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Streetdate: 06.03.2020 / Fastball Music
Streetdate: 06.03.2020 / Fastball Music

NACHTSCHATTEN - Leuchtfeuer

(Fastball Music)

 

Moderner Melodic Death Metal mit deutschen Texten und elektronischen, wie sinfonischen Einsprengseln wird uns von den 2010 in Karlsruhe gegründeten Totengräbern NACHTSCHATTEN dargeboten. Nach den beiden 2011er Demos "Demo" und "Sommer 2011", sowie ihrer Debüt-Veröffentlichung "Prolog" aus dem Jahr 2015, haben die Baden-Württemberger nun mit "Leuchtfeuer" eine 6-Track-EP am Start. Mit einer Nuance Thrash hier und einigen Elementen Black Metal da, ist "Leuchtfeuer" eine recht durchwachsene und somit nur bedingt gelungene Mischung geworden.

 

Die verständlich prononcierten, hellen und nicht allzu aggressiven Vocals sind eher dem Thrash als dem Death Metal entlehnt. Musikalisch bewegen sich NACHTSCHATTEN jedoch eher in den melodischen Grenzstreifen zwischen Melodic und Modern Death Metal. Trotz 3-stimmiger Gitarrenarbeit lebt das Quintett seine musikalische Bandbreite eher semibrutal aus, was ich persönlich sehr schade finde, denn in diesem Bereich vergeuden die Leichtmatrosen ungenutztes Potenzial. Lediglich bei "Krone der Schöpfung" springen die Jungs kontrastierend zu den gekonnt gezockten melodiösen Leadgitarren-Solo-Bridges über ihren (Nacht-)Schatten. 

NACHTSCHATTEN
NACHTSCHATTEN

Um massenkompatibel zu bleiben, ist der Melodic Death Metal Fünfer selbstredend stets um Eingängigkeit bemüht, was ihm auch mit Leichtigkeit gelingt, aber nicht so wirklich mein Ding ist. Musikalisch professionell und ideenreich sind NACHTSCHATTEN allemal und gerade für die jüngere Klientel sicherlich höchst ansprechend. Das ist wohl kaum von der Hand zu weisen. Aber auch die Refrains schielen mir zu sehr Richtung allgemeiner Konsumverträglichkeit. Bassist und Sänger Daniel Wengle dürfte sein Timbre gerne vielseitiger einsetzen und weit mehr aus sich herauskommen, denn in der dargebrachten Version ist sein Gesang in meinen Ohren weder Fisch noch Fleisch. Das Ganze klingt für mich wie ein leicht abgedroschener Hybrid aus ASENBLUT und IN EXTREMO.

 

Das, ausschließlich in deutsches Sprachgewand gehüllte Textgut bewegt sich oftmals in metaphorisch angehauchten Bereichen, spricht mich aber nicht wirklich an und taugt im Falle von "Verdammnis" gar zum Fremdschämen. Obwohl  musikalisch in Ansätzen als gut befunden, tendiert der Song für mich daher eher in Richtung einer ziemlichen Nullnummer. In diesen Momenten fällt es mir beim besten Willen nicht leicht die Band weiterhin ernst zu nehmen. Das neue Nachtschattengewächs bringt 27:13 Minuten auf die Waage und wurde im Mac Barisch Music Production in Karlsruhe sauber und druckvoll eingezimmert. Die komplette "Leuchtfeuer"-EP könnt ihr euch auf der NACHTSCHATTEN Bandcamp-Seite unter https://nachtschattenmetal.bandcamp.com/album/leuchtfeuer-ep reinziehen. Für Melodic Death Metal Jünger ist "Leuchtfeuer" sicherlich ein gefundenes Fressen, für meine Begriffe geht die 6-Track-EP jedoch maximal als ganz nettes Amuse-Gueule aus dem Hause NACHTSCHATTEN durch.

 

http://nachtschatten.org/

https://www.facebook.com/nachtschattenofficial

 

LACK OF LIES - Wertung: 71/100

 

NACHTSCHATTEN in der "Leuchtfeuer" Besetzung:

Daniel Wengle - Bass, Vocals

Dennis Blaser - Guitars

Dr. Matthias Eing - Guitars

Andreas Siefert - Guitars

Pascal Fitterer - Drums

 

Tracklist:

01. Verspiegelte Gläser (04:25)

02. Denkmal (05:19)       

03. Krone der Schöpfung (04:28)      

04. Verdammnis (04:33)

05. Leuchtfeuer (04:21)  

06. Stählerne Göttin (04:07)         

    

TT: 27:13 Minuten

 

Anspieltipps: Krone der Schöpfung; Leuchtfeuer

 

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Verspiegelte Gläser: