KARDASHEV - Liminal Rite

Metal Blade

- zweites Opus magnum der US-Deathgaze-Combo -


KARDASHEV  - Liminal Rite
VÖ: 10.06.2022 / Metal Blade

Beim Tätowierer ist es die Tinte, bei KARDASHEV die träumerische bis mitreißende Musik, die einem tief unter die Haut geht. Als ich mir zum ersten Mal das Video zum "Compost Grave-Song", aus dem neuen Opus magnum "Liminal Rite", der US-Deathgaze-Combo KARDASHEV zu Gemüte führte, war es sofort um mich geschehen. Der vielschichtig aufgebaute, epische und atmosphärischem Genremix, der 2012 in Tempe, Arizona gegründeten Extrem Metaller, hat mich unmittelbar in seinen Bann gezogen und wird mich so schnell auch nicht mehr loslassen. Ganze sieben Jahre zogen seit ihrem Debüt "Peripety" in die Peripherie, wobei die US-amerikanischen Klangvirtuosen ihre Fans zwischenzeitlich mit der Single "Between Sea and Sky" (2017), sowie den beiden EPs "The Almanac" (2017) und "The Baring of Shadows" (2020) grundversorgte. KARDASHEV schöpfen aus einem niemals enden wollenden Quell der Inspiration und erforschen ausdrucksstarke, progressive Klangkosmen, die sie in sagenhaften, göttlichen und technisch meisterhaft arrangierten Inszenierungen münden lassen. Und so ist das knapp einstündige Zweitwerk "Liminal Rite" eine exzellente Gratwanderung zwischen seichter Anmut und extremer Härte geworden, welche für mich, neben KONVENTs "Call Down The Sun", bislang das Highlight des Jahres darstellt.

 

Mit ihrer niveauvollen und mondänen Mischung aus Death, Black, Deathcore und Prog, vermischt mit apotheotischen Post-Metal-Sequenzen, setzen KARDASHEV, innerhalb ihrer elf neuen Kompositionen, traumhafte Akzente. Der sinnlich-charismatische bis zielstrebig-aggressive Gesang von Mark Garrett beherrscht den wundersamen Kontrast zwischen einfühlsamem, Verzweiflung und Verletzlichkeit ausdrückenden Klargesangspassagen und dem mächtigen Death Growling, das über aggressives Black Metal Gekreisch bis hin zu einem langgezogenen, garstigen und galligen Gezeter reicht. Auch die übereinander gelegten Vocalspuren aus Death Growling und Black Metal Gekeife wurden exzellent in Szene gesetzt. Garrett schmiegt sein jeweiliges Timbre gerade im klaren Gesang an die Musik an und nutzt selbiges in gewissem Maße als Instrument. 

KARDASHEV - Liminal Rite
© KARDASHEV

Dazu gesellt sich das astrale, sphärische Gitarrenwerk von Nico Mirolla, das neben dem hart angerissenen Riffing immer wieder die verschiedenartigsten Drumgewitter auslöst. Dem vielschichtigen "Liminal Rite", das einfach nicht von dieser Welt zu sein scheint, wohnt ein dynamischer Flow inne, der die Kompositionen durch sämtliche Hochs und Tiefs begleitet und das Leben in all seinen wilden Facetten widerspiegelt. Die Range der Songs, mit ihren ausladenden, instrumentalen Passagen und der labyrinthischen Architektur, wandelt somit zwischen ruhigeren, andächtigen Momentaufnahmen und einem ordentlichen Getrümmer, das sich durchaus in wütende, alarmierende Ausbrüche oder gar in dunkle, guttural manifestierte Allmachtgedanken hineinzusteigern vermag.

 

Das US-Quartett KARDASHEV, das bis auf Bassist Alexander Adin Rieth gemeinschaftlich das Line-up der Black Metaller NEVERBREATH bildet, hat in Sachen Weiterentwicklung eine überdeutliche Metamorphose vollzogen und die Aufnahmen der charismatischen Songs in Sean Langs Heimstudio (Drums) und im Endless Gate Audio in Arizona (Gitarre, Bass und Gesang) durchgeführt. Im Anschluss an die Aufnahmen fand die Band zum ersten Mal im The Sound Lair in Tennessee komplett zusammen, um mit Produzent/Mixer Miah Lajeunesse am finalen Mix zu arbeiten. Das Mastering wurde von Ryan Williams übernommen. Einen Traum erfüllten sich KARDASHEV mit der Verpflichtung des Kölner Saxophonisten Christoph Clöser (BOHREN & DER CLUB OF GORE), der das träumerische, 11:28 Minuten lange "Beyond the Passage of Embers" auf dem Saxophon begleitet. "Liminal Rite", welches in eine Art Konzept aus  Schuld und Sühne eingebunden ist, besticht durch seine Andersartigkeit, sein Flair, seine Empathie und sein selbstzerstörerisches Ich, während sich die lyrische Seite über Themen wie Liebe, Verlust, Schmerz, Vergessen und Altruismus erstreckt. Hier treffen Empathie und Wahnsinn in einer wundersamen Kernschmelze aufeinander. Der Bandname KARDASHEV stammt im Übrigen von dem sowjetischen Astrophysiker, sowie Doktor der physikalischen und mathematischen Wissenschaften Nikolai Kardashev. KARDASHEV – This is beautyful, heavy music!!!

 

(Janko)

 

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LACK OF LIES - Wertung: 93/100

 

KARDASHEV in der "Liminal Rite" Besetzung:

Mark Garrett - Vocals

Nico Mirolla - Guitars

Alex Rieth - Bass

Sean Lang - Drums

 

Tracklist:

01. The Approaching of Atonement (01:52) 

02. Silvered Shadows (07:53)   

03. Apparitions in Candlelight (05:59)

04. Dissever (01:11)       

05. Lavender Calligraphy (05:00)       

06. The Blinding Threshold (01:29)   

07. Compost Grave-Song (04:19)

08. Cellar of Ghosts (06:32)      

09. Glass Phantoms (05:14)      

10. A Vagabond's Lament (08:38)      

11. Beyond the Passage of Embers (11:48)   

 

TT: 59:55 Minuten

 

Anspieltipps: Compost Grave-Song; Cellar of Ghosts; Silvered Shadows; Glass Phantoms

 

Compost Grave-Song:

Glass Phantoms:



KARDASHEV - Liminal Rite
Foto: Julian Morgan

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