KHEMMIS - Deceiver

Nuclear Blast

- viertes Meisterwerk der Progressive Doom Metaller aus Denver, Colorado -


KHEMMIS - Deceiver
VÖ: 19.11.2021 / Nuclear Blast

Einer der interessantesten Doom Metal Vertreter derzeit sind KHEMMIS aus Denver, der Hauptstadt und bevölkerungsreichsten Stadt des US-Bundesstaates Colorado. Seit die progressive Truppe 2012 zusammenkam, hat sie mit "Absolution" (2015), "Hunted" (2016), sowie dem 2018er "Desolation" insgesamt drei hochgelobte Studioalben unters Volk gebracht. Auch mit ihrem vierten Meisterwerk "Deceiver" (Betrüger) bleiben die US-Amerikaner ihrer Ein-Wort-Titelfolge treu und setzen mit ihren leidenschaftlichen Arrangements bockstarke Trademarks der Extraklasse. Der melancholische Touch, der sich häufig in starken Gefühlen über Selbstwert, Selbstachtung, Betrug, Ängste, Traumata, äußere Einflussnahme und den Kampf mit den eigenen Dämonen äußert, legt sich wie ein Tuch aus feinster Seide um KHEMMIS‘ dynamisches Soundgefüge. Der Bandname KHEMMIS ist im Übrigen dem griechischen Namen Chemmis der altägyptischen Stadt Achmim entliehen.

 

Phil Pendergasts über alle Zweifel erhabener, überwiegend anmutiger, gefühlsbetonter und sympathischer Klargesang, der schon mal, von Ben Hutchersons cleaner Sangesdarbietung, sowie seinem dezent eingesetzten, aggressiven Screaming unterstützt wird, glänzt in markanter Perfektion. Das epische Gitarrenwerk, das kräftige und präsente Bassspiel, als auch die göttlich performten, einfühlsamen Soli sind dermaßen charismatisch, dass sie nicht von dieser Welt zu stammen scheinen. 

KHEMMIS - Deceiver
Foto: Jason Sinn

Das Dreigespann KHEMMIS erinnert mich dabei das ein oder andere Mal an die nicht minder geniale, schwedische Progressive 'n' Epic Doom Metal Institution ISOLE, in mancherlei Hinsicht auch an eine Mischung aus KATATONIA und SAHG oder gar an ihre Landsleute von PALLBEARER. "Deceiver", welches von Dave Otero (ARCHSPIRE, CATTLE DECAPITATION, PRIMITIVE MAN) im Flatline Audio produziert wurde, klingt auf seine ganz ureigene Weise skandinavisch inspiriert.

 

Das sechs Songs umfassende "Deceiver", welches den Sand in 41:44 Minuten durch das Stundenglas sickern lässt, hält empathische Musik bereit, die unter der Haut kribbelt, das Herzchen höher schlagen lässt und zum gedankenverlorenen Träumen, wie auch zum Verweilen einlädt. KHEMMIS sind wahre Meister ihres Fachs und lassen mit ihrer emotionsgeladenen, herzerwärmenden Musik, die auch gerne mal etwas deftiger daherkommt, Bilder in den Köpfen ihres Auditoriums entstehen. Die Hoffnung schöpfende, raumfüllende Akustik umgibt den Zuhörer wie die gefühlvolle Umarmung eines lange an seiner Seite stehenden Partners. Mit ihren exzellent aufeinander abgestimmten zugänglichen Rhythmen, die von Braumeister Zach Coleman dirigiert werden (KHEMMIS-Schlagwerker Zach ist Chefbrauer bei TRVE Brewing Company in Denver), erzeugen die US-amerikanischen Doom Metaller eine schöpferische und emotionale Dramaturgie, die wahrlich ihresgleichen sucht. "Deceiver" is music for a dying world and perfectly doomed Heavy Metal! Genau die richtige Medizin bei dem Schmuddelwetter da draußen!!!

 

(Janko)

 

https://khemmisdoom.com/

https://www.facebook.com/khemmisdoom

 

LACK OF LIES - Wertung: 93/100

 

KHEMMIS in der "Deceiver" Besetzung:

Phil - Vocals, Guitars

Ben - Vocals, Guitars

Zach - Drums

 

Tracklist:

01. Avernal Gate (07:10)       

02. House of Cadmus (06:46)

03. Living Pyre (05:12)

04. Shroud of Lethe (08:25)   

05. Obsidian Crown (05:48)  

06. The Astral Road (08:23)

 

TT: 41:44 Minuten

 

Anspieltipps: Avernal Gate; Living Pyre; House of Cadmus; Shroud of Lethe

Living Pyre:

 

House Of Cadmus: