Streetdate: 22.03.2019 / F.D.A. Records
Streetdate: 22.03.2019 / F.D.A. Records

OBSCURE INFINITY - Into The Vortex Of Obscurity

(F.D.A. Records)

 

Mit "Into The Vortex Of Obscurity" hauen die Thrash'n'Roll Deather OBSCURE INFINITY aus dem Westerwald heuer ihr viertes Melodic Groove Monster raus. Die Rheinland-Pfälzer Todescombo, die seit 2007 im Old School Bereich ihre Kreise zieht und sich nach einem Song von GRAVEs' 1991er "Into The Grave" Album benannte, erinnert nicht zuletzt aufgrund des kräftigen, gutturalen Todesgegrunzes von Mikrophonmembran-Killer und Gründungsmitglied Jules, sowie den eingängigen Melodiebögen der zweistimmigen Gitarren her, ein wenig an ältere AMON AMARTH Stücke. Und auch wenn die acht neuen Songs, die "Into The Vortex Of Obscurity" für das Auditorium bereithält, bei weitem nicht so hymnisch oder kriegerisch klingen, wie die neueren Kompositionen der schwedischen Death Metal Institution, ist das brachial euphonische Soundgeflecht der Pfälzer umfangreicher ausstaffiert, dabei aber nicht minder catchy gehalten. Stilwechsel sind bei OBSCURE INFINITY an der Tagesordnung und machen eine Beschreibung des Dargebotenen nicht immer ganz einfach. Aber sehen wir mal, was sich machen lässt...!

© OBSCURE INFINITY
© OBSCURE INFINITY

Die filigranen, bisweilen psychoaktiv erscheinenden Soli und die traditionell gehaltenen Melodien der beiden Gitarristen Sascha und Stefan (ebenfalls Gründungsmitglied), wobei letzterer auf OBSCURE INFINITY 4.0 auch die Bassaxt schwang, transportieren Emotionen und sorgen durch Einfallsreichtum, sowie facettenreiche Wechsel innerhalb der einzelnen Songs für die nötige Kurzweil. In den Geschwindigkeiten recht variabel und technisch versiert, aber nur in Ausnahmefällen progressiv, grooven sich OBSCURE INFINITY 40:45 Minuten lang durchs Gebälk. Zum größten Teil thrashig, ein manches Mal gar doomig anmutend, kommt das Death Metal Foursome mit seinem monströsen, dunklen Death Growling generell eher grimmig auf den Punkt, bindet dabei aber viele klassisch gehaltene und facettenreich ausgestaltete Passagen ein. Das ganze stets stimmig und passgenau. Die sprunghafte, anspruchsvolle Polyrhythmik von Pascal ballert und groovt wie Sau. Es ist wirklich schier unglaublich, welch unaufdringliche Fülle an Details OBSCURE INFINITY aus ihren Instrumenten herausholen.

© OBSCURE INFINITY
© OBSCURE INFINITY

Gerade beim komplexen, äußerst variablen, dämonisch eloquenten und richtig geil besungenen Ausstiegssong mit Überlänge "Swallowed by Time and Darkness" (09:02 Minuten), läuft es einem eiskalt den Rücken runter. Hier passt sich nicht die Geschwindigkeit an die Situation an, sondern die Situation an die Geschwindigkeit. Auch die kurze Erhebung des verzweifelt anklagenden Klargesangs beim fünften Track "Lightning Spear (A Forlorn Wanderer Part II)", der ebenfalls mit einer beachtlichen Lauflänge von 08;04 Minuten zu Buche schlägt, ist durchaus passend gewählt. Front-Kampfsau Jules dürfte in diesem Falle bei den cleanen Vocals aber gerne eine Nuance professioneller erscheinen. Die Wahl der zweistimmigen Vocalparts passt hier allerdings wiederum wie die Faust aufs Auge. Textlich befasst sich die Rheinland-Pfälzer Death/Thrash Maschine mit den Themenbereichen Kosmos, Nihilismus, Dystopie, Kälte, Winter und Tod. Geschmiedet wurde das heiße Eisen von Oktober 2017 bis Mai 2018 im Soundlodge Tonstudio zu Rhauderfehn in Ostfriesland. Studiogründer und Sounddesigner Jörg Uken kümmerte sich hier nicht nur um die Aufnahmen, sondern auch um den druckvollen Mix und das Mastering. "Into The Vortex Of Obscurity" ist fetziger Death/Thrash, der trotz seiner melodischen Auslegung stets fest in der Tradition der klassischen Old School Soundlandschaften verwurzelt bleibt und dabei aufzeigt, dass dieses Genre noch immer durch markante Ideen geistreich aufgefrischt werden kann.

 

https://de-de.facebook.com/obscureinfinitygermany/

 

Meine Wertung: 86/100

 

OBSCURE INFINITY in der "Into The Vortex Of Obscurity" Besetzung:

Jules - Vocals 

Sascha - Guitars 

Stefan - Guitars, Bass

Pascal - Drums

 

Tracklist:

01. Embrace Obscurity (03:43) 

02. A Cosmic Disgrace (05:21) 

03. Grotesque Face (04:53) 

04. Invoke Deliverance (04:28) 

05. Lightning Spear (A Forlorn Wanderer Part II) (08:14) 

06. Void of the Soul (03:58) 

07. Withering Starseed Under the Cosmic Vault (01:06) 

08. Swallowed by Time and Darkness (09:02) 

 

TT: 40:45 Minuten

 

Anspieltipps: Swallowed by Time and Darkness, Grotesque Face, Invoke Deliverance, Lightning Spear (A Forlorn Wanderer Part II)

 

Grotesque Face (Track Video):

 

Cosmic Disgrace (Track Video):