ORTHODOX - Learning To Dissolve

Century Media

- drittes Hardcore-Crossover der Nashville Bad Boys -


ORTHODOX - Learning To Dissolve
VÖ: 19.08.2022 / Century Media

Mit dem dritten Output "Learning To Dissolve" und ihrem unorthodoxen Style hat die Tennessee Extrem Metal Combo ORTHODOX endgültig mein Metaller-Herz erobert. Im Infosheet lapidar als Nu-Metal-gefärbter Metallic-Hardcore abgetan, hat ihr Crossover-Sound weit mehr zu bieten, als schnöden, langweiligen Modern Metal. Denn innerhalb der elf aggressiven Kompositionen, die das 41:48-minütige "Learning To Dissolve" zu bieten hat, werden die unterschiedlichsten Gangarten aus Hardcore, Math Metal, Djent, Post-Hardcore, Modern Metal, Metalcore, Nu Metal, sowie schräge Straight-Edge-Hardcore-Klänge durchlaufen und zu einer enormen musikalischen Dichte komprimiert. Dieses progressive, ungestüme, regelrecht bösartige Monster geht direkt mit dem Kopf durch die Wand und ist alles andere als einfach zu zocken.

 

Die Hardcore Weirdos aus Nashville & Columbus gehen auf ORTHODOX 3.0 äußerst massiv und absolut unerbittlich zu Werke. Austin Evans schräge, teils derbe angerissenen und verschwurbelten Gitarrenausbrüche sind dabei ebenso Usus, wie Adam Easterlings kräftiges, erzürntes und grobschlächtiges, durchaus als vordergründig gesetzt zu bezeichnendes Hardcore-Roaring. 

ORTHODOX - Learning To Dissolve
Foto: Nick Chance

Mike Whites übelst malträtiertes Schlagwerk unterstützt die groovigen, wuchtigen Soundwälle dabei ebenso intensiv, wie Shiloh Krebs fett und fleischig wummernde Bassaxt. Die ab und an einsetzende Poly- und Crossrhythmik, sowie die gelegentlichen Doublebassattacken pushen urgewaltig. Selbige werden immer mal wieder von massereichen Breakdowns durchgekreuzt und stets von disharmonischen, spitz bis squealy gezockten, morbide entrückten Gitarrenläufen im Math Metal Knuspermantel begleitet. Das impulsive "straight-in-ya-fuckin-face" Hardcore-Crossover der Nashville Bad Boys versprüht eine enorme Menge Power und verhält sich wie das Zünglein an der Starkstromleitung. ORTHODOX wandeln in einem disharmonisch-modernen Soundgewand zwischen Mid- und Uptempo Passagen und kommen, bis auf eine einzelne kleine Textpassage, gänzlich ohne cleanen Gesang aus. Das derbe Getrümmer und das schartige, stumpfe Riffing mischen den Moshpit, mit gelegentlichen "forward and backward"-Timebending Sequenzen, ordentlich auf. 

ORTHODOX - Learning To Dissolve
Foto: Nick Chance

Als Einflüsse geben die vier US-amerikanischen Extrem Metaller LINKIN PARK, SYSTEM OF A DOWN, SLIPKNOT und KOЯN an. Diese Einflüsse sind in ihrer tobsüchtigen Steigerung stellenweise gerade noch soeben erkennbar, haben aber gerade mit erstgenannter Band (glücklicherweise) nicht mehr allzu viel gemein. Bissig wie ein abgerichteter Pitbull, erinnern ORTHODOX, rein von ihrer Intensität her, eher an die Dänen von LIFESICK. Die Musik zu "Learning to Dissolve" entstand während des Corona-Lockdowns 2020 und fußt auf inniger Selbstreflexion, der Wechselwirkung von Liebe und Wut, sowie purer Frustration. Die empor gebrachte Aggression, Verzweiflung und Wut, die Produzent und Mischer Randy Leboeuf (KUBLAI KHAN, THY ART IS MURDER) in Will Putneys Graphic Nature Audio in Belleville, New Jersey eingefangen hat, ist deutlich spürbar. "Learning To Dissolve" bietet direkte Übergänge ohne Punkt und Komma und verhält sich wie eine schlagberingte Faust mitten in deinem Gesicht!

 

(Janko)

 

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LACK OF LIES - Wertung: 87/100

 

ORTHODOX in der "Learning To Dissolve" Besetzung:

Adam Easterling - Vocals

Austin Evans - Guitar

Shiloh Krebs - Bass

Mike White - Drums

 

Tracklist:

01. Feel It Linger (04:40)

02. Head On A Spike (03:27)

03. Cave In (03:47)

04. Become Divine (03:44)

05. Digging Through Glass (03:19)

06. Nothing To See (03:38)

07. 1 1 7 6 2 (01:43)

08. Dissolve (03:07)

09. Fast Asleep (04:38)

10. All That I Am (04:07)

11. Voice In The Choir (05:37)

 

TT: 41:48 Minuten

 

Anspieltipps: Dissolve; Cave In; Feel It Linger; Head On A Spike

 


Head On A Spike:

Cave In:

Dissolve:

Feel It Linger:




 

 

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