Necronome Records
Streetdate: 01.04.2017 / Necronome Records

GRAVEWARDS - Subconcious Lobotomy

(Necronome Records)

 

So eine, halb bei Bewusstsein durchgeführte Lobotomie ist immer eine unschöne Sache. Vor allem für diejenigen, die auf dem Operationstisch liegen und als katatonischer, sabbernder Haufen Elend enden oder zumindest mit einer mentalen Retardierung rechnen müssen. Die Lobotomie, für die es sogar einen Nobelpreis gab, sollte psychisch kranke Menschen heilen, indem mittels eines Eispickel-Werkzeugs die Nervenbahnen zwischen Thalamus und Frontallappen, sowie Teile der grauen Substanz durchtrennt wurden. Der Nutzen dieses Horror-Eingriffs war ohnehin stets zweifelhafter Natur und so entschied man sich glücklicherweise - jedoch tatsächlich erst Mitte der 1980er Jahre (die Methode fand in Dänemark noch bis 1983 Anwendung) - dazu, diese fragwürdige Eingriffsmethode in das menschliche Gehirn ad acta zu legen. Mit ihrer Debüt EP „Subconcious Lobotomy” nimmt sich das blackened Oldschool Death/Technical Thrash Trio GRAVEWARDS, aus der griechischen Hauptstadt unter anderem diesem Thema an.

 

Seit man sich im Dezember 2015 zu einem morbiden, räudigen Act zusammenschloss, agiert die sinistere Truppe in traditionell gespieltem, klassischem Oldschool Death/Thrash, der einen deutlichen Democharakter aufweist, Puristen ansprechen dürfte und ganz grob auf den Pfaden alter AUTOPSY, VENOM und POSSESSED wandelt. Die Jungs machen ihre Arbeit gut und können mit dem dargebrachten Material durchaus überzeugen. Der Sound ist absichtlich rau, dabei sogar ein klein wenig dreckig gehalten, sowie mit Hall unterlegt um die Authentizität zu fördern. Dennoch ist die Aufnahme gut, die Instrumente, wie auch die höllischen, dunkel heiseren und langgezogenen Growls von Sänger und Gitarrist Nikos homogen zueinander aufgestellt. Die Gesangsauslegung im ersten Death Track befindet sich in relativer Nähe zu Johan Edlund (TIAMAT) zu „Clouds“-Zeiten. Die Stücke, die sich überwiegend im mittleren Geschwindigkeitsbereich bewegen, sind düster, rau und kalt, lassen trotz technischer Finesse wenig Raum für Spielereien und atmen den Geist längst vergangener Epochen. Als weitere Einflüsse werden BOLT THROWER, GOREFEST, OBITUARY, DEATH, NAPALM DEATH und BENEDICTION genannt.

 

„Subconcious Lobotomy“ hat ordentlich Groove im Tank, der im mittleren Geschwindigkeitsbereich definitiv zum Mähneschwingen taugt. Die Rifffolgen wiederholen sich zwar des Öfteren, werden aber aufgrund ihrer Zusammenveranlagung mit dem abwechslungsreichen Drumming, dem tiefenverzerrten Bass der immer wieder an der Oberfläche kratzt und Fronter Nikos’ leprakrankem, halbverwestem Geröschel tief aus der Gruft, nie langweilig. Technisch gesehen ist das dargebrachte Material sicherlich nicht schlecht, aber auch nicht übermäßig kompliziert, eben Death Metal to the bone, der in Mitten, des nicht so leicht zu beschreibenden Gestanks, nach hirnzersetzender Verwesung sogar eher ins minimalistische abdriftet, aber vielleicht auch gerade deswegen direkt zündet. Lediglich die Drums dürften sich bei den künftigen Takes etwas sauberer und wuchtiger durchdrücken. Aufgenommen, gemixt und gemastert wurde das Demo in den Made Of Hell Studios in Athen, wohin sich die Bande alsbald wieder begeben wird, um ihr full-length Debüt zu produzieren. Die 4-Track EP rüttelt und schüttelt 21:42 Minuten lang, kommt im feinen 80er Jahre Gewand und ist so richtig schön oldschoolmäßig handnummeriert und auf 300 Kassetten (!!!) limitiert. Ordern kann man die Demo direkt über die Band und ihre Facebookseite.

 

www.facebook.com/Gravewards

 

Meine Wertung: 85/100

 

GRAVEWARDS in der aktuellen Besetzung:

Nikos – Vocals, Guitars

Fotis – Bass

Basilis Kyp – Drums

 

Tracklist:

01. Casket Entrapment (05:38)      

02. Subconscious Lobotomy (04:08)       

03. Crawling Chaos (06:37)

04. Deathwomb Incubation (05:19)

 

TT: 21:42 Minuten

 

Anspieltipps: Casket Entrapment, Crawling Chaos, Subconscious Lobotomy

 

Checkt GRAVEWARDS auf youtube: 

 

Video zu “Subconscious Lobotomy”:

Timelapse video from creating process on drawing for Gravewards: