MÄHTHRÄSHER - Killing Fields

(Raechords)

 

Thrash/Death Metal/Hardcore/Punk. Das ist doch mal ne Ansage und ein ziemlich geiler Stilmix, möchte man meinen. Ob da was Gescheites bei raus kommen kann? So ganz ernst zu nehmen scheinen sich die Jungbauern aus der ehemaligen Bundeshauptstadt jedenfalls nicht. Nun, gehen wir der Sache mal auf den Grund. Was macht denn eigentlich ein MÄHTHRÄSHER? Er senst alles nieder, was sich ihm in den Weg stellt, zerhäckselt das Ganze, trennt die Spreu vom Weizen, drischt (oder thräsht) das Korn und fährt eine fette Ernte ein. Die vierfach bereifte Landmaschine (mit Stephan am viersaitigen Hordenschüttler, Olli am Dreschaggregat, Peer am sechssaitigen Messerbalken und Pat als stimmliche Haspel) tut exakt das, was sie soll. Den Schwerpunkt dabei ganz klar auf Seiten des Thräsh Metal liegend, fließen im Vocalbereich Death Metal und so ganz generell auch häufig Hardcore, dafür nur vereinzelte Punk Sphären in den MÄHTHRÄSHER Sound ein. Der erdige, überdimensionale oldschool Feldrasierer hat mit seinem knapp 40 Minuten rotierenden Debütalbum „Killing Fields“ den Thräsh Metal sicherlich nicht neu erfunden, dafür aber ein paar starke Ideen eingedroschen. Verrichtet das landwirtschaftliche Aggregat seine Arbeit im ersten Track „Bouncing Powder“ noch etwas mühsam, senst der MÄHTHRÄSHER spätestens mit Beackerung der hardcorelastigen „Killing Fields“ präzise durchs Korn und fährt eine fette Ernte aus Thräsh, Death und Hardcore ein. Hier bleibt kein Quadratmeter unbearbeitet, kein Grashalm verschont, kein Korn ungeerntet. Frei nach ihrem Motto: „Mähthräsh The World!“, bieten die Bonner Agrar Landwirtschaftler zweistimmig vorgetragenen Thräsh/Death mit schönen tiefen Growls und fetzigem Gekreisch. Textlich dreht sich die bunte Mischung um Drogenmissbrauch, die Schwierigkeiten, die das Leben an sich bereithält, Antifaschismus, den Spaß eine Thräshbänd zu gründen, dann aber wieder um Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit. "Killing Fields" ist kein stupide runtergespieltes Programm, sondern roher, dräckiger Thräsh Metal mit Headbanggarantie. Man merkt der erstaunlich guten und sauberen Produktion durchaus an, dass hier keine gestandenen Vollprofis am Werk waren, aber MÄHTHRÄSHER durchpflügen den Acker schon recht amtlich. Das hatte ich in dieser relativ ausgereiften und ausgebufften Art und Weise jetzt nicht unbedingt erwartet. Man arbeitet schon mal mit tief verwurzelten Gitarrenwänden, schrägen Sägezahnriffs, feinen, leider zu selten eingesetzten Gitarrensoli und einer satten, abwechslungsreichen Arbeit am Drumkit. Der zweite Track "Killing Fields" geht von der grooviness schwer Richtung SCHEITAN oder NIGHTTRAIN. Mit dem darauffolgenden deathig angehauchten, ein wenig an LOWBROW erinnernden „Bones“, bringt man den Motor kurzzeitig auf Höchstdrehzahl, lässt ihm aber in ausgedehnten, tiefergestimmten Breaks ausreichend Zeit zum Abkühlen. "Doomblood" hingegen ist eine puristische Thräshnummer, mit ein paar wirklich feinen Riffs. "Facistination" schießt Richtung brauner Gesinnung und birgt neben einer brutalen, aber eingängigen Hookline bestialisch anmutende Vocals. Geile Nummer! Weiter geht es mit "Thräsh Ättäck", welches wohl keiner weiteren Erörterung bedarf. Zum Ende des Erntedankfests „Killing Fields" drehen die Westfalen noch mal so richtig auf, denn das knapp neun minütige "Drowning" fetzt schon echt geil aus den Boxen.

 

 

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