IN FURY - In Fury

(Eigenproduktion)

 

Melodic Death Metal Bands sprießen dieser Tage wie Unkraut aus dem Boden. Da haben selbst Bayer/Monsanto mit ihrem Roundup keine Chance mehr. Auch IN FURY haben sich dieser Stilrichtungen verschrieben. Als Nebenprojekt zu FEAR SHALL TORTURE, erblickte das Hannoveraner Duo Mike Seidel (vox., b. / zusätzlich noch Growler bei ORDER TO RUIN) und Steffen Reese (g., d.) im März 2013 das Licht der Welt. Auf dem selbstbetitelten Erstlingswerk „In Fury“, hat man in 50:50 Minuten allerdings mehr gekleckert, als geklotzt. Roher bis nerviger, ungeübt klingender Gesang, welcher mich beim besten Willen nicht überzeugen kann, unterlegt mit mäßigen, unspektakulären Melodien und einem laschen, in den Hintergrund hineinproduzierten Drumsound. Das Ganze obendrein schon 50.000 Mal gehört und das zu allem Unheil auch noch wesentlich besser. Die 13 Tracks (inkl. drei Instrumentals) sind nicht zwangsläufig durch die Bank weg schlecht gespielt, aber doch viel zu ideenlos heruntergerasselt und so plänkelt „In Fury“ wie ein Kahn ohne Steuermann gemächlich vor sich hin. Die Songs zünden zu keinem Zeitpunkt und bleiben auch nicht im Gedächtnis hängen. Ein paar innovativere Ideen und dass die Tracks etwas zu einheitlich rüberkommen, hatte ich bereits bei Mike Seidels Projekt ORDER TO RUIN bemängelt. Hier verhält es ich bedauerlicherweise ganz ähnlich. Aber es kommt noch dicker, denn in meinen Ohren klingt irgendwie alles gleich und mir scheint Mike, mit seinen Growls, in fast jeglicher Situation komplett überfordert. Dass er es besser kann, beweist er leider viel zu selten, wie im zumindest stimmlich einigermaßen ansprechenden „Beyond Our Comprehension“. Warum er das nicht öfter macht, bleibt buchstäblich beyond my comprehension. Für mich ist „In Fury“ nicht mehr als ein fehlgeleiteter Schuss in den Ofen. Hier fehlt es enorm an Coolness und Kaltschnäuzigkeit. Da hat mir noch der zweite Track „Subterrestrial“, wobei es sich hierbei um ein Instrumental handelt, am besten gefallen. Unmöglich für das Zwei-Mann Projekt IN FURY sich gegen die überwiegend starke Konkurrenz hierzulande erfolgreich durchzusetzen. Wer sich von meinem vernichtenden Urteil jedoch nicht so recht überzeugen lassen will: die CD gibt es als limitierte Auflage (100 Exemplare) und als digitalen Download u.a. auf der Bandcamp Seite der Jungs. Ich frag mich derweil, was dieser Output noch länger in meinem Player zu suchen hat und geh ne Runde weiterschlafen.

 

www.facebook.com/in-fury-127148624135897/?fref=ts

 

Meine Wertung: 50/100

 

 

 

IN FURY in der aktuellen Besetzung:

Mike Seidel - Vocals, Bass

Steffen Reese - Guitars, Drums