BENTLEY LITTLE – Interview zu "BEHIND" vom 15.01.2026

(German & English version)

 

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- von verborgenen Welten des Wahnsinns, Horror als Wohlfühlform der Belletristik, so zu leben wie damals im College und über Dinge zu schreiben, die mich wütend machen -

 

Bentley Little, der im Dezember 1960 das kalte Licht des Kreißsaals in Mesa, Arizona erblickte, liebt das Zwielichtige, das Makabre, das Böse. Mit seinen surrealen, literarischen Horror-Fiction-Trips hat sich der Master Of The Dark and Grotesque über die Jahre in die Herzen unzähliger Leser geschrieben. Seine skurrilen Werke scheinen oft aus psychoaktiven (Alb-)traumwelten oder aus den Fugen geratenen Paralleluniversen zu bestehen, die häufig mit dystopischen Tendenzen einhergehen. Bentley Little beschwört dabei düstere, unheilvolle Kulissen herauf, die sich in der Regel um banale Alltagsgeschichten mit völlig normalen Protagonisten drehen, welche er mit Vorliebe in einen zerebral zermürbenden, bizarren und unersättlichen Abgrund stößt. Sein kürzlich bei Cemetery Dance Germany (dem erfolgreichen Imprint des Buchheim Verlags) erschienener Mystery-Horror-Trip "BEHIND", macht da keinerlei Ausnahme. So war es für mich ein (durch-)dringendes Bedürfnis, ein wenig hinter diese düsteren und unheilvollen Kulissen des sympathischen und humorvollen Ausnahmeschriftstellers zu blicken.

 

Mein spezieller Dank geht auch dieses Mal wieder an Olaf Buchheim vom Buchheim Verlag, der den Kontakt zu Bentley hergestellt und dieses Interview möglich gemacht hat!

 

Bentley Little - Interview 15.01.2026
Photo by Emerson Little

LACK OF LIES: Hey Bentley,

 

im Vorfeld zu unserem Interview möchte ich dir und deiner Familie (auch wenn wir uns nicht persönlich kennen J) ein gutes, gesundes und glückliches neues Jahr, viel Erfolg und viel Inspiration für dein Schreiben wünschen! Außerdem danke ich dir für all die wunderschön erschreckenden, düsteren und grotesken Buchstabenzusammenstellungen, die sich in meinem Gehirn zu monströs-surrealen Horrorszenarien zusammengesetzt haben! Vielen Dank auch für die Möglichkeit zu diesem Interview!

 

Du zeichnest deine Protagonisten gerne als Ottonormalverbraucher, die labil, unsicher oder ängstlich erscheinen und denen zumeist eine bedrückende und entrückende Gefühlswelt aufgezwungen wird. Was macht für dich den Reiz daran aus, das Banale, das Alltägliche auf lyrisch-satirische Weise mit dem Skurrilen, Grotesken und Bizarren zu verbinden, um selbiges letzten Endes auf deine Akteure niederprasseln zu lassen? 

 

BENTLEY LITTLE: Ich glaube, Leser identifizieren sich am ehesten mit einem „durchschnittlichen“ Protagonisten. Diese Identifikation macht schreckliche Ereignisse glaubwürdiger und die misslichen Lagen, in denen sich die Figuren befinden, nachvollziehbarer. Ich denke auch, dass Horrorliteratur wirkungsvoller ist, wenn bizarre Situationen dem normalen Alltag gegenübergestellt werden.

 

LACK OF LIES: Keimt dabei auch eine Art spielerisch-frivoler Sadismus in dir auf, wenn du das Normale auf lyrische Weise aus den Fugen heben kannst und die Leben deiner Akteure vollkommen auf den Kopf stellst?

 

BENTLEY LITTLE: Ich bin mir nicht sicher, was genau mit “frivolem Sadismus” gemeint sein soll und ich schreibe auch keine Liedtexte, aber es macht mir manchmal Spaß, meine Figuren auf die Probe zu stellen. Außerdem..., wenn die Leser von den schrecklichen Dingen lesen, die meinen Figuren widerfahren, erkennen sie vielleicht, dass ihre eigene Situation, so schwierig sie im Moment auch sein mag, so schlimm nun auch wieder nicht ist. Deshalb habe ich Horror immer als Wohlfühlform der Belletristik angesehen.

