JÖRG JURETZKA – Taxibar

 

 

Ich liebe diesen trockenen Humor, diese Schlagfertigkeit, diese spritzigen Satzverschachtelungen, die Jörg Juretzka seinem Protagonisten Kristof Kryszinski (Krüschel) in den Mund oder die Hirnwindungen legt. Gosse meats academic style! In seinem mittlerweile elften Fall geht es allerdings etwas rauer und ruppiger zu Sache und der ehemalige Privatdetektiv muss körperlich ganz schön was einstecken, was ihn wohl verbal etwas seltener dazu kommen lässt auszuteilen. Neben der immer wiederkehrenden, unabdingbaren Situationskomik, fließt dieses mal viel Tristesse mit in den Plot. Immer nah dran ist er, der Jörg Juretzka, am harten Alltag im Ruhrpott, dem Schmelztiegel der Verdammten. Der zum Alltag gewordene moralische Verfall auf dem Präsentierteller in und rund um die TaxiBar. Harte Worte, harter Tobak! Die, wie im Vollgasmodus vorgetragene Handlung ist teilweise etwas arg dick aufgetragen. Eine Aktion jagt hier die nächste. Auf knapp 220 Seiten passiert so viel, wie in manchem dicken Wälzer nicht. Zu Anfang wechseln sich zwei Erzählstränge ab, die sich nach und nach aufklären und wieder vereinen. Auch ein paar alte Bekannte sind hier wieder mit von der Partie. Alles in allem liest sich „TaxiBar“ mal wieder locker, lässig durch die Hose!

 

Meine Wertung: 80/100