Interview zu "Liminal Rite" mit Gitarrist Nico Mirolla und Sänger Mark Garrett vom 01.06.2022

 

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- vom Wissen über Stimmanatomie, von Nostalgie, Besessenheit, ungelöstem Schmerz und Sehnsucht, dem Verlust der Kontrolle über unsere Gedanken und Erinnerungen, sowie der Absicht, einen weiteren Sci-Fi-Kardashev-Mythos in voller Länge zu schreiben -

 

Nachdem die US-amerikanische Deathgaze-Combo KARDASHEV im Juni 2012 in Tempe, Arizona das Licht der Welt erblickte, schoben sie bereits im Oktober des gleichen Jahres, mit dem Demo "Progression", ihr erstes auditives Lebenszeichen in digitaler Form über die Ladentheke. "Progression" ebnete bereits den Weg zur konzeptionellen Verarbeitung philosophischer und wissenschaftlicher Aspekte über Ursprung, Leben, Existenz, Entwicklung, Bewusstsein und Tod, die das Fourpiece mit der Kardaschow-Skala, welche sich mit der Kategorisierung der Entwicklungsstufe extraterrestrischer Zivilisationen nach deren Energiegebrauch befasst, in ihre grenzüberschreitenden Arrangements einband. 2013 folgten die EP "Excipio", sowie die Single "Iota", bevor KARDASHEV im Jahre 2015 mit "Peripety" ihr erstes Langeisen veröffentlichten. 2017 folgte mit "Between Sea and Sky" eine weitere Single, die ebenfalls auf der, etwas später im Jahr erschienenen "The Almanac"-EP zu hören ist. 2020 veröffentlichte man die dritte EP "The Baring of Shadows". Die fleißigen Progressive/Post Deather KARDASHEV fühlen, leben und zelebrieren eine wundervolle Soundästhetik und bezeichnen ihren vielschichtig aufgebauten Klangkosmos passenderweise als Deathgaze (einer Mischung aus Shoegaze und Death Metal). Mit ihrem ultimativen Meisterwerk "Liminal Rite" festigen sie weiterhin ihr konzeptionell aufgebautes musikalisches Grundgerüst, ohne dabei einen kommerziellen Einschlag aufkommen zu lassen.

 

KARDASHEV - Liminal Rite
VÖ: 10.06.2022 / Metal Blade

LACK OF LIES: Was könnt ihr mir bezüglich der Herangehensweise und der Entstehung zu "Liminal Rites" verraten und hat sich da etwas speziell gegenüber eurem Debüt verändert? Ihr seid ja jetzt ein ganzes Stück erfahrener und wisst wesentlich besser worauf ihr achten müsst…oder gab es tatsächlich Punkte, mit denen ihr so nicht gerechnet habt? Ihr wohnt ja auch nicht gerade nah beieinander…

 

Nico Mirolla: Vielen Dank, dass du das Album angecheckt hast! Wir haben unsere individuellen Rollen innerhalb des Musikentstehungsprozesses bei diesem Album weiterentwickelt. Sean (Schlagzeuger) hat einen Song komponiert und die Spoken Word Parts "des verlorenen Mannes" übernommen. Alex (Bassist) schrieb die Monologe und einige Texte, während er auch Gitarren- und Klavierparts beisteuerte. Er komponierte auch den größten Teil zum 10. Track ("A Vagabond’s Lament" / Anm. d. Verf). Daneben hatten wir noch ein paar Gastauftritte auf dieser Platte. Ich schätze, was ich damit zu sagen versuche, ist, dass wir alle über uns hinausgewachsen sind, um diese Platte noch einzigartiger und als Gemeinschaftsarbeit zu gestalten. Glücklicherweise haben wir alle Zugang zum Internet und die Möglichkeit, uns von zu Hause aus aufzunehmen, was den Aufnahmeprozess für uns realisierbar und überschaubar gemacht hat.😊

 

