JAMES TWINING - Die schwarze Sonne

 

Der zweite Roman von James Twining „Die schwarze Sonne“ erinnert zwar stark an den Aufbau von Romanen, wie Sakrileg oder Illuminati, reicht aber leider nicht ganz an selbige heran. Etwas zu klischeebehaftet stellt sich der Nachfolgeroman von „Der letzte Coup“ dar. Im Stile eines James Bond jagt der Ex-Kunstdieb und heutige Sicherheitsexperte Tom Kirk durch den halben Kontinent, um einer geheimen Verschwörung aus dem zweiten Weltkrieg auf die Schliche zu kommen. Dabei begibt er sich nicht selten in tödliche Gefahr. Drei scheinbar unzusammenhängende Verbrechen stellen Tom, sowie seine Kollegen Archie und Dominique immer wieder vor neue Rätsel. In London wird ein Mann in seinem Krankenbett ermordet, aus dem Museum der NSA in Ford Meade wird eine Enigma-Codemaschine aus dem zweiten Weltkrieg und in Prag ein scheinbar wertloses Gemälde aus einer Synagoge gestohlen. Der rasante, actionreiche Plot ist stets flüssig geschrieben und lässt kaum Zeit für Langeweile. Ab und an werden auch durchaus interessante Fakten, die man als Deutscher allerdings mitunter zu seinem Wissensstand zählen dürfte, mit fiktionalen Einflechtungen vermengt, was dem Buch eine zusätzlich spannende Note verleiht. Die Charaktere sind recht gut gezeichnet, so dass man sich recht schnell mit ihnen identifizieren, bzw. anfreunden kann. Lediglich die Person Viktor ist ein wenig zu überzeichnet und wirkt somit zeitweise etwas zu sehr gekünstelt. Für meinen Geschmack enthält „Die schwarze Sonne“ allerdings fast schon zu viele Zufälle und Ungereimtheiten, die das Lesevergnügen leider ein klein wenig zu trüben vermögen. Positiv anzumerken wäre zum Schluss allerdings noch die unvorhersehbare Wendung, die der etwas über 400-seitige Roman in den letzten Kapiteln bereit hält.

 

 

Meine Wertung: 75/100

 

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