THOMAS KNÜWER - Giftiger Grund

Droemer Knaur

- mysteriöser, rasanter und mitreißender Psychothriller -

(German & English version)


Thomas Knüwer - Giftiger Grund
ET: 02.03.2026 / Droemer Knaur

German version (for the English version scroll down further):

 

Sieben Jahre nach einem Überfall auf eine Tankstelle in der ländlichen Provinz, folgt die Bloggerin Charu einem neuen Eintrag auf der Urbex Guild Map. Die junge Frau möchte die erste sein, die eine Zeitraffer-Nachtaufnahme dieser, mittlerweile zum Lost Place verkommenen Tankstelle postet. Dass Charu jedoch nicht die erste vor Ort ist, muss sie sich schnell eingestehen. Vandalismus, Partys und Obdachlose haben ihren Tribut gefordert. Als sich während der unbeaufsichtigten Videoaufnahme der Influencerin ein Mädchen in Schlafanzug und Gummistiefeln auf der nächtlichen Aufnahme verewigt, legt sich Charu in der darauffolgenden Nacht auf die Lauer. Das junge Mädchen kehrt tatsächlich wieder, doch als die Kleine Charu bemerkt, flüchtet sie in das nahe Waldstück. Die Bloggerin verfolgt das Mädchen und rennt dabei in den etwas konfus wirkenden Joran. Was hat die Kleine hier nachts zu suchen? Warum liegt sie nicht im Bett, wie alle anderen Kinder ihres Alters auch? Warum ist sie überhaupt nachts alleine unterwegs? Und was macht der junge Mann hier? Gehört er zu dem Mädchen oder hat er es verfolgt? Fragen über Fragen, die beginnen Charus Gedanken zu martern.

 

Aus der Ich-Perspektive der jeweiligen Akteure und im Präsens verfasst, birgt Thomas Knüwers 336 Seiten starker Psychothriller "Giftiger Grund" einen stakkatoartig pointierten, mitreißenden und endgültigen Erzählstil. Das ist zwar nicht neu, aber höchst effektiv. Die modern aufgepimpte, prägnante und eindringliche Gen-Z-Sprache, des 1983 im Münsterland geborenen und heute mit seiner Frau und drei Kindern in Hamburg ansässigen Schriftstellers, ist düster, brutal, mysteriös und spannend. Eingebettet in eine pessimistisch resignierte Grundstimmung ist Knüwers eigensinniger Schreibstil in eine, vor Sarkasmus triefende Metaphorik getaucht, die schon mal mit obszönen Untertönen belegt ist. Der Leiter einer Hamburger Digitalagentur neigt jedoch, im Gegensatz zu vielen seiner Genrekollegen, selten zu Übertreibungen, zur Dramaturgie oder zur Effekthascherei, was sich positiv auf die Glaubwürdigkeit seiner, teils regelrecht ekligen Szenarien auswirkt. Und so lässt er seine potenzielle Leserschaft an seinen Seiten kleben, wie ein Neugeborenes an den Brüsten seiner Mutter.

 

Ein weiterer Erzählstrang befasst sich mit dem bereits erwähnten Joran Horvat. Nach sechs Jahren und acht Monaten frisch aus dem Knast entlassen, kommt der 26-Jährige zunächst in einem schäbigen Hotel unter. Er will sein Leben auf die Kette kriegen, was sich als gar nicht mal so einfach herausstellt. Als Joran erfährt, dass die Tankstelle, die er damals mit Marvin und Aras überfallen hat, mittlerweile leer steht, macht er sich noch in derselben Nacht auf den Weg, in der Hoffnung, dass sich das gestohlene Geld noch immer in dem einstigen Versteck befindet. Doch was Joran in dem alten Schacht nahe der ehemaligen Tanke findet ist nicht das Geld, sondern eine verrottende und brutal stinkende Leiche. Nachdem er seine DNA, in Form seines halbverdauten Mageninhaltes, großzügig um den männlichen Leichnam verteilt, ist es auch mit seiner Anonymität zum Teufel. Da Joran befürchtet, dass man ihn mit dem Toten in Verbindung bringt und er wieder einfährt, will er sich aus dem Staub machen. Dabei rennt ein kleines Mädchen an ihm vorbei, das von einer jungen Frau verfolgt wird, die Joran beinahe über den Haufen rennt. Als tags darauf auch noch sein damaliger, gewaltbereiter Kumpel und Mittäter Marvin vor dem Hotel steht, um ihm einen Job anzubieten, ist dies der Beginn eines perfiden und infamen Albtraums für Joran.

Thomas Knüwer
©Wolfgang Köhler

Knüwers vielschichtiger, rätselhafter und spannungsvoller Plot baut auf den vielen verpassten Chancen seiner Charaktere auf, die sich immer tiefer in ihrer eigenen Scheiße vergraben. Teilweise selbstverschuldet, oft auch unverschuldet, zumeist aber einfach nur ungerechtfertigt! Fairness ist nun mal nicht die Priorität des Lebens. Und so werden Joran immer wieder Steine in den Weg gelegt. Er sucht Arbeit, findet aber keine. Und anstatt Marvin die kalte Schulter zu zeigen oder sich gegen selbigen zur Wehr zu setzen, benimmt sich Joran wie ein Hosenscheißer. "Giftiger Grund" ist eine emotional breitgefächerte, unkonventionelle und rätselhafte Geschichte über Opferrollen, (Macht-)Missbrauch, Elend, Hilflosigkeit, Mord, Vertuschung und die Frage nach Schuld, mit einem Ende wie ein Faustschlag ins Gesicht! Den Gemütlichkeit bevorzugenden Lesern sei an dieser Stelle eine Warnung anheimgestellt: "Giftiger Grund" ist alles andere als ein cozy crime!

 

(Janko)

 

https://thomasknuewer.com

https://www.instagram.com/thomas_knuewer

 

Brutalität/Gewalt: 48/100

Spannung: 81/100

Action: 72/100

Unterhaltung: 86/100

Anspruch: 58/100

Atmosphäre: 76/100

Emotion: 66/100

Humor: 17/100

Sex/Obszönität: 32/100

 

LACK OF LIES - Wertung: 85/100

 

LACK OF LIES - Altersempfehlung: ab 15 Jahren (aufgrund der allgemeinen Thematik, der Obszönitäten und der Gewaltdarstellungen)

 

Thomas Knüwer - Giftiger Grund

Droemer Knaur

Kriminalroman / Psychothriller

ISBN: 978-3-426-56846-0

336 Seiten

Paperback

Erscheinungstermin: 02.03.2026

EUR 18,00 Euro [DE] inkl. MwSt.

 

Weitere Formate:

ISBN eBook (epub): 978-3-426-56657-2

Erscheinungstermin: 03.03.2026

EUR 12,99 Euro [DE] inkl. MwSt.

 

ISBN Download - Streaming (Ungekürzt): 978-3-7324-8718-9

Erscheinungstermin: 02.03.2026

EUR 20,95 Euro [DE] inkl. MwSt.

 

"Giftiger Grund" bei Droemer Knaur: https://www.droemer-knaur.de/buch/thomas-knuewer-giftiger-grund-9783426568460



English version:

 

- mysterious, fast-paced, and gripping psychological thriller -

 

Seven years after a robbery at a gas station in a rural province, blogger Charu follows a new entry on the Urbex Guild Map. The young woman wants to be the first to post a time-lapse nighttime video of this gas station, which has since fallen into disrepair and became a lost place. However, Charu quickly realizes she isn’t the first one there. Vandalism, parties, and homeless people have taken their toll. When, during the influencer’s unattended video recording, a girl in pajamas and rubber boots appears in the nighttime footage, Charu lies in wait the following night. The young girl does indeed return, but when the little one notices Charu, she flees into the nearby woods. The blogger chases after the girl and runs into Joran, who seems a bit confused. What is the little girl doing out here at night? Why isn’t she in bed, like all the other kids her age? Why is she out alone at night in the first place? And what is the young man doing here? Is he with the girl, or was he chasing her? Questions upon questions begin to torment Charu’s thoughts.

 

Written from the first-person perspective of the respective characters and in the present tense, Thomas Knüwer’s 336-page psychological thriller "Giftiger Grund" features a staccato-like, incisive, gripping, and irrevocable narrative style. While this isn’t a new approach, it is highly effective. The modern, pimped-up, concise, and haunting Gen Z language of the author, born in 1983 in the Münsterland region and now living in Hamburg with his wife and three children, is dark, brutal, mysterious, and suspenseful. Embedded in a pessimistic, resigned underlying mood, Knüwer’s idiosyncratic writing style is steeped in imagery dripping with sarcasm, which is occasionally laced with obscene undertones. However, unlike many of his genre peers, the head of a Hamburg-based digital agency rarely resorts to exaggeration, melodrama, or sensationalism, which has a positive effect on the credibility of his scenarios, some of which are downright repulsive. And so he keeps his potential readers glued to his pages, like a newborn clinging to its mother’s breast.

 

Another storyline focuses on the aforementioned Joran Horvat. Fresh out of prison after six years and eight months, the 26-year-old initially takes up residence in a seedy hotel. He wants to get his life back on track, which turns out to be not so easy. When Joran learns that the gas station he robbed back then with Marvin and Aras is now vacant, he sets out that very same night, hoping that the stolen money is still in the old hiding spot. But what Joran finds in the old shaft near the former gas station isn’t the money, but a rotting and foul-smelling corpse. After generously spreading his DANN, in the form of his half-digested stomach contents, all around the male corpse, his anonymity goes to hell. Since Joran fears he’ll be linked to the dead man and end up back in jail, he wants to make a run for it. As he does so, a little girl runs past him, pursued by a young woman who nearly runs Joran over. When, the next day, his former, still violent buddy and accomplice Marvin shows up in front of the hotel to offer him a job, this marks the beginning of a treacherous and infamous nightmare for Joran. 

 

Knüwer’s multi-layered, enigmatic, and suspenseful plot is built on the many missed opportunities of his characters, who find themselves digging themselves deeper and deeper into their own shit. Sometimes it’s their own fault, often it’s not their fault, but most of the time it’s simply unjustified! Fairness just isn’t life’s priority. And so, time and again, obstacles are placed in Joran’s path. He looks for work but can’t find any. And instead of giving Marvin the cold shoulder or standing up to him, Joran acts like a coward. "Giftiger Grund" is an emotionally wide-ranging, unconventional, and enigmatic story about victimhood, (abuse of) power, misery, helplessness, murder, cover-ups, and the question of guilt—with an ending that hits you like a punch in the face! A word of warning to readers who prefer cozy reads: "Giftiger Grund" is anything but a cozy crime novel!

 

(Janko)


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