THRONE OF HERESY - Antioch

(The Sign Records)

 

Linköping, im August 2009. Es formieren sich fünf Mitglieder der Bands ABSCESSION, KING OF ASGARD, SPIRITUS SANCTI und CEREMONIAL EXECUTION zu einem bärbeißigen, düsteren Death Metal Ketzer Namens THRONE OF HERESY. Mit ihrem nunmehr zweiten Studioeisen "Antioch" brennen die Schweden ein 41:46 minütiges Feuerwerk ab. Das Material geht dabei grob Richtung AMON AMARTH , DIES IRAE, VADER oder KRISIUN. Textlich dreht es sich hauptsächlich um dystopische, post-apokalyptische Szenerien, kritisches gegen die Kirche, Morde, Krieg, den Tod und Figuren aus alten Mythen, wie beispielsweise H.P. Lovecrafts 'Cthulhu'-Mythos. Die Vocals von Frontsau Thomas Clifford, der sein Organ überwiegend AMON AMARTH bis GRAVE-lastig einsetzt, sind sauber in die Instrumentalsektion eingebettet. Aber auch Mathias Westman, der sich an den Fellen austoben darf oder auch die beiden E-Klampfenzupfer Tomas Göransson, Michael Edström, sowie Bassist Björn Ahlqvist leisten saubere Arbeit an ihren Instrumenten. Dunklen, leicht oldschool lastigen Death Metal, mächtig bis brutal, dramatisch bis alarmierend, überwiegend im mid- bis uptempo Bereich angesiedelt, haben die Skandinavier auf ihren 10 Track Digipak, mit dem schlichten aber coolen Cover gebannt. Ausflüge in etwas sanftere und gediegenere Gefilde werden aber auch nicht selten gewagt, was das musikalische Gesamtkonzept etwas entzerrt und mehr Raum für Divergenzen lässt. Das Hauptaugenmerk ganz klar auf den Death Metal gelegt, geht man aber auch mal fetzig bis trashig zu Werke und bedient sich darüber hinaus auch mal des Stilmittels Black Metal. Die musikalische Ausrichtung, die sich keinesfalls hinter den zuvor genannten Bands verstecken muss, klingt schon sehr, sehr erwachsen. THRONE OF HERESY’s raumfüllende, einnehmende straight in ya face Musik lässt dabei aber auch das Melodiöse keineswegs außen vor. Gesignt wurden die Skandinavier von dem neu aus dem Boden gestampften Label 'The Sign Records'. Für die saubere, druckvolle Produktion, die keinerlei Wünsche offen lässt, zeichnete sich Magnus "Devo" Andersson (MARDUK, PAIN) verantwortlich. Fans von AMON AMARTH , DIES IRAE, VADER, KRISIUN oder GRAVE  sollten hier in jedem Fall ein Ohr riskieren. Es dürfte sich durchaus lohnen. Als Anspieltipps würde ich das, an AMON AMARTH erinnernde "Nemesis Rising", das mächtige, GRAVE ähnelnde und trotz vergleichsweise lässiger Slowmotion richtig druckvolle „Blood Sacrifice“, sowie den obergeil in Szene gesetzten neunten Track „Souls for the Sepulchre“, der mir im Übrigen am besten gefallen hat, empfehlen.

 

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Meine Wertung: 82/100