LACK OF LIES: Mark, du hast einen erstaunlichen Stimmumfang. Wo kommt das her? Gute Gene? Viel Übung? Guter Gesangslehrer? Oder alles zusammen? Du hast dieses Mal bei den Gesangsaufnahmen auf einen Vocoder verzichtet. Was hat sich dadurch für dich verändert? Deine Vocals klingen richtig emotional, voluminös und der jeweiligen Situation perfekt angepasst (auch was die übereinander gelegten verschiedenen Gesangsstile anbetrifft). Hut ab! Einen Vocoder brauchst du offensichtlich nicht mehr…

 

Mark Garrett: Vielen Dank! Es kommt wirklich alles von harter Arbeit und vielem Herumexperimentieren. Ich hatte schon immer ein gutes Gefühl für meine Stimme. Dieser Aspekt, gepaart mit meinem Wissen über Stimmanatomie und wie die Stimme funktioniert, hat mir geholfen, meinen Weg zu der Bandbreite und dem Klang zu finden, die ich heute habe. Auf dem Weg dorthin hatte ich Hilfe von außerhalb. Ich habe sowohl Julia Nilon, als auch mit Elizabeth Zharoff von The Charismatic Voice konsultiert, um verlässlicher auf mein oberes Register zugreifen zu können. Das war eine große Hilfe. Es gibt einige Passagen, bei denen ich an meine Grenzen kam, aber ich denke, im Großen und Ganzen kommt das alles gut rüber. Wir haben tatsächlich in einigen Sequenzen einen Vocoder verwendet, um einen coolen Effekt zu erzeugen, aber hauptsächlich als Hintergrund mit der Hauptstimme davor.

 

LACK OF LIES: Was kannst du mir über die Grundaussage der Story rund um das Konzeptalbum "Liminal Rites" erzählen und wie ihr auf die Thematiken des Verfalls des Verstandes, damit einhergehende Wahrnehmungsdifferenzen und die daraus eventuell auch entstehende Wut, gekommen seid. Es ist ja ein sehr empathisches und emotionelles Album geworden, das tief aus euch selbst, euren Empfindungen und euren Ängsten spricht…

 

Nico Mirolla: Die grundlegende Botschaft des Albums ist, dass wir alle Herausforderungen im Leben haben und einige von uns vielleicht in der Vergangenheit verweilen und Schwierigkeiten haben, sich daran zu erinnern, wie die Dinge früher waren. Diese Tendenz mit einer schwächenden Krankheit wie Demenz zu verbinden, ist eine überzeugende Art, eine Geschichte zu erzählen. Seit 2014 erzählen wir weniger greifbare, dafür aber umso emotionalere oder universellere Geschichten. 2015 schrieben wir Peripety, um zu erforschen, was es bedeutet, Unkenntnis zu überwinden und zu Bewusstsein zu gelangen. 2017 erzählten wir die Geschichte von The Traveler und wie sie Notlagen aus der Sicht des Menschseins erlebten. 2020 veröffentlichten wir The Baring of Shadows, welches vier individuelle Geschichten von Schmerz und Verlust erzählt, die jeder irgendwie nachvollziehen kann. Liminal Rite ist die Fortsetzung dieser emotionalen Erkundung in Bezug auf das Altern, sowie den Verlust der Kontrolle über unsere Gedanken und Erinnerungen. Zu Beginn befindet sich unsere Person in einem glückseligen Zustand der Nostalgie. Während sie das Zuhause ihrer Kindheit wiederentdeckt und verschiedene Teile des Hauses betritt, beginnt sie sich an immer mehr Details ihres Lebens zu erinnern, die nicht so schön sind, wie sie einst dachte. Am Ende des Albums wird das alles zu viel für die Person und sie vereinbart das Geschehene auf dunkle und grimmige Weise mit ihrem Gewissen.

 

LACK OF LIES: Eure Lyrics schwirren dieses Mal rund um Themen wie Liebe, Verlust, Schmerz, Vergessen und Altruismus. Ist es ersteres und letzteres, was ihr in der Welt so schmerzlich vermisst?