 

LACK OF LIES: In deinen surrealen Werken greifst du mit Vorliebe Institutionen des öffentlichen Rechts, wie das DMV (Department of Motor Vehicles; zu Deutsch: die US-amerikanische Kraftfahrzeug-Zulassungs- und Führerscheinstelle), die Post, Versicherungen, Universitäten, Banken oder wie in deinem neuesten Roman "City Hall" eben das Rathaus auf und nimmst sie auf die Schippe. Liegt es daran, dass diese Einrichtungen für dich den Inbegriff des alltäglichen (bürokratischen) Wahnsinns verkörpern und welche Begebenheiten haben dich letztlich zu "Behind" und welche zu "City Hall" inspiriert?

 

BENTLEY LITTLE: Ich schreibe über Dinge, die mich wütend machen, mich ärgern oder mir Sorgen bereiten. Ich hatte ein Problem mit der Post und schrieb THE MAILMAN. Ich war unglücklich darüber, dass eine große Ladenkette kleine lokale Geschäfte verdrängte und schrieb THE STORE. Ich hatte ein Problem mit einer Versicherungsgesellschaft und schrieb THE POLICY. Probleme mit der Bank? Ich schrieb THE BANK. Ein Streit mit meiner Hausverwaltung? THE ASSOCIATION. Ärger beim Beantragen eines neuen Führerscheins? DMV. Fast alle meine fiktionalen Werke handeln von persönlichen Beschwerden, die ich an verschiedene Institutionen richtete.

 

BEHIND ist mein Pandemie-Roman. Ich bin mit Science-Fiction-Filmen aus den 1950er- und 1960er-Jahren aufgewachsen, in denen Bedrohungen wie Außerirdische oder Meteoriten die Menschheit dazu veranlassten, sich zusammenzuschließen und zu erkennen, dass ihre kleinlichen nationalen Differenzen angesichts einer globalen Herausforderung bedeutungslos waren. Als wir jedoch mit COVID mit einer tatsächlichen globalen Krise konfrontiert waren, schlossen sich die Menschen nicht zusammen. Sie spalteten sich, zerbrachen und trennten sich in gegnerische Lager. Nicht nur das, sie scheinen im Nachhinein sogar zu leugnen, dass so etwas überhaupt passiert ist. Buchstäblich Millionen von Menschen starben. Die Leichen wurden in Kühlwagen gelagert, weil die Leichenhallen voll waren. Doch jetzt erwähnt das niemand mehr und alle tun so, als wäre es nie geschehen. BEHIND spielt nicht nur in dieser Zeit, sondern – SPOILER-ALARM – der Hauptcharakter erlebt eine verborgene Welt des Wahnsinns und entdeckt dann, dass, sobald die Dinge wieder normal sind..., sie nicht wirklich wieder normal sind. Die Dinge haben sich auf kleine, aber dauerhafte Weise verändert, und er ist der Einzige, der dies bemerkt.

 

CITY HALL entstand, weil ich acht Jahre lang im Rathaus einer mittelgroßen Stadt in Südkalifornien gearbeitet und dort viele Ideen gesammelt habe. Ich fand immer, dass dies ein interessanter Schauplatz für einen Roman wäre, obwohl ich eine Weile gebraucht habe, um mich daranzumachen, darüber zu schreiben. Manchmal vergleiche ich meinen Schreibprozess mit einer Auster. Eine Idee beginnt als störendes Sandkorn und wächst im Laufe der Jahre zu einer Perle heran. Genau das ist hier passiert. Die Idee reifte heran.

All illustrations by Glenn Chadbourne

LACK OF LIES: Man kann man aus deinen düsteren Geschichten eine mehr oder minder deutliche Gesellschaftskritik herauslesen. Verfolgst du in deinen Szenarien bestimmte Aussagen, hast du also ein klares Konzept vor Augen mit Anfang und Ende oder entwickeln sich deine Storys, Charaktere etc. erst während des Schreibprozesses?

 

BENTLEY LITTLE: All die oben genannten Punkte. Ich beginne normalerweise mit einem Thema oder einer Situation und natürlich habe ich bereits eine Meinung dazu (wie gesagt, ich schreibe normalerweise über Dinge, die mich ärgern). Aber was die Figuren oder die Handlung angeht, so entwickeln sich diese während des Schreibens. Ich plane nichts im Voraus. Es ist eher so, als würde ich mir selbst eine Geschichte erzählen und sie aufschreiben, während ich sie mir ausdenke. Oder genauer gesagt, als würde ich einen Film in meinem Kopf sehen und meine Beschreibung davon niederschreiben.

 

LACK OF LIES: Deine bizarren Horror-Trips erinnern häufig an (Alb-)Träume oder verzerrte Handlungen aus einem Paralleluniversum. Da macht auch dein kürzlich im Buchheim Verlag erschienener 2024er Roman "BEHIND" keine Ausnahme. Sind das auch deine eigenen Assoziationen und Intentionen sie in dieser Form zu (be-)schreiben?

 

BENTLEY LITTLE: Ich liebe Traumlogik. Ich bin ein großer Fan von David Lynch und was ich an seiner Arbeit am meisten schätze ist, dass er einfach bizarre Bilder und Ideen präsentiert, ohne sich die Mühe zu machen, sie zu erklären. Ich glaube nicht, dass alles eine logische Erklärung braucht oder überhaupt eine Erklärung. Ich war nie ein Fan von Horrorliteratur, in der eine gewöhnliche Person in eine außergewöhnliche Situation gerät und nicht nur herausfindet, wie sie sich daraus befreien kann, sondern auch noch exakt weiß, was mit ihr passiert ist. Und wie. Und warum. Die Wahrheit ist, dass jemand in einer solchen Situation niemals die Gründe dafür erfahren wird, warum etwas passiert ist oder wie genau es dazu gekommen ist. Deshalb ziehe ich es vor, diese Dinge vage zu halten, auch wenn viele Verlage mich dafür kritisieren. Tatsächlich sind die meisten konkreten Erklärungen in meinen Werken das Ergebnis von Druck seitens der Verlage. Wenn es nach mir ginge, würde ich die Dinge ungeklärt lassen, weil das meiner Meinung nach dem Leben eher entspricht.

 

LACK OF LIES: In deinem neuesten Martyrium "City Hall", welches im November 2025 bei Cemetery Dance Publications (dem amerikanischen Lizenzgeber des Buchheim Verlag Imprints Cemetery Dance Germany) publiziert wurde, schickst du deinen Protagonisten Paul Wardlow in den puren Wahnsinn der Stadtverwaltung der fiktiven Stadt Arovista. Was haben deine Leser von diesem neuen Roman zu erwarten?

 

BENTLEY LITTLE: Ich bin sehr schlecht darin, meine Arbeit zu beschreiben und ziehe es vor, dies nicht zu tun. Ich sage nur so viel: Wenn dir meine früheren Romane gefallen haben, wird dir wahrscheinlich auch dieser gefallen. Wenn du eines meiner anderen Bücher gelesen hast und es dir nicht gefallen hat, wird dir dieses auch nicht gefallen.

Bentley Little - CITY HALL
Originalcover
Bentley Little - BEHIND
Originalcover

LACK OF LIES: Das unheilvolle Cover zu "City Hall" (wie auch zum Original von "BEHIND") stammt einmal mehr vom Schriftsteller und Cover Designer Kealan Patrick Burke (https://www.elderlemondesign.net). Hattest du darauf Einfluss oder übernimmt das in dem Fall der Verlag Cemetery Dance Publications und kennt ihr euch persönlich?

 

BENTLEY LITTLE: Ich habe keinen Einfluss auf die Gestaltung meiner Bücher und obwohl ich Kealan Patrick Burke nicht persönlich kenne, habe ich schon ein paar Mal mit ihm korrespondiert. Wir bewundern gegenseitig unsere Arbeit. Ich liebe die Cover, die er für meine Bücher gestaltet hat.

Bentley Little - BEHIND
VÖ: 19.12.2025 / Buchheim Verlag

LACK OF LIES: Was sagst du zu den limitierten Cemetery Dance Germany Ausgaben aus dem Buchheim Verlag, den Covern deiner Werke aus der Feder von Ben Baldwin und zu den Illustrationen von Glenn Chadbourne? Habt ihr bereits zuvor zusammengearbeitet und hattest du dahingehend die Möglichkeit Einfluss auf die Darstellungen zu nehmen oder Feedback zu geben?

 

BENTLEY LITTLE: Ich finde sie fantastisch! Manchmal (aber nicht immer) habe ich vorab Kopien der Illustrationen erhalten und nie Änderungswünsche gehabt. Meine Kommentare lauten in der Regel nur: „Sieht großartig aus! Danke!“ Allerdings..., wenn ich mir das BEHIND-Artwork anschaue, das ich zum ersten Mal im Rahmen dieses Interviews gesehen habe, frage ich mich, warum das BEHIND-Haus so klein ist. Es sollte eigentlich genauso groß, wie das Haus davor sein. Hätte man mir das Artwork vor der Veröffentlichung gezeigt, hätte ich das wahrscheinlich erwähnt.

 

LACK OF LIES: Aller Anfang ist schwer. Bis du als Schriftsteller (auch finanziell) anerkannt wurdest, hast du eine Menge bescheidener Jobs verrichten müssen (irgendwo muss die Kohle schließlich herkommen). Wie würdest du selbst deinen eigenen Werdegang beschreiben?

 

BENTLEY LITTLE: Ich habe mich definitiv hochgearbeitet. Als Teenager schrieb ich Artikel für eine kleine wöchentlich erscheinende Lokalzeitung und im College studierte ich Journalismus mit dem festen Vorsatz, Reporter zu werden. Aber ich wollte schon immer Belletristik schreiben – und habe auch immer Belletristik geschrieben. Ich hielt es nur nicht für einen realistischen Karriereweg. Nach Hunderten von Absagen verkaufte ich schließlich eine Geschichte an ein kleines Horror-Magazin und damit änderte sich mein Lebensweg. Ich erwarb meinen Master in Englisch und verkaufte weiterhin Geschichten an verschiedene Publikationen. Meine Masterarbeit war mein erster Roman, THE REVELATION. Nach meinem Abschluss beschloss ich, eine Arbeit zu suchen, bei der ich keine Arbeit mit nach Hause nehmen musste und meine Abende und Wochenenden mit Schreiben verbringen konnte. Deshalb nahm ich die Stelle im Rathaus an. Ich verkaufte weiterhin meine Kurzgeschichten an immer mehr Magazine und fand schließlich einen Verleger für THE REVELATION ... und dann für THE MAILMAN ... und dann für DEATH INSTINCT ... und dann für THE SUMMONING. Erst mit der Veröffentlichung meines fünften oder sechsten Romans verdiente ich genug, um mein Gehalt im Rathaus zu erreichen. Zu diesem Zeitpunkt kündigte ich meinen Job und wurde Vollzeitautor. Ich habe es nie bereut.

 

LACK OF LIES: Im Internet erfährt man immer noch sehr wenig über dich. Du bist auch alles andere als ein Fan von Social-Media-Konten, hast keine Homepage und (wenn man den Biografien im Internet Glauben schenken darf) besitzt du nicht einmal ein Mobiltelefon. Warum hast du dich dafür entschieden und meinst du nicht, dass du noch erfolgreicher sein könntest, wenn du diese Medien nutzen würdest (oder jemanden beauftragen würdest, dies in deinem Namen zu tun)?

 

BENTLEY LITTLE: Ich lebe im Grunde genommen genauso wie damals im College. Ich hänge ab, lese Bücher, höre Schallplatten, schaue fern, schaue Filme, schreibe. Ja, ich wäre vielleicht erfolgreicher, wenn ich mehr Werbung machen würde, aber ich verdiene meinen Lebensunterhalt mit dem Schreiben von Belletristik! Das ist das Einzige, was ich jemals wollte. Für mich ist das Beste daran, Schriftsteller zu sein, dass ich das Leben führen kann, das ich mir ausgesucht habe. Und das tue ich auch.

 

LACK OF LIES: Ich musste ja mal ordentlich lachen, als in einem Interview mit dir gelesen habe, dass du, wenn du Zugang zum Internet hättest, unzählige Stunden damit verschwenden würdest, Dinge über dich selbst zu recherchieren, gefälschte Beiträge darüber schreiben würdest, wie großartig du bist und mit Leuten zu streiten würdest, die deine Arbeit nicht mögen...suuuper! Das war aber mit einem Augenzwinkern gemeint, oder?

 

BENTLEY LITTLE: Irgendwie schon. Aber da ist auch was Wahres dran. Man muss schon ein riesiges Ego haben, um überhaupt Schriftsteller zu werden, um zu glauben, dass die eigenen Ideen, Gedanken und Geschichten es wert sind, dass die Leute Dollars dafür hinwerfen, um sie zu lesen. Vor etwa zehn Jahren gab es eine Computerpanne bei Amazon, durch die vorübergehend die wahren Identitäten der Verfasser von Leserrezensionen offenbart wurden. Und siehe da, viele von ihnen waren Autoren, die ihre Konkurrenten verunglimpften und sich selbst lobten. Ich bin nicht so naiv zu glauben, dass ich nicht dasselbe tun würde. Daher ist es sicherer, mich dieser Versuchung nicht auszusetzen. Außerdem interessieren mich soziale Medien und die Online-Welt, um ehrlich zu sein, nicht die Bohne.

 

LACK OF LIES: Du hast dich mal selbst als old-fashioned bezeichnet. Schreibst du deine Geschichten auf einem Computer, einer Schreibmaschine oder gar auf Papier? Wie sieht das alltägliche Leben für dich als Schriftsteller aus? Wie merkst du dir deine Ideen? Wie schreibst du sie auf? Und wie kommunizierst du zum Beispiel dieses Interview?

 

BENTLEY LITTLE: Ich benutze einen Computer, aber er ist nicht mit dem Internet verbunden (weshalb ich mein antiquiertes Betriebssystem nie aktualisieren oder auf Viren scannen musste). Im Grunde genommen ist es eine Schreibmaschine, mit der ich meine Geschichten speichern kann. Ideen schreibe ich auf kleine Zettel, die ich in einem Ordner aufbewahre. Oft kommen mir Ideen, wenn ich mit dem Auto unterwegs bin. Deshalb habe ich einen kleinen Block mit Haftnotizen und einen Stift, den ich im Handschuhfach aufbewahre. Wenn eine Idee in mir heranwächst, warte ich, bis ich an einer Ampel halte und schreibe sie dann schnell auf.

 

Was dieses Interview angeht..., die Fragen wurden an eine der E-Mail-Adressen meines Sohnes geschickt. Er hat sie für mich ausgedruckt, ich schreibe meine Antworten auf meinem Computer, und er wird sie auf einen USB-Stick kopieren und dann per E-Mail zurückschicken.

 

LACK OF LIES: Wie zufrieden bist du mit der Amazon Prime Serienadaption zu "The Consultant" (Der Berater), des britischen Fernsehdrehbuchautors Tony Basgallop (mit Christoph Waltz in der Hauptrolle) und stehen weitere Film-/Serienadaptionen deiner Werke an?

 

BENTLEY LITTLE: Die Serie basierte nur lose auf meinem Roman, aber sie hat mir sehr gut gefallen. Und eine der Ergänzungen zu meiner Geschichte – die Idee, dass der Berater ein goldenes Skelett aus geschmolzenem Schmuck hatte – fand ich brillant. Außerdem fand ich Christoph Waltz in der Hauptrolle großartig. Er war fantastisch. Perfekte Besetzung. Das Wichtigste für mich bei einer Verfilmung eines Romans für Kino oder Fernsehen ist, dass sie dem Wesen und dem Geist des Originals treu bleibt. Auch wenn viele meiner Bekannten mir da nicht zustimmen, ist eine meiner Lieblingsverfilmungen eines Stephen-King-Romans „The Dead Zone“. Für den Film wurden zwar einige Änderungen an der Handlung vorgenommen, aber er fühlt sich wie der Roman an. Er ist der Essenz des Buches treu geblieben. Und ich denke, die Macher von „The Consultant“ haben das Gleiche mit meinem Roman geschafft.

 

Derzeit sind keine weiteren Verfilmungen in Arbeit.

 

LACK OF LIES: Vielen herzlichen Dank Bentley, dass du uns die Möglichkeit zu diesem Interview und einen kleinen Einblick rund um dein Schaffenswerk gegeben hast.

 

(Janko)


 

Das meint LACK OF LIES zum jeweils besprochenen Band 1 bis 30, der Cemetery Dance Germany Reihe (inklusive Interviews mit Adam Nevill, Stephen Graham Jones und Bentley Little):

 


 

- original english version -

 


BENTLEY LITTLE – Interview about “BEHIND” from January 15, 2026

- of hidden worlds of craziness, horror as the most feel-good form of fiction, living the same way I did in college and writing about things that make me angry -

 

Bentley Little, who saw the cold light of the delivery room in Mesa, Arizona in December 1960, loves the shady, the macabre, the evil. With his surreal, literary horror fiction trips, the Master Of The Dark and Grotesque has written his way into the hearts of countless readers over the years. His bizarre works often seem to consist of psychoactive nightmare/dream worlds or unhinged parallel universes, which are often accompanied by dystopian tendencies. Bentley Little conjures up dark, ominous settings that usually revolve around banal, everyday stories with completely normal protagonists, whom he prefers to push into a cerebral, grueling, bizarre and insatiable abyss. His mystery horror trip "BEHIND", recently published by Cemetery Dance Germany (an imprint of Buchheim Verlag), is no exception. So it was an urgent (biting) need for me to take a look behind the dark and ominous scenes of the likeable and humorous exceptional writer.

 

My special thanks once again go out to Olaf Buchheim from Buchheim Verlag, who put us in touch with Bentley and made this interview possible!

 

LACK OF LIES: Hey Bentley,

 

in advance of our interview, I would like to wish you and your family (even if we don't know each other personally J) a good, healthy and happy New Year, much success and lots of inspiration for your writing! I would also like to thank you for all the beautifully frightening, dark and grotesque combinations of letters that have been put together in my brain to create monstrously surreal horror scenarios! Thank you also for the opportunity for this interview!

 

You like to portray your protagonists as average consumers who appear unstable, insecure or anxious and who are usually forced into an oppressive and alienating world of emotions. What appeals to you about combining the banal, the everyday in a lyrical-satirical way with the peculiar, grotesque and bizarre in order to ultimately let this mixture rain down on your protagonists?

 

BENTLEY LITTLE: I think readers identify with an “average” protagonist. That identification makes horrific events more believable when they occur and the predicaments in which characters find themselves more relatable. I also think horror fiction is more effective when bizarre situations are juxtaposed against normal everyday life.

 

LACK OF LIES: Does a kind of playful, frivolous sadism arise in you when you tear the normal apart from the seams in your lyrics and completely turn the lives of your protagonists upside down?

 

BENTLEY LITTLE: I’m not sure what “frivolous sadism” is, and I don’t write lyrics, but it is sometimes fun to put my characters through their paces. Besides, when people read about the horrible things that happen to my characters, they might realize that, as tough as things might be for them at the moment, at least their own personal situation isn’t that bad. Which is why I’ve always considered horror to be the most feel-good form of fiction.

 

LACK OF LIES: In your surreal works you like to take up public institutions such as the DMV, the post office, insurance companies, universities, banks or, as in your latest novel "CITY HALL", the town hall and turn them through the mangle. Is it because for you these institutions embody the epitome of everyday (bureaucratic) madness and which events ultimately inspired you to write "BEHIND" and which to "CITY HALL"?

 

BENTLEY LITTLE: I write about things that anger me, annoy me or concern me. I had a problem with the post office and wrote THE MAILMAN. I was unhappy that a big chain store was putting small locally owned shops out of business and wrote THE STORE. I had a problem with an insurance company and wrote THE POLICY. Bank problems? I wrote THE BANK. A fight with my homeowners’ association? THE ASSOCIATION. Irritation with getting a new driver’s license? DMV. Almost all of my fiction involves personal gripes I’ve had with various institutions.

 

BEHIND is my pandemic novel. I grew up watching 1950s and 1960s science fiction films, where threats such as aliens or meteors caused humanity to band together and realize that their petty national differences were nothing in the face of a global challenge. Yet when we faced an actual global crisis with COVID, people did not band together. They splintered and fractured and separated into opposing camps. Not only that, but in the aftermath, they seem to be in denial that such a thing even happened. Literally, millions of people died. Bodies were being stored in refrigerated trucks because the morgues were full. Yet now no one mentions it and everyone pretends that it didn’t occur. BEHIND not only takes place during this time period, but—SPOILER ALERT—the main character experiences a hidden world of craziness and then discovers that once things are back to normal…they aren’t really back to normal. Things have changed in small but permanent ways, and he’s the only one who notices.

 

CITY HALL came about because I worked at the city hall of a mid-sized Southern California city for eight years and stored up a lot of ideas from my time there. I always thought it would be an interesting setting for a novel, although it’s taken me awhile to get around to writing about it. I sometimes liken my writing process to an oyster. An idea starts off as an irritating bit of sand and over the years grows into a pearl. That’s what happened here. The idea gestated.

 

LACK OF LIES: You can read a more or less clear social criticism between the lines of your dark stories. Do you follow certain statements in your scenarios, so do you have a clear concept in mind with a beginning and end, or do your stories, characters, etc. only develop during the writing process?

 

BENTLEY LITTLE: All of the above. I usually start with a subject or situation, and of course I already have a point of view (as I said, I usually write about things that annoy me). But as for characters or plot specifics, those evolve as I’m writing. I don’t plan anything out. It’s more like I’m telling a story to myself and writing it down as I make it up. Or, more accurately, like I’m watching a movie in my head and transcribing my description of it.

 

LACK OF LIES: Your bizarre horror trips are often reminiscent of nightmares/dreams or distorted actions from a parallel universe. Your 2024 novel "BEHIND" recently published by Buchheim Verlag, is no exception. Are these also your own associations and intentions for describing and writing them in this form?

 

BENTLEY LITTLE: I love dream logic. I’m a huge fan of David Lynch, and what I appreciate most about his work is that he just puts bizarre images and ideas out there and doesn’t bother to explain them. I don’t think everything needs a logical explanation, or any explanation at all, really. I was never a fan of horror fiction where an ordinary person was shoved into an extraordinary situation and not only figured out how to extract himself but knew exactly what occurred to him. And how. And why. The truth is that someone in that instance is never going to know the reasons why something occurred or how precisely it came about. So I prefer to keep those things vague, though a lot of publishers fight me on that. In fact, most of the concrete explanations in my work are a result of publisher pressure. If it were up to me, I would leave things unexplained, because that’s more true to life, I think.

 

LACK OF LIES: In your latest martyrdom "CITY HALL", which was published in November 2025 by Cemetery Dance Publications (the American licensor of the Buchheim Verlag imprint Cemetery Dance Germany), you send your protagonist Paul Wardlow into the pure madness of the city administration of the fictional city of Arovista. What can your readers expect from this new novel?

 

BENTLEY LITTLE: I’m very bad at describing my work and prefer not to do it. I’ll just say that if you’ve liked any of my previous novels, you’ll probably like this one. If you read one of my other books and didn’t like it, you won’t like this one, either.

 

LACK OF LIES: The ominous cover for "CITY HALL" (as well as the original "BEHIND") once again comes from writer and cover designer Kealan Patrick Burke (https://www.elderlemondesign.net). Did you have any influence on that, or is Cemetery Dance Publications responsible for that, and do you know each other personally?

 

BENTLEY LITTLE: I have no input on the artwork for any of my books, and while I don’t actually know Kealan Patrick Burke, I’ve corresponded with him a couple of times. We’re sort of mutual admirers of each others’ work. I love the covers he’s done for my books.

 

LACK OF LIES: What do you think of the limited Cemetery Dance Germany editions from Buchheim Verlag, the covers of your works designed by Ben Baldwin and the illustrations by Glenn Chadbourne? Have you worked together before and did you have the opportunity to influence the representations or give feedback?

 

BENTLEY LITTLE: I think they’re terrific! I’ve sometimes (but not always) been sent copies of the artwork ahead of time, and have never found any need to request changes. My comments are usually just, “It looks great! Thanks!” Although…looking at the BEHIND artwork accompanying this interview and seeing it for the first time, I do find myself wondering why the BEHIND house is so small. It’s supposed to be of comparable size to the house in front of it. I might have mentioned that if I’d been shown the artwork before publication.

 

LACK OF LIES: Every beginning is difficult. Before you were recognized (also financially) as a writer, you had to do a lot of humble jobs (the money has to come from somewhere, after all). How would you describe your own career?

 

BENTLEY LITTLE: I definitely worked my way up through the ranks. As a teenager, I wrote articles for a small town weekly newspaper, and in college I majored in journalism, fully intending to become a reporter. But I’d always wanted to write fiction—and always had written fiction. I just didn’t think it was a viable career path. Then, after hundreds of rejections, I finally sold a story to a small press horror magazine, and my trajectory changed. I went on to earn my master’s degree in English, while continuing to sell stories to various publications. My master’s project was my first novel, THE REVELATION. After graduating, I decided to find the type of employment where I didn’t have to take work home, where I could spend my nights and weekends writing. That’s why I took the job at city hall. I continued to sell my short fiction to more and more magazines, and eventually found a publisher for THE REVELATION…and then THE MAILMAN...and then DEATH INSTINCT…and then THE SUMMONING. It wasn’t until the publication of my fifth or sixth novel that I began earning enough to equal my city hall salary. At that point, I quit my job and became a full-time writer. I’ve never looked back.

 

LACK OF LIES: People still learn very little about you on the internet. You're anything but a fan of social media accounts, you don't have a homepage and (if you can believe the biographies on the internet) you even don't own a cell phone. Why do you chose it like that and don't you think you could be even more successful if you would use these media (or let someone use for you in representation)?

 

BENTLEY LITTLE: I basically live the same way I did in college. I hang out, read books, listen to records, watch TV, watch movies, write. Yes, I might be more successful if I did more promotion, but I’m making a living writing fiction! Which is the only thing I’ve ever wanted. For me, the best thing about being a writer is that I can live the kind of life I choose. And I do.

 

LACK OF LIES: I had a good laugh when I read in an interview with you that if you had access to the internet you would waste countless hours researching things about yourself, write fake posts about how great you are and argue with people who don't like your work...suuuper! But that was meant with a wink, right?

 

BENTLEY LITTLE: Sort of. But it’s also true. You have to have a huge ego to be a writer in the first place, to think that your ideas, your thoughts, your stories, are worth people plunking down dollars to read your work. A decade or so ago, there was an Amazon computer glitch and the real identities of people writing reader reviews were temporarily revealed. Lo and behold, a lot of them were authors trashing their competitors and praising themselves. I’m not so naïve to think I wouldn’t do the same thing. So it’s safer not to expose myself to that temptation. Also, to be honest, social media and the online world hold zero interest for me.

 

LACK OF LIES: You once described yourself as old-fashioned. Do you write your stories on a computer, a typewriter or even on paper? What does everyday life look like for you as a writer? How do you remember your ideas if you're out and about somewhere at the moment? How do you write them down? And how do you communicate this interview, for example?

 

BENTLEY LITTLE: I use a computer, but it’s unconnected to the internet (which is why I’ve never needed to update my ancient operating system or scan for viruses). It’s basically a typewriter that allows me to save my stories. As for ideas, I write them down on little scraps of paper that I put in a folder. I often come up with ideas when I’m driving in my car, and for that reason, I have a little pad of Post-Its and a pen that I keep in the glove compartment. If an idea occurs to me, I’ll wait until I hit a stoplight, then quickly write it down.

 

As for this interview, the questions were sent to one of my son’s email addresses. He printed them out for me, I’m writing my answers on my computer, and he’s going to copy them onto a flash drive and then email them back.

 

LACK OF LIES: How satisfied are you with the Amazon Prime series adaptation of "The Consultant" by British television screenwriter Tony Basgallop (starring Christoph Waltz in the leading role) and are there any further film/series adaptations of your works coming up?

 

BENTLEY LITTLE: The series was only loosely based on my novel, but I really liked it. And one of the additions that was made to my story—the idea that the consultant had a gold skeleton made from melted jewelry—I thought was brilliant. Also, I loved Cristoph Waltz in the title role. He was terrific. Perfect casting. The most important thing for me, in a cinematic or television adaptation of a novel, is that it stay true to the tone and spirit of the original work. Although many people I know disagree with me, one of my favorite film adaptations of a Stephen King book is “The Dead Zone.” The movie changed quite a few things, plotwise, but it feels like the novel. It stayed true to the essence of the book. And I think the people who made “The Consultant” were able to do the same thing with my novel.

 

At the moment, there are no other adaptations in the works.

 

LACK OF LIES: Thank you very much, Bentley, for giving us the opportunity for this interview and a little insight into your work.

 

(Janko)



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