Streetdate: 04.11.2016
Streetdate: 04.11.2016

XTERNITY - From Endless Depravity

(Aural Attack Productions)

 

Nach dem, 2015 erschienenen Debüt „Expulsion Into Depth“, ist „From Endless Depravity“ nunmehr das zweite Studiorund aus dem Hause XTERNITY. Vorab hat man in den Jahren 2013 und 2014 bereits ein Demo und eine EP publiziert. Der Black/Death/Thrash Metal Fünfer aus Gronau und Münster in Nordrhein-Westfalen, der dieser Tage sein fünfjähriges Bandbestehen feiert, liefert zweistimmigen, ansprechenden und fetzigen Oldschool Black Metal, der mit den vorgenannten Features garniert wird. Frontkeifer Milan Sikorski, der seit 2014 fester Bestandteil der Band ist, setzt seinen angepissten, ketzerischen Kreischgesang in ein variables Zwiegespräch mit seinen Black/Death Growls und bringt nicht zuletzt dadurch eine ganz besondere Würze in den Gesamtsound ein.

 

Angepriesen wird „From Endless Depravity” als ein, knapp über 48 Minuten und insgesamt zehn Tracks umfassendes Album, inklusive einem 12-seitigen Booklet mit allen Texten. Mir liegt jedoch eine Version mit einem zusätzlichen, elften Track und einer Gesamtlauflänge von 50:54 Minuten vor. Infos hierüber habe ich lediglich auf der Seite des Labels Aural Attack finden können. Hier ist die Brutal Death Metal Nummer als „Hidden Track“ angegeben, der mir persönlich äußerst gut reingeht und keinerlei Leerlaufzeit zwischen Track zehn und elf herausschindet. Daneben sticht meiner Meinung nach zusätzlich der drumtechnisch pumpende, gitarrenseitig heulende und grob Richtung ältere EISREGEN gehende - vielleicht weil mit deutschen Texten versehene - Track „Das Menschenvolk“ ganz klar hervor. Auch die schleppende, achte Nummer „Gilles De Rais“, über den französischen Heerführer, der sich als Folterer, Kindermörder und brutaler Sadist den Annalen der Geschichtsschreibung aufnötigte, ist mit ihrer richtig schön schranzigen Riffmauer ein weiteres Highlight des Albums.

 

Die westfälischen Totengräber XTERNITY verstehen sich auf stampfendes, pumpendes Drumming, passendes Riffing, starke Soli, mit sauber arrangierten und platzierten Breaks, wechseln die Geschwindigkeiten innerhalb der Tracks recht häufig, kommen aber fast gänzlich ohne Blastbeatattacken aus. Ihr ansprechender, eingängiger, teils gar melodischer Stilmix ist zumeist im Mid- bis Uptempo angesiedelt. Den letzten Feinschliff verpasste dem, meiner Meinung nach allerdings, vielleicht eine Nuance zu hell aufgenommenen „From Endless Depravity“, kein geringerer als Andy Classen (BELPHEGOR, DESTRUCTION, GRAVEWORM, KRISIUN, TANKARD) im Stage One Studio. Das Album klingt dadurch natürlich schön Old School, wie es von eingefleischten Black Metallern bevorzugt wird. Die Produktion geht so auch völlig in Ordnung, da alle Instrumente und der Gesang sauber aufeinander abgestimmt wurden, was wiederum für modernen Sound spricht. Es ist eine gelungene Gratwanderung dieser beiden Richtungen, die authentisch, ehrlich und böse, dabei alles andere als Underground ist, aber an erlesener Stelle gerne sogar noch einen Zacken fieser und böser hätte sein dürfen. Die Jungs verstehen sich darauf gute und variable Songs zu schreiben, kommen ohne elektronische Spielereien aus und verstehen ihr Handwerk. XTERNITY selbst bezeichnen „From Endless Depravity“ übrigens als ein Konzeptalbum über das Scheitern der Menschheit, anhand unvorteilhafter historischer Ereignisse, von denen es in der Menschheitsgeschichte ja doch so einige hat.

 

www.facebook.com/xternitymetal

 

Meine Wertung: 83/100

 

XTERNITY in der aktuellen Besetzung:

Milan Sikorski – Vocas

Simon Wiedenhöft – Guitar

Sven Strefel – Guitar

Sven Epping – Drums

Thorben Franke – Bass

Tracklist:

1. Invasion ` 44

2. Necromantic Prophecy

3. Black Stars Paled Stripes

4. Spear Behind Disguise

5. Das Menschenvolk

6. From Endless Depravity

7. Gods Of Greed

8. Gilles De Rais

9. Kingdom Come`s Slavery

10. In Callousness We Rot

11. Hidden Track