GRUESOME - Dimensions Of Horror E.P.

(Realpse Records)

 

GRUESOME = grausam? Allerdings! Auf der neuen E.P. der Florida/California Death Metaller tun sich wahrhaftig Dimensionen des Horrors auf. Es beginnt bei der viel zu dumpfen und eindimensionalen Produktion, die nicht mehr als ein paar nette Riffs und Breaks bereithält, zieht sich weiter über typischen, aber uninspirierten US Death Metal, überwiegend in Bleifußmanier, tausend mal gehört, geht weiter mit nicht sonderlich geistreichen Texten, die gar als frauenfeindlich zu bezeichnen sind und sich ansonsten um Kannibalismus, Horror, Tod, Verstümmelungen und Mord drehen. Na ja, wem's gefällt. Im Jahre 2014 gegründet, nach zwei Demos und einem full-length, legen GRUESMOME mit "Dimensions Of Horror" ihre 6-Track-E.P. nach, an der noch das herausstechendste das Cover von Ed Repka (der u.a. das geniale „Scream Bloody Gore" Cover von DEATH schuf) ist. Das knapp zwanzig minütige Six-Pack wurde von dem US-Vierer selbst produziert und wird unfassbarer Weise zum Preis eines regulären full-length Jewelcase Silberlings angeboten, was den Gesamteindruck zusätzlich enorm schmälert. Es soll eine Hommage an die Gründungsväter des Death Metal DEATH und deren Debüt "Scream Bloody Gore" sein!?! Das ich nicht lache! Es lassen sich gewiss diverse Berührungspunkte zu DEATH ausmachen, aber das Songwriting ist eher schwach und wesentlich unspektakulärer gehalten. Dem Original das Wasser zu reichen gelingt der US-amerikanischen Todesfraktion leider zu keinem einzigen Zeitpunkt. Die Produktion klingt zwar bewusst oldschool, aber auch irgendwie ziemlich grausam, eben wie ein Original aus den 80ern. Ein kaum zu verstehendes Growlgebrummel, langweiliges, zerfahrenes, teils recht monotones Geknüppel, durchwachsenes, sich zu oft wiederholendes Riffing, welches kaum die Kraft aufbringt, den Karren noch irgendwie aus dem Dreck zu hieven. Einzig und allein der vierte Track "Hellbound" kann mich in Ansätzen überzeugen, aber drei, vier coole Passagen machen noch keinen Sommer. Ansonsten hat "Dimensions Of Horror" ein recht ausgedehntes Nervpotential und wandert im Anschluss an mein Review in die runde Ablage. Zum Glück ist die E.P. nur 19:50 Minuten lang, da sie es tatsächlich schafft, bereits innerhalb dieser kurzen Zeitspanne extrem anstrengend zu werden. Das Programm wird einfach viel zu monoton runtergerissen. Die charakterlosen Arrangements stechen leider zu keiner Zeit aus den Unmengen an Outputs heraus. Das ist so mit das denkwürdigste an diesem Output, denn GRUESOME setzen sich aus gestandenen, momentanen und früheren Mitgliedern der Bands DERKÉTA, DIVINE EMPIRE, EXHUMED, MALEVOLENT CREATION, POSSESSED und REPULSION zusammen. Da kann ich ich diesen uninspirierten Diletantismus nicht wirklich nachvollziehen. Sie selbst sagen über sich: "With an all-star lineup and unmatched songwriting skills (hahaha; Anm. d. Verf.), GRUESOME is willing and able to propel the historical sentiment and sincerity of DEATH’s spirit into the present." Unfassbar diese Aussage! GRUESOME sind einfach nur grausam!!!

 

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Meine Wertung: 61/100