STEPHEN KING - Todesmarsch

 

Der ungekrönte König des Horror und Psychothriller Stephen King, hat mit „Todesmarsch“ ein utopisches Psychodrama über den Marsch von 100 Jugendlichen geschaffen, den nur einer von ihnen überleben wird. Begleitet von einer Armada der US-Armee, brechen die jungen Menschen jedes Jahr am 01. Mai auf in den, für 99 von ihnen, sicheren Tod. Dem Sieger hingegen offenbart sich eine rosige Zukunft, denn er bekommt alles, was er sich wünscht. Was anfangs eine Art Gameshow-Charakter besitzt (Millionen von Schaulustigen säumen die Straßen und das Fernsehen ist nahezu ganzzeitig zwecks Live-Berichterstattung vor Ort), wird schnell zum bitteren Ernst. Das wird den Protagonisten spätestens in dem Moment klar, als die ersten „roten Karten“ verteilt werden. Die Jugendlichen unterhalten sich während des zermürbenden Marsches über ihre intimsten Gefühle und Ängste, aber auch ihre innigsten Wünsche und Träume, die jedoch zu 99 % unerfüllt bleiben werden. Je weiter der Marsch voranschreitet, desto mehr zeichnen sich aber auch Resignation und Hass als ständige Begleiter der Teilnehmer ab. Ausgelaugt, zermürbt und halluzinierend führen sie ihren Marsch, mit sarkastischem Galgenhumor und der unbeugsamen Gewissheit des Todes im Rücken, unbeirrt fort. Im englischen unter dem Namen „The Long Walk“ erschienen, ist das knapp 360 Seiten zählende Buch nicht unbedingt eines der Meisterwerke des Schreibgenies, aber durchaus lesenswert.

 

Meine Wertung: 75/100

 

www.stephenking.com