 

Mark Garrett: Ich würde sagen, dass sich dieses Album eher auf Nostalgie, Besessenheit, ungelösten Schmerz und Sehnsucht konzentriert. Das Album erzählt die Geschichte eines älteren Mannes, der sich in seinem jetzigen Leben verloren fühlt und nach Hause zurückkehrt, um den Komfort und die Vertrautheit seiner Kindheit zu finden. Am Ende erinnert er sich jedoch an einen Großteil seiner Vergangenheit, die er aufgrund einer Mischung aus Verleugnung und Nostalgie verdrängt und vergessen hat. Und anstatt in gesundem Maße damit umzugehen, verzehrt es ihn und führt ihn auf einen destruktiven Weg. Ich habe mich dahingehend ein wenig auf mein eigenes Leben bezogen. Glücklicherweise hatte ich eine sehr gute Kindheit, aber manchmal ertappe ich mich dabei, wie ich in der Vergangenheit lebe, anstatt die Gegenwart anzunehmen.

KARDASHEV - Liminal Rite
Foto: Julian Morgan

LACK OF LIES: Ihr beschäftigt euch wirklich intensiv mit eurer Musik, den Lyrics, den Instrumenten, Hilfsmitteln, Stilen, den Fans, den unterschiedlichen Plattformen und Kanälen etc.! Besteht da nicht auch die Gefahr für euch irgendwann eventuell zu nerdig zu werden, sich auch mal zu verrennen oder dass euch das alles nicht irgendwann einmal über den Kopf wächst?

 

Mark Garrett: Zu nerdig zu sein gibt es bei uns DEFINITIV nicht! Aber im Ernst, ja, ich denke, dass immer die Möglichkeit besteht, dass Wachstum und Leistung das Urteilsvermögen trüben können. Das kann alles mögiche sein - von einer unübersichtlichen Story, bis hin zu einem überzogenen Selbstwertgefühl. Zum Glück erden wir uns alle gegenseitig und kommunizieren klar, wenn ein Konzept nicht funktioniert oder eine Idee nicht aufgeht.

 

LACK OF LIES: Wie seid ihr auf den Kölner Saxophonisten Christoph Clöser für den Abschlusssong "Beyond the Passage of Embers" gekommen? Kanntet ihr euch bereits oder seid ihr Fans von BOHREN & DER CLUB OF GORE und seiner Musik? Und wer ist Christopher Blaney, der an der Seite von Alex Rieth einige Klavierparts hinzugefügt hat?

 

Nico Mirolla: Mit der Beteiligung von Christoph Clöser an unserem Album geht für uns ein Traum in Erfüllung. Er und der Rest von Bohren & Der Club of Gore haben uns seit JAHREN mit ihren Alben und akustischen Landschaften inspiriert. Als wir bei Metal Blade unter Vertrag genommen wurden, kontaktierte ich unsere AR-Abteilung und fragte, ob sie uns helfen könnten, einen Gast für diese Platte zu bekommen und sie sagten: "Wen wollt ihr?" Ich teilte ihnen mit, dass die Musik super zu einem Saxophonisten passen würde, und der BESTE, der uns dazu einfiel, war Christoph. Sie schickten seinem Manager noch am selben Tag eine E-Mail. Wir bekamen innerhalb einer Woche Feedback und legten los. Das ist der pure Wahnsinn, dass das überhaupt zustande gekommen ist. Als das Thema zur Sprache kam, mussten wir eigentlich darüber lachen, weil uns das unmöglich erschien, da wir ihre Musik so sehr liebten. Aber siehe da, er war während des gesamten Prozesses sehr angenehm und professionell und seine Arbeit ist einfach unglaublich. Ich liebe sie so sehr. Der angesprochene Christopher Blaney ist ein langjähriger Fan, der mir gegenüber bereits vor Jahren den Wunsch äußerte, mit uns zusammenzuarbeiten. Er arbeitet jetzt seit ungefähr zwei Jahren gemeinsam mit mir an einem Projekt und als Alex die Klavier-Passagen für die Platte schrieb, schlug ich vor, dass wir Christopher mit ins Boot holen. Um einerseits seinen Namen bekannt zu machen und andererseits die Platte mit einer weiteren Klavierstimme zu versehen. Ich bot ihm die Gelegenheit an, nachdem er so lange aufrichtiges Interesse an uns gezeigt hatte. Ich hoffe, dass ich in Zukunft anderen Mitgliedern der Kardashev-Community ähnliche Möglichkeiten bieten kann, falls sie dies wünschen.

 

LACK OF LIES: Wie seid ihr auf die Philippinerin Faith Veloro für das Coverartwork gekommen und hat sie es nach euren Wünschen angefertigt oder gab es das Bildnis des alten Mannes bereits im Vorfeld?

 

Nico Mirolla: Faith ist eine Freundin von Karl E., der das gesamte Artwork für The Baring of Shadows (@existential.yogurt auf Instagram) gemacht hat. Als wir uns an ihn wandten, um ihn zu fragen, ob er ein Cover für unser neues Album malen könnte, teilte er uns mit, dass Malerei kein Medium ist, mit dem er sich wirklich gut auskennt, aber dass Faith mehr als fähig wäre, uns zu helfen. Wir haben sie kontaktiert und lustigerweise bekamen wir zunächst die kalte Schulter gezeigt, aber schließlich entschuldigte sie sich für das Versehen und nahm die Arbeit an. Wir wussten, dass wir das Porträt eines älteren Mannes mit einer Art surrealem Zusatz seines flüchtigen Geistes wollten. Sie hat sofort verstanden, was wir wollten und nur noch gefragt, welche Farbpalette wir bevorzugen würden, bevor sie uns nach etwa 3 Tagen einige vorläufige Arbeiten zeigte. Sie ist unglaublich.

 

LACK OF LIES: Wie kam der Kontakt zu Metal Blade, einem der größten Metal Labels der Welt Records eigentlich zustande? Haben sie euch direkt nach der Veröffentlichung von "The Baring of Shadows" kontaktiert oder ihr sie? Oder ist das gänzlich anders gelaufen? Als der Deal zustande kam, seid ihr doch sicherlich samt und sonders vom Hocker gekippt, oder?

 

Nico Mirolla: Das ist eine lustige Geschichte, die mit unserer Eigenveröffentlichung von The Baring of Shadows im Jahr 2020 beginnt. Ich habe auf Twitter eine Direktnachricht von einem Label (nicht Metal Blade Records) erhalten, in der wir um ein Treffen gebeten wurden. Während dieses Treffens rieten sie uns einen Anwalt zu beauftragen, um die Verhandlungen zu überwachen. Daraufhin kontaktierte der Anwalt etwa zehn weitere Labels und fragte sie, ob sie ebenfalls an uns interessiert seien. Etwa fünf Labels sagten, sie würden gerne mit uns über eine Vereinbarung sprechen, bevor wir die Auswahl der Kandidaten letzten Endes bis auf Metal Blade herunter dezimierten. Sie waren bisher absolut erstaunlich. Sie haben uns ein Budget, Anleitungen, Ressourcen, Kontakte, Marketing und vieles mehr zur Verfügung gestellt. Es fühlt sich absolut surreal an und selbst jetzt, wo ich dieses Interview ausfülle, fühlt es sich an, als hätte ich es nicht verdient.

KARDASHEV - Liminal Rite
© KARDASHEV

LACK OF LIES: Euer Schlagzeuger Sean hat vor etwa einem Jahr gesagt, dass euer Bandname KARDASHEV für die ersten paar Alben noch Sinn gemacht hat. Nun aber nicht mehr und dass es mittlerweile zu lange her ist, als dass ihr ihn noch ändern könntet. Wie siehst du das jetzt? Ich musste "Kardashev" beim ersten Mal googeln…;-)

 

Nico Mirolla: Sean hat recht. Unser Name ist eng mit unseren Anfängen als Band und als Sci-Fi-Enthusiasten verbunden. Bei den letzten Alben wurde er weniger relevant, da wir uns von dem übergreifenden Mythos unserer Kardashev-Überlieferung entfernt haben. Aber ich habe gute Neuigkeiten, die niemand außer dir jetzt weiß. Wir beabsichtigen, einen weiteren Sci-Fi-Kardashev-Mythos in voller Länge zu schreiben, um die Ursprungsgeschichte zu einem Abschluss zu bringen. Wir haben „Progression“, „Excipio“ und „The Almanac“ über eine einzelne Figur und ihre Erfahrung als nicht-menschliches Superwesen geschrieben, das den menschlichen Zustand durch die Raumzeit erfährt, aber wir haben ihre Geschichte nie beendet. Das wird dieses Album tun. Danach wird unser Namensvetter für neue Zuhörer ein mit der Zeit verloren gehendes Artefakt sein. Die müssen dann auch etwas googeln. Hoffentlich sind sie jetzt hier und lesen dies. 🖖 Willkommen.

 

LACK OF LIES: Wann werden eure Fans die Gelegenheit haben, euch tatsächlich live zu sehen, insbesondere in Deutschland? Gibt es bereits vorangeschrittene Pläne? Bislang gab es dahingehend ja immer wieder Überlegungen eurerseits…

 

Nico Mirolla: In der Vergangenheit haben wir auf einem Festival in Großbritannien gespielt (Tech Festival 2015), sind auf eine kleine Tournee gegangen und haben einige lokale Shows gespielt, aber wir sind seit 2016 nicht mehr aufgetreten. Bis jetzt hatten wir seitdem keine Live-Pläne mehr. Das Live-Geschäftsmodell passt nicht wirklich zu unserem Privatleben, unseren Geschäften oder unseren Profitmodellen, aber vielleicht können wir uns eines Tages die Zeit nehmen, uns zu treffen, zu üben, die Logistik auszuarbeiten und ein paar Bands zu finden, mit denen wir reisen können. 😊 Wir streamen unsere Proben/Gemeinschaftstage jedoch live auf Twitch/Youtube, also abonniere uns, wenn du mit uns abhängen möchtest!

 

LACK OF LIES: Was können wir ansonsten in naher und fernerer Zukunft von KARDASHEV erwarten?

 

Nico Mirolla: Wir arbeiten sehr eng mit unseren Fans, der Community auf Discord und unseren "Enlisted Travelers" auf unserer Website zusammen. Gemeinsam geben sie uns Feedback zu Demos, Merch-Designs, Kooperationen und vielem mehr. Wir haben unsere Inhalte auf diese Unterstützer konzentriert und versuchen, sie so weit wie möglich in unseren Prozess einzubeziehen, aber darüber hinaus verbringen wir unsere Zeit vorerst damit, Alben und Videos für das Internet zu machen. Wer weiß, was die Zukunft bringt!

 

(Janko)

 

https://kardashevband.com

https://www.facebook.com/Kardashevband

https://www.instagram.com/kardashevband

 

KARDASHEV in der "Liminal Rite" Besetzung:

Mark Garrett - Vocals

Nico Mirolla - Guitars

Alex Rieth - Bass

Sean Lang - Drums

 

Tracklist:

01. The Approaching of Atonement (01:52) 

02. Silvered Shadows (07:53)   

03. Apparitions in Candlelight (05:59)

04. Dissever (01:11)       

05. Lavender Calligraphy (05:00)       

06. The Blinding Threshold (01:29)   

07. Compost Grave-Song (04:19)

08. Cellar of Ghosts (06:32)      

09. Glass Phantoms (05:14)      

10. A Vagabond's Lament (08:38)      

11. Beyond the Passage of Embers (11:48)  

 

TT: 59:55 Minuten

 

Anspieltipps: Compost Grave-Song; Cellar of Ghosts; Silvered Shadows; Glass Phantoms

 

Compost Grave-Song:

Glass Phantoms:






 

- original english version -

 

- from knowledge about vocal anatomy, nostalgia, obsession, unresolved pain and longing, losing control of our thoughts and memories, and intent on writing another full-length sci-fi Kardashev mythos -

 

After the US-Deathgaze-Combo KARDASHEV saw the light of day in June 2012 in Tempe, Arizona, they pushed their first auditory sign of life in digital form over the counter in October of the same year with the demo "Progression". "Progression" already paved the way for the conceptual processing of philosophical and scientific aspects about origin, life, existence, development, consciousness and death, which the Fourpiece with the Kardashev Scale (Kardashev Scale), which deals with the categorization of the development level of extraterrestrial civilizations according to their energy use, integrated into their cross-border arrangements. This was followed in 2013 by the EP "Excipio" and the single "Iota", before KARDASHEV released their first long-distance album "Peripety" in 2015. Another single followed in 2017 with "Between Sea and Sky", that can also be heard on the "The Almanac" EP, which was released a little later in the year. In 2020 the third EP "The Baring of Shadows" was released. The hard-working progressive/post-death musicians KARDASHEV feel, live and celebrate a wonderful sound aesthetic and aptly describe their multi-layered sound cosmos as deathgaze (a mixture of shoegaze and death metal). With their absolute masterpiece "Liminal Rite" they continue to consolidate their conceptually built musical framework without letting a commercial impact arise.

 

KARDASHEV - Liminal Rite
VÖ: 10.06.2022 / Metal Blade

LACK OF LIES: What can you tell me about the approach and development of "Liminal Rite" and has anything changed since your older works? You're quite a bit more experienced now and you know much better what to look out for...or were there actually points that you didn't expect? You don't even live very close to each other…

 

Nico Mirolla: Thank you for checking out the album! We’ve expanded our individual roles within the music creation process with this album, including Sean (Drummer) composing a song and narrating The Lost Man, Alex (Bassist) wrote the monologues and some lyrics while also writing guitar parts and piano parts and composing track 10 for the most part, and we had a few guest appearances on this record. I guess what I’m trying to say is we all went above and beyond to make this record truly unique and collaborative in more ways than usual. Fortunately, we all have access to the internet and the ability to record ourselves from home, which makes the recording process very feasible and accessible for us.😊

 

LACK OF LIES: Mark, you have an amazing vocal range. Where does it come from? Good genes? Much practice? Good singing teacher? Or all together? This time, you didn't use a vocoder for the vocal recordings. What has changed for you as a result? Your vocals sound really emotional, voluminous and perfectly adapted to the respective situation (also in terms of the different singing styles that are sometimes layered on top of each other). Hats off! You obviously don't need a vocoder anymore…

 

Mark Garrett: Thank you! It all comes from hard work and experimentation, really. I've always had a good sense of my voice, and that paired with my knowledge of vocal anatomy and how the voice works has helped me find my way to the range and sound I have today. I have had outside help along the way. I consulted with both Julia Nilon and Elizabeth Zharoff of The Charismatic Voice on accessing my upper register more reliably, and it was a huge help. There are some sections where I ended up reaching a bit, but I think overall it came across well. We did actually use a vocoder for quite a few sections to create a cool effect, but mostly as a backdrop with the main vocal sitting in front of them.

 

LACK OF LIES: What can you tell me about the basic message of the story surrounding the concept of "Liminal Rite" and how you came up with the themes of the decay of the mind, the differences in perception that go with it and the anger that may arise from it. It has become a very empathetic and emotional work that speaks deeply from you, your feelings and your fears…

 

Nico Mirolla: The basic message of the album is that we all have challenges in life and some of us may dwell on the past and some may have difficulty remembering how things used to be. Compounding that tendency with a debilitating condition like dementia is a compelling lens to tell a story through. Since 2014, we’ve begun telling less tangible stories and more emotional or universal stories. In 2015, we wrote Peripety to explore what it means to traverse ignorance and arrive at awareness, in 2017 we told the story of The Traveller and how they experienced hardships through the human condition, and in 2020, we released The Baring of Shadows which tells four individual stories of pain and loss that everyone can understand in some way. Liminal Rite is the continuation of that emotional exploration through the vein of aging and losing control over our thoughts and memories. To begin, our character is in a blissful state of nostalgia as they rediscover their childhood home and as they transition into different parts of the home, they begin recalling more and more details of their life that are not as lovely as they had once thought. By the end of the record, it’s too much for them to bear and they reconcile that in a dark and grim way.

 

LACK OF LIES: Your lyrics this time buzz around themes like love, loss, pain, forgetting and altruism. Is it the former and the latter that you so sorely miss in the world? And what about the others?

 

Mark Garrett: I would say that this album focuses more so on nostalgia, obsession, and unresolved pain and longing. The album tells the story of an older man who, feeling lost in his current life, returns home to find the comfort and familiarity of his childhood. However, he ends up remembering much of his past that he has repressed and forgotten due to a mixture of denial and nostalgia, and rather than dealing with that in a healthy way, it consumes him and leads him on a destructive path. I leaned on my own life for this quite a bit. I thankfully had a very good childhood, but I sometimes find myself living in the past rather than embracing the present.

KARDASHEV - Liminal Rite
Foto: Julian Morgan

LACK OF LIES: You really care deeply about your music, the lyrics, the instruments, tools, styles, the fans, merchandise, the different platforms and channels, etc.! Isn't there also a danger for you to become too nerdy at some point, to get lost or that all of this will get over your head at some point?

 

Mark Garrett: There is DEFINITELY no such thing as being too nerdy! In all seriousness though, yes, I think that there is always the chance that growth and achievement can cloud one's judgement. That could be anything from a story being convoluted, to an inflated sense of self-importance. Thankfully, we all keep each other grounded and communicate clearly when a concept isn't working, or when an idea isn't panning out.

 

LACK OF LIES: How did you come up with the Cologne saxophonist Christoph Clöser for the final song "Beyond the Passage of Embers"? Did you already know each other or are you fans of BOHREN & DER CLUB OF GORE and its music? And who is Christopher Blaney who added some piano parts alongside Alex Rieth?

 

Nico Mirolla: Christoph Clöser’s involvement in our album is a dream come true for us. He and the rest of Bohren & Der Club of Gore have inspired us for YEARS with their records and sonic landscapes. When we got signed to Metal Blade, I contacted our AR department and asked if they could help us get a guest for this record and they said, “Who do you want?” I told them that the music would do well with a saxophonist and the BEST we could think of was Christoph. They sent his manager an email that day and we heard back within a week and got started. It’s amazing that it even happened. When we all discussed it, we laughed it off thinking that it was impossible because we adored their music so much. Lo and behold, he was very pleasant and professional throughout the process and his work is incredible. I love it so much. That being said, Christopher Blaney is a long-time fan who impressed upon me his desire to work together years ago. He has been working on a project with me for about two years now and when Alex was writing piano for the record, I suggested that we bring Christopher on board to get his name out there and provide the record with another piano voice. I offered him the opportunity after he showed sincere interest in us for as long as he did. I hope to offer similar opportunities to other Kardashev community members in the future, should they want them.

 

LACK OF LIES: How did you come up with the Filipina Faith Veloro for the cover artwork and did she do it according to your wishes or did the portrait of the old man exist beforehand?

 

Nico Mirolla: Faith is a friend of Karl E. who did all of the artwork for The Baring of Shadows (@existential.yogurt on Instagram) and when we approached him to ask if he could paint a cover for our new album, he advised us that painting isn’t a medium that he’s well versed in, but that Faith was more than capable of helping us. We contacted her and funnily enough, we got the cold shoulder at first, but eventually she responded with apologies for the oversight and accepted the work. We knew that we wanted an elderly man’s portrait with a sort of surrealist addition of his mind leaving him. She got the gist of it immediately and only asked which color palette we’d prefer before showing us some works in progress after about 3 days. She’s incredible.

 

LACK OF LIES: How did you get in touch with Metal Blade Records, one of the biggest metal labels in the world? Did they contact you right after the release of "The Baring of Shadows" or did you contact them? Or did it go completely differently? When the deal came about, you must have all passed out, right?

 

Nico Mirolla: This is a funny story that begins with our self-release of The Baring of Shadows in 2020. I got a DM on Twitter from a label (Not MBR) asking for us to meet with them. During that meeting they advised that we should hire a lawyer to oversee the negotiations and upon doing so, the lawyer contacted ten or so other labels asking them if they too were interested in us. About five labels said they’d like to talk terms with us before we eventually whittled the candidates down to Metal Blade. They’ve been amazing so far. They’ve provided us with a budget, guidance, resources, contacts, marketing, you-name-it. It feels very surreal and even now filling out this interview, it feels like I don’t deserve it.

KARDASHEV - Liminal Rite
© KARDASHEV

LACK OF LIES: Your drummer Sean said about one year ago that your band name KARDASHEV made sense for the first few albums but not anymore and it's been too long now, so that you can't change it. How do you see that now? I had to google "Kardashev" at first sight…;-)

 

Nico Mirolla: Sean has a point. Our name is really tied to our beginnings as a band and as Sci-Fi enthusiasts. It’s been less relevant in recent records as we’ve moved away from the overarching mythos of our Kardashev lore, but I’ve got good news that nobody but you now know; we intend on writing another Sci-Fi, Kardashev-mythos full length to bring the origin story to a close. We wrote Progression, Excipio and The Almanac about a single character and their experience as a non-human, super-being, experiencing the human condition through space-time, but we never finished their story. This will be that record. After that, our namesake will be an artifact lost to time for new listeners. They’ll have to do some googling as well. Hopefully they’re here now, reading this. 🖖 Welcome.

 

LACK OF LIES: When will your fans have the opportunity to actually see you live, especially in Germany? Are there already advanced plans? So far, there have always been considerations on your part…

 

Nico Mirolla: In the past, we played a festival in the UK (Tech Festival 2015) and we went on a small tour and played some local shows, but we’ve not performed since 2016. As of right now, we have no live plans since the live business model doesn’t really fit with our personal lives, businesses or profit models, but maybe one day we can take the time to meet up, practice, work out logistics and find a few bands to travel with. 😊 We do however livestream our practices/community days on Twitch/Youtube, so subscribe if you wanna come hang out!

 

LACK OF LIES: What else can we expect from KARDASHEV in the near and more distant future?

 

Nico Mirolla: We work very closely with our fans and community across Discord and our Enlisted Traveler’s on our website. Together, they give us feedback on demos, merch designs, collaborations, and much more. We’ve focused our content on these supporters and try to include them in our process as much as we can, but beyond that, we spend our time making records and videos for the internet for now. Who knows what the future holds!

 

(Janko)

 

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KARDASHEV in der "Liminal Rite" Besetzung:

Mark Garrett - Vocals

Nico Mirolla - Guitars

Alex Rieth - Bass

Sean Lang - Drums

 

Tracklist:

01. The Approaching of Atonement (01:52) 

02. Silvered Shadows (07:53)   

03. Apparitions in Candlelight (05:59)

04. Dissever (01:11)       

05. Lavender Calligraphy (05:00)       

06. The Blinding Threshold (01:29)   

07. Compost Grave-Song (04:19)

08. Cellar of Ghosts (06:32)      

09. Glass Phantoms (05:14)      

10. A Vagabond's Lament (08:38)      

11. Beyond the Passage of Embers (11:48)  

 

TT: 59:55 Minuten

 

Anspieltipps: Compost Grave-Song; Cellar of Ghosts; Silvered Shadows; Glass Phantoms

 

Compost Grave-Song:

Glass Phantoms:




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- Ich bitte von der Übersendung nicht angeforderter Rezensionsexemplare in physischer Form abzusehen, da ich diese in der Regel nicht bearbeiten kann -