EKTOMORF - Aggressor

(AFM Records)

 

Bereits über 20 Jahre im Geschäft und noch kein bisschen müde. Der ungarische Thrash/Death/Hardcore, mit dem tiefergelegten Gitarrengewand und gelegentlichen Einflüssen der Roma Musik, föhnt noch immer gewaltig aus den Boxen. EKTOMORF haben über die Jahre so einiges hinzugelernt, die logischen Schlüsse aus ihrer stetigen Weiterentwicklung gezogen und auch diesmal wieder die, für sie bekannte Härte geschickt mit eingängigen, nicht minder harten Grooveparts verwebt. Fette Riffmonster, angetrieben von pumpenden Drums, coolen Breaks, dazu Fronter Zolis (Zoltán Farkas) rohe AggroVocals, bilden ein brutales, abwechslungsreiches Soundspektrum, das immer wieder zum Mitgrooven anregt. So erlebt es der geneigte Hörer, bereits nach Verklingen des 45-sekündigen Intros, denn der zweite Track "I" ist bereits ein erster, fetter Nackenschlag. Die Ungarn-NeoThrash-Bratze marschiert dabei straight forward, nahezu ohne jegliche Kompromisse einzugehen und erinnert dabei immer mal wieder ein wenig an die alten SEPULTURA zu "Chaos A.D." Zeiten. Der leider nur 2:35 Minuten andauernde, ne Schippe härtere Titeltrack "Aggressor" macht seinem Namen alle Ehre und klingt nach ehrlichem Zorn gegen die unzähligen Unterdrücker dieser Welt. Der bereits angesprochene Vergleich mit SEPULTURA trifft auch auf das nachfolgende, übermächtig anmutende "Holocaust", sowie den etwas verschrubbten, fünften Track "Move On" zu. Der gelegentliche Einsatz elektronischer Hilfsmittel (beispielsweise Verzerren beim Gesang) wird nicht allzu oft provoziert, sondern passend und punktgenau eingesetzt. So bleibt der Sound stets ehrlich, ernsthaft und unverspielt, was allerdings nicht heißen soll, dass "Aggressor" nicht facettenreich wäre. Nein, dieses Attribut kann man dem neuen Studioalbum der Osteuropäer wahrlich nicht absprechen! Langeweile scheint man hier von Anfang an aus dem Programm gestrichen zu haben. Das endfette, zweistimmige "Evil By Nature", bei dem Zoli von George "Corpsegrinder" Fisher (Cannibal Corpse-Sänger) tatkräftig unterstützt wird, arbeitet sich wie eine Maschinerie aus 1.000 Panzern durch unebenes, minenverseuchtes Gelände. Einfach nur geil...kann man nicht anders sagen! Der etwas ruhiger und eingängiger gehaltene Track "Emotionless World" kommt einem, aufgrund des leicht kommerziellen Refrains gleich bekannt vor. Auch bei "Scars" nehmen die Ungarn ein klein wenig Härte raus. Beide Tracks eigenen sich garantiert auch live prächtig als Abfeierhymnen, denn sie gehen sofort ins Ohr. Das 46-minütige "Aggressor" beinhaltet inkl. des kurzen Intros insgesamt 14 Tracks. Als Rausschmeißer fungiert das akustische Stück "Memento" mit seinen feinen, seichten, fast schon psychedelischen Roma Klängen. Zu guter Letzt muss man EKTORMORF noch zu Gute halten, dass sie sich und ihrem Stil stets treu geblieben und dabei keinesfalls an Härte und Brutalität eingebüßt haben. Das Release Date zu "Aggressor" ist für die Eurozone mit dem 23.10.2015 angepeilt. Zweifelsohne ein weiteres Highlight in ihrer Karriere.

 

www.ektomorf.com

 



 

 

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