CHARLES TODD - Kalte Hölle

 

Nordengland kurz nach dem ersten Weltkrieg. In dem kleinen, verschneiten Örtchen Urskdale, wird im tiefsten Winter eine ganze Familie ermordet auf ihrem Hof aufgefunden. Einziger Überlebender, der zehnjährige Sohn der Familie. Er ist nun auf der Flucht. Hat er den Mörder gesehen und vor allem, hat der Mörder ihn gesehen oder war es am Ende etwa er selbst gewesen, der diese schreckliche Tat begangen hatte? Inspector Rutledge vom Scottland Yard erhält den Auftrag, sich der Sache anzunehmen und steht zunächst vor einem Rätsel. Die introvertierte, verschlossene, ja fast schon reservierte Haltung der Bewohner der kleinen Ortschaft, ist Rutledge weder willkommen, noch eine große Hilfe für ihn. Niemand will etwas gehört oder gesehen haben, was allerdings aufgrund der Entfernungen zwischen den einzelnen Gehöften nicht weiter verwunderlich erscheint. Tagelang machen sich Suchtrupps auf den Weg, um den Jungen, trotz der klirrenden Kälte und der immer weiter voranschreitenden Zeit, vielleicht doch noch lebend zu bergen. Auch sein leiblicher Vater, sowie die Tante des Jungen machen sich auf die Suche und dabei auch immer wieder verdächtig. Als Rutledge letztlich und mit völliger Absicht die falsche Person inhaftiert, kommt der Stein erst richtig ins Rollen und neue Möglichkeiten eröffnen sich für seine Ermittlungen. Die Erzählweise, des knapp 400-seitigen „Kalte Hölle“ zieht sich leider stellenweise arg in die Länge, was den Spannungsbogen der ersten 200 Seiten auf niedriges Niveau drückt. Auch die Zwangsneurose oder Schützengrabenneurose des Inspectors, die sich in Form einer inneren Stimme stets als sein im Krieg gefallenen Kameraden „Hamish“ offenbarte, halte ich eher für unpassend. Eine gewisse, ansprechende Atmosphäre möchte ich dem eigenständigen, siebten Werk, der Inspector Rutledge-Reihe jedoch keinesfalls absprechen. Hinter dem Pseudonym Charles Todd, verbirgt sich übrigens Charles und seine Mutter Caroline, die beide zu gleichen Teilen an den entsprechenden Werken arbeiten.

 

Meine Wertung: 70/100

 

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