Streetdate: 20.01.2017
Streetdate: 20.01.2017

WOUND - Engrained

(F.D.A. Rekotz)

 

Mit einer, stellenweise leicht breiigen (Underground-)Aufnahme kommen die deutschen Schwarzkittel WOUND um die Ecke. Ihr zweites Album „Engrained“ ist von der Produktion her leider etwas suboptimal ausbalancierte und fabriziert anfangs einen etwas undurchdringlichen Soundwust. Das ändert sich aber entweder mit Fortschreiten des Albums ein wenig oder man gewöhnt sich schlicht und einfach daran. Ihr Zweitwerk hätte gerne auch etwas differenzierter rüberkommen können, was WOUND anscheinend aber weder beabsichtigt, noch gewollt haben. Auch der Drumsound des wüsten Materials hätte gerne wuchtiger sein dürfen. Für den Stilmix aus überwiegend traditionell belassenem und straightem Black Metal, den die Wiesbadener mit einer gehörigen Portion Death Metal abgerundet haben, scheint die Aufnahme aber angepasst und kommt fast gänzlich ohne Hinzunahme von atmosphärischen Hilfsmitteln aus.

 

Dass der Gesang schon mal mehrstimmig performt wird, weitet die gesangliche Bandbreite natürlich aus, obschon der gutturale, heisere Kreischgesang gegenüber dem rauchig, heiseren Growling über 90% der gesamten Gesangsarbeit übernimmt. Das hätte man gerne öfter oder durchgängiger machen dürfen. Drummer Lexow erzeugt mit seiner wütenden Felldrescherei ein richtiges Inferno und breitet auf „Engrained“ so einige Blastbeatsoundteppiche aus. Das hessische Black/Death Quintett kann aber auch mal Ruhepole anfahren und bietet durchaus interessante und vielseitige Ideen, die allerdings nicht immer konsequent genug durchgezogen werden oder sich in manchen Passagen gar unpassend ausnehmen. Man möge mich bitte nicht falsch verstehen, denn das dargebrachte Material hat durchaus Potential, müsste meiner bescheidenen Meinung nach aber ereignisreicher und kurzweiliger arrangiert werden, um dadurch ausgefeilter rüberzukommen. Ansonsten ist der Soundmix in seiner Gesamtheit eher unspektakulär und einförmig, kann aber neben furiosem Drumgeballer durchaus auch mal groovy daherkommen. Auch stinknormale Heavy Metal Anleihen, die allerdings etwas härter gezockt sind, hat man in seine musikalische Struktur eingebaut.

 

Dass die Jungs was drauf haben steht wohl außer Frage, dafür spielen sie das Ganze aber leider viel zu durchwachsen, uninspiriert und gelangweilt runter. Mir fehlt einfach der gewisse Kick und der unverzichtbare, enthusiastische Spielwitz. Deswegen läuft sich „Engrained“ auf Dauer auch leider viel zu schnell tot. Lediglich die Akustikfraktion kann mich stellenweise überzeugen, nicht aber die oftmals zu sehr im Hintergrund versauernden Vocals von Frontkehle Schettler. Aufgrund der angesprochenen, negativen Aspekte im WOUND Sound, erscheint mir „Engrained“ leider noch etwas unausgegoren. Aber auch das zweite Studio-Langeisen, das mit einem 12-seitige Booklet inkl. Texte ausgestattet wurde, wird wieder einige Anhänger finden, geht meiner Meinung nach aber doch eher an dem Wust der weitaus besseren Veröffentlichungen gnadenlos zu Grunde.

 

www.facebook.com/wound.deathmetal

 

Meine Wertung: 78/100

 

WOUND in der aktuellen Besetzung:

Schettler – Vocals

Friederichs – Guitar

Last – Guitar

Alex Schulz – Bass

Lexow – Drums

 

Tracklist:

1. I Am Havoc (06:37)

2. The Gateway to Madness (05:51)

3. Thy Wrath and Fire (05:18)

4. Morbid Paradigm (04:08)

5. Carrion (03:27)

6. Of Non Serviam (05:01)

7. The Plague (04:10)

8. Engrained (12:25)

 

TT: 46:57 Minuten

 

WOUND Live-Dates 2017: