Streetdate: 24.02.2017
Streetdate: 24.02.2017

SINISTER - Syncretsim

(Massacre Records)

 

Mit einer satten Metalwalze planiert die niederländische Todesbatterie SINISTER das Land. Auf ihrem 13. Kreissägenblatt „Syncretsim” frönen sie, wie eh und je, dem schnörkellosen Hybrid aus Oldschool US Death Metal und Schwedentod der alten Schule. Mit dem dämonisch dunklen, leicht heiseren Todesgegrunze von Fronter Adrie Kloosterwaard, das man ab und an mit Hall oder zusätzlichen Gesangspuren im bestialischem, ketzerischen Knuspermantel unterlegt hat (um es dadurch voluminöser zu gestalten), sowie der ausgereiften und technisch hochwertigen Gitarrenarbeit der beiden Saiteninstrumentalisten Bastiaan Brussaard und Dennis Hartog, die sich perfekt um die vorgegebenen Geschwindigkeitsanpassungen legt, zelebrieren SINISTER ihren pure fucking Death Metal. Einzig und allein die paar wenigen, wirklich dezent gesetzten orchestralen und choralen Parts oder die auch mal leicht ins orientalische abdriftenden Anklänge des extravaganten Gitarrenspiels, weichen etwas von der Norm ab. Das erscheint aber zum einen durchaus legitim, zum anderen erhält das Soundgefüge dadurch zusätzlich Frische und Kurzweil. Von giftig brachial, über groovy bis düster bedrohlich ist hier alles vertreten.

 

Die technischen Hilfsmittel haben also auch vor dem modernen SINISTER Sound nicht halt gemacht. Diese wirken allerdings keinesfalls störend oder gar verspielt, vielmehr unterstützen und prononcieren sie den sinisteren Grundgedanke der Totengräber aus Schiedam. Der abwechslungsreiche Höllenritt erstreckt sich über die komplette Geschwindigkeitsskala, wobei Drummer Toep Duin oftmals den Highspeedblastbeats frönt, aber auch mit gediegeneren Parts punkten kann. Es gibt somit auch immer Mal wieder kleinere, erholsame Breaks, die sich im mittleren Bereich der Geschwindigkeitsskala einpendeln. Dazu werden schon mal schräge, disharmonische Passagen kredenzt. Nicht zuletzt durch die permanent angerissenen, wuchtigen Gitarren und die vielseitig auf die Felle gedroschenen Drumrhythmen metamorphiert das musikalische Grundgerüst zu einem technisch anspruchsvoll, differenziert und akzentuiert gespielten, raumfüllenden Breitwandsound. So sollte gut durchdachter und astrein arrangierter, traditionell gezockter Death Metal anno 2017 aus den Speakern föhnen.

In der normalen Version enthält das 13. Studioalbum der niederländischen Death Metaller „Syncrestism“ neun Tracks, die den Sand in 48:19 Minuten durch das Stundenglas sickern lassen. Auf das Digipak hat man mit „Unhallowed Blood“ noch einen Bonustrack draufgepackt, der mir hier zu Besprechung leider nicht vorliegt. Aufgenommen, gemischt und gemastert wurde das neue Material von Jörg Uken im Soundlodge Studio, dem man nun seit sechs Jahren die Treue hält. Das coole und ansprechende Coverartwork, welches das Soundspektrum von SINISTER, die bald 30 Jahre um den Erdball tingeln, perfekt inin Szene setzt, stammt von Alex Tartsus (AFTERBURNER, DEMONSEED, MY FUNERAL etc.).

www.facebook.com/SinisterOfficial

 

Meine Wertung: 85/100

 

SINISTER in der aktuellen Besetzung:

Adrie Kloosterwaard – Vocals

Bastiaan Brussaard – Gitarre

Dennis Hartog – Gitarre

Ricardo Falcon – Bass

Toep Duin – Drums

 

Tracklist:

1. Neurophobic 05:44  

2. Convulsion of Christ 05:38        

3. Blood Soaked Domain 06:28      

4. Dominance by Acquisition 05:18  

5. Syncretism 05:24     

6. Black Slithering Mass 03:42       

7. Rite of the Blood Eagle 05:58     

8. The Canonical Rights 03:57       

9. Confession Before Slaughter 06:07      

 

TT: 48:19 Minuten