BOKOR - Shrine Of Lies

Eigenveröffentlichung

- zweite EP der Oldenburger Voodoo Death/Grinder -


BOKOR - Shrine Of Lies
VÖ: 15.10.2021 / Eigenveröffentlichung

Die zweite EP "Shrine Of Lies", der Oldenburger Voodoo Death/Grinder BOKOR hat es einmal mehr gewaltig in sich. Die niedersächsische Knochencombo geht nämlich seit der Bandgründung im Jahre 2017, in Sachen Brutalität und irrwitzigem Tempo, keinerlei Kompromisse ein. Bereits die 2019er Debüt EP "Phlebotomy" zeichnete sich durch seine derben Knüppelattacken, die bestialisch angepissten Aggro-Vocalperformances der beiden Frontbrüllwürfel Matthias Behrens (Vocals, Guitars), sowie Daniel Meinzer (Vocals, Bass), sowie durch ihre tiefer gestimmten Saiteninstrumente aus. An diesem Brutalo-Konzept, sowie ihrer "Haitianischen Voodoo-Attitüde" haben die Meister der schwarzen und weißen Magie bis dato auch nicht allzu viel verändert. Die gebürtigen Ostfriesen ziehen eben nach wie vor einen äußerst derben Style an Deck.

 

Die enorm aggressive Grundstimmung der 5-Track EP "Shrine Of Lies" wird durch technisch absolut brutal und kompromisslos gezocktes, fieses und hitziges Geschranze befeuert. Das komplexe, dichte und zermürbende Hochgeschwindigkeitsgetrümmer erinnert dabei in Ansätzen an Brutal Death Metal Combos wie ABORTED oder LIVIDITY, ist jedoch in seiner Grundarchitektur noch straighter und zielorientierter ausgerichtet. Die Voodoo Priester ballern ihre fünf extrem schnellen Tracks in 17:05 Minuten auf die ledrige Haut ihres Schreins der Lügen. 

BOKOR - Shrine Of Lies
©BOKOR

Nur in Notfällen wird der Fuß vom völlig durchgewetzten Bodenblech gelupft. Dann schiebt die infernale Schredder-Legion abwechslungsreiche Bridges zwischen, um für die nötige Kurzweil zu sorgen und dabei in Slam-Gefilde abzudriften. Ansonsten ist "Shrine Of Lies" brutal, schnell, wüst...eben Aggression pur. Dennoch lässt man die atmosphärischen, sowie die melodischen Aspekte nicht gänzlich außer Acht. Sie sind bei dem Level an Brutalität nur eben nicht auf Anhieb zu entdecken. Das Teil ballert nämlich übelst krass aufs Fressbrett und trümmert sich ohne große Umschweife durch den tödlichen Grenzstreifen zwischen Death und Grind. Da bleibt für eine ausladende "Huldigung der Melodei" nur wenig Platz.

 

Der garstige Hassbrocken "Shrine Of Lies" ist vertonte Gewalt pur und dürfte jedem Brutal Death Metal Fan das Herz höher schlagen lassen. Das dunkle, rohe Todesgrollen, das sich mit ketzerisch-heiserem Screaming die Klinke in die Hand gibt, dazu das derbe, fleischige Riffing, der niederfrequent prattelnde Fourstringer und das sprunghafte Extrem Metal Geballer, erwecken sogar noch die schläfrigste Armee der Toten. Aufgenommen und abgemischt wurde das Material zu "Shrine Of Lies", wie bereits der Vorgänger "Phlebotomy" von Sänger und Bassist Daniel Meinzer in seinem Wretched Noise Studio in Wiefelstede. Das Mastering hingegen stammt von Michael Kraxenberger und dem Münchner Sick of Sound Studio.

BOKOR - Shrine Of Lies
©BOKOR

Die Brutal Voodoo Death Metal Entourage BOKOR hat auch produktionstechnisch zugelegt und das Problem mit der nicht immer ganz sauberen Aufnahme seit Veröffentlichung ihrer Debüt-EP angegangen. Dadurch klingt "Shrine Of Lies" für Underground mehr als würdig. Im Vergleich zu hochprofessionellen Produktionen ist hier allerdings noch immer ein wenig Luft nach oben. Gerade die Differenzierung zwischen den einzelnen Instrumenten gestaltet sich bei derart deftigen und dichten musikalischen Strukturen alles andere als einfach. Das sollte das norddeutsche Trio bei der Vorbereitung für ihr ausstehendes Debüt Full-length unbedingt im Hinterkopf behalten. Wenn man jedoch bedenkt, dass es sich beim Wretched Noise Studio ein semiprofessionelles Homestudio handelt, das Daniel mit Leidenschaft als Hobby führt, ist das Herummäkeln an der Produktion einmal mehr Meckern auf hohem Niveau.

 

BOKOR über den lyrischen Inhalt ihrer Texte: „Die Stücke erzählen die Geschichte eines Bokor, einem haitianischen dunklen Voodoopriester, der den Loa-Geistern dient und mittels Voodoo-Ritualen in der Lage ist, die Toten zum Leben zu erwecken.“ - Qualvoll entreißt der dunkle Voodoopriester seinen Opfern die Seele und degradiert sie zu einer Armee aus lebenden Toten.

 

(Janko)

 

https://www.facebook.com/BokorDeathMetal

 

LACK OF LIES - Wertung: 83 /100

 

BOKOR in der "Shrine Of Lies" Besetzung:

Matthias Behrens - Vocals, Guitar

Daniel Meinzer - Vocals, Bass

Wilko Fischer - Drums

 

Tracklist:    

01. The Source Of Malevolence

02. Entity Of Plague

03. Forced To Obliterate

04. The Unstained Soul

05. Wretched Divinity

 

TT: 17:05 Minuten

 

Anspieltipps: Entity Of Plague; The Source Of Malevolence; The Unstained Soul

 

Entity of Plague:

Forced To Obliterate:

The Unstained Soul:

Wretched Divinity: