WARPATH - Bullets For A Desert Session
Streetdate: 03.02.2017

WARPATH - Bullets For A Desert Session

(Massacre Records)

 

Knappe zwanzig Jahre lang war es ruhig auf dem Hamburger Kriegspfad. Nun braut sich wieder gehörig was zusammen über Deutschlands Norden. Die Thrash Metal Mean Machine WARPATH, die im Jahre 1991 ihre ersten Gehversuche unternahm, konnte sich damals gerade mal fünf Jahre lang auf den Beinen halten. Im Spätsommer 2014 reanimierten die Jungs von der Waterkant ihr Baby und setzten mit ihrem fünften, wuchtigen, tiefergestimmten Old School Thrash Release eine eigene, unverkennbare Duftmarke mit hohem Wiedererkennungswert.

 

Stürmische Zeiten sind angebrochen, denn mit der dunkel grollenden, rauchverhangenen und oberst lässigen Gesangsperformance von Frontsau Dirk "Dicker" Weiss (u.a. ex-RICHTHOFEN), dem leichten Hardcore Einschlag, Flint Razorheads schweren, tiefer gestimmten Gitarren, dem verzerrten, omnipräsenten Tieftöner von Sören Meyer, der in der Lage ist, mit seinem Bass einen mittleren Tsunami auszulösen, sowie der abwechslungsreich groovenden Schlagzeugarbeit von Norman Rieck, legen WARPATH die Tatsachen auf den Tisch und bringen ihre musikalische Ausrichtung straight und schnörkellos auf den Punkt. Richtig gut, dass der ehemalige Sänger Dirk Weiss wieder mit von der Partie ist, denn dieser setzt mit seinen räudigen Vocals einen klaren Schwerpunkt neben den fiesen, wuchtigen Riffs, einigen Nebelschwaden Rock'n'Roll und den hauchzarten Tröpfchen Doom und Death Metal, die immer mal wieder in das anhaltende Stahlgewitter hinein nieseln. Die Jungs hat der Zahn der Zeit, mit all seinen Witterungsbedingungen, zumindest was die musikalische Seite anbetrifft, kaum korrodiert. 

WARPATH haben immer noch gewaltig Feuer unterm Arsch, klingen dabei wie ein rauer, rücksichtsloser Sturm und bleiben von vorne bis hinten absolut authentisch. Das Quartett kann durchaus mal ein wenig schneller abgehen, hält sich aber häufig rund um den Midtempobereich auf oder nimmt, wie bei dem genialen Doom Thrasher „Believe“, schon mal gänzlich den Fuß vom Gas und haut so einen Brecher nach dem anderen raus. Auch der Übertrack „When War Begins“ demonstriert diese doomigen Wellenbrecher auf beeindruckende Weise. Dann geht es mit „Unseen Eenemy“ aber zurück auf die Gerade und das Gaspedal wird wieder bis zum Bodenblech durchgetreten und klingt dabei, wie ein alter Hit von TESTAMENT, mit ein bisschen D.R.I. und SACRED REICH. Mit „No One Can Kill Us” geht es in unbeirrbarer Geschwindigkeit weiter. Lediglich im Zwischenpart sorgt man für eine längere Verschnaufpause. „Crossing” hingegen besticht mit seiner zähen Gothic/Doom/Thrash Attitüde, erinnert mit Dickers dunkler, kraftvoller Stimmfarbe in Auszügen an Pete O’ Steele (TYPE O NEGATIVE) oder auch Michelle Darkness (END OF GREEN), wird dann aber schnell wieder etwas härter und rauer. Lediglich der achte Track „Offensive Behaviour (Born To Be Real)“ hat mich nicht ganz so vom Hocker gerissen, aber das ist Meckern auf brutal hohem Niveau und verhagelt WARPATH keineswegs die durchweg positive Bilanz. Man lausche nur mal dem obergeilen Refrain zum ultragenialen Track „God Is Dead“...they find his body with my hammer in his head…da läuft es mir heiß und kalt den Rücken runter. Sehr geil das!

 

Für mich stellt „Bullets For A Desert Session“ den besten Thrash Auswurf seit langem dar. Obschon SODOM, sowie TESTAMENT kürzlich klasse Alben abgeliefert haben, gefällt mir das neue WARPATH Album, das in der Normalversion insgesamt 12 Tracks und 61:14 Minuten bietet, sogar noch wesentlich besser als die letzten Outputs der vorgenannten Bands. Auf dem Digipak gibt es mit Live Versionen des zweiten und dritten Tracks „I Don't Care“, bzw. „Believe“ zwei zusätzliche Boni, die das heiße Teil auf 72:17 Minuten aufpumpen. Für mich ist „Bullets For A Desert Session“, das am 03.02.2017 erscheinen wird, schon jetzt ein Klassiker und ein absolutes Highlight für 2017. Mit WARPATH fängt das neue Jahr schon mal so richtig gut an!

 

www.facebook.com/WarpathHamburg

 

Meine Wertung: 90/100

 

WARPATH in der aktuellen Besetzung:

Dirk "Dicker" Weiss – Vocals

Flint Razorhead – Guitars

Sören Meyer – Bass

Norman Rieck – Drums

 

Hier geht es zum WARPATH Interview:

Tracklist:

1. Reborn

2. I Don't Care

3. Believe

4. When War Begins

5. Unseen Enemy

6. No One Can Kill Us

7. Crossing

8. Offensive Behaviour (Born To Be Real)

9. God Is Dead

10. No More Time To Bleed (Thrashunion)

11. The Liar Knows The Truth

12. Bullets For A Desert Session

13. I Don't Care (Live) [Digipak Bonus]

14. Believe (Live) [Digipak Bonus]