Streetdate: 29.09.2017 / Trollzorn Records
Streetdate: 29.09.2017 / Trollzorn Records

THYRGRIM - Vermächtnis

(Trollzorn Records)

 

Die fleißigen Black Metaller THYRGRIM aus Oberhausen in Nordrhein-Westfalen liefern in aller Regelmäßigkeit - so alle zwei bis drei Jahre - neues Material ab. Mit „Vermächtnis“ haben die Schwarzkittel aus dem Ruhrgebiet ihren bis dato sechsten Output am Start. Von 2004-2005 noch als KÄLTETOT agierend, hatte das einstige Trio 2005 mit THYRGRIM einen passenden Namen für seinen von der Natur, dem Winter, dem Hass und der Kälte inspirierten Schwarzmetall gefunden. Schnell, thrashig und druckvoll ist nun auch das „Vermächtnis“ geworden. Mit many many Blastbeats gespickt, kommt der straighte Black Metal in deutschem Textgewand ohne großartigen Schnickschnack aus und springt sofort in die Puschen. Die, indes zum Session-Quintett avancierten THYRGRIM fühlen sich aber auch in gediegeneren Tempi zu Hause, was mir persönlich sogar noch besser gefällt, da man hier sogar so etwas wie Atmosphäre zu verspüren vermag. Kains‘ Kreischgesang legt sich wie eine trockene, finstere Kälte um die klassischen Black Metal Sequenzen. Er dürfte sein exaltiertes Organ aber gerne auch etwas variabler einsetzen, um dadurch nicht so gleichförmig und farblos zu erscheinen.

Das 55:02 Minuten rotierende „Vermächtnis“ wurde von Andy Classen im Stage One Studio produziert. Dieser hat die elf neuen Tracks in ein stattliches und würdiges Soundgewand gehüllt. Roh, erdig, klinisch und nicht zu kalt. Die Musik soll laut Aussage der THYRGRIM Mitglieder die Ur-Emotionen wie Hass, Leere, Zorn, Trauer und Depression aus den tiefsten Abgründen der menschlichen Seele heraufbeschwören und in ihrer rauen, bösen und ungeschönten Fratze darstellen. Man hat nicht vor den Black Metal neu zu erfinden und greift lieber auf altbewährtes zurück, was ja auch durchaus Sinn macht, aber eben auch nichts Weltbewegendes oder gar Neues zu Tage fördert. „Vermächtnis“ ist ein Album geworden, das ein paar nette Ideen und recht eingängige Melodien zu bieten hat. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Das nicht immer zu verstehende deutsche Textgut, das von Gitarrist und Sänger Kain stets inbrünstig herausgekrischen wird, kann in dem beigefügten Booklet mitgelesen oder gerne auch mitgekrischen werden. „Vermächtnis“ ist in meinen Ohren ein Oldschool Black Metal Album ohne weiteren Tiefgang geworden, das lediglich für eingefleischte Fans des Genres weiterzuempfehlen ist, die so gut wie alles daraus verschlingen.

 

https://de-de.facebook.com/Thyrgrim/

 

Meine Wertung: 77/100

 

THYRGRIM in der aktuellen Besetzung:

Kain – Guitar, Vocals

Berath – Bass

Irrsinn – Guitar

Morbus – Session Guitar

Marius “Non Serviam” Berendsen – Session Drums

Tracklist:

1. Die Heilung dieser Welt (03:52)  

2. Frühlingsdämmerung (04:40)     

3. Die ewige Suche (06:37)    

4. Das Dunkel meiner Seele (05:52)

5. Ich sehe euch brennen (03:40)     

6. Sklaven eines toten Gottes (03:35)      

7. Pfade der Vergänglichkeit (04:48)        

8. Gefangen im Wandel (05:39)      

9. Sterbend 3 (06:55)   

10. Das Ende einer Reise (07:00)    

11. Offenbarung (02:24)        

 

TT: 55:02 Minuten


Anspieltipps: Die Heilung dieser Welt; Ich sehe euch brennen; Sterbend 3