William Peter Blatty - Der Exorzist

Festa Verlag

- bösartiger, dämonischer und okkulter Mystery-Horror-Klassiker -

(German & English version)


William Peter Blatty - Der Exorzist
Erscheinungstermin: 23.01.2026 / Festa Verlag

German version (for the English version scroll down further):

 

Georgetown, Washington, D. C., in den frühen 1970er Jahren. In einem efeuumrankten Ziegelbau im Kolonialstil lebt die erfolgreiche Schauspielerin Chris MacNeil, gemeinsam mit ihrer Tochter Regan und den beiden Hausangestellten Willie und Karl Engstrom. Mitten in der Nacht von pochenden Lauten aufgeschreckt, betritt Chris das Zimmer ihrer zwölfjährigen Tochter, die tief und fest zu schlafen scheint. Chris bemerkt sogleich die eisige Kälte, obwohl das Fenster geschlossen und die Heizung warm ist. Das dumpfe Klopfen tut sie als Rattenkolonie auf dem Dachboden ab. Fortan verschwinden Dinge im Haus und tauchen andernorts wieder auf, Möbel werden verrückt und Fenster geöffnet. Etwas infiltriert den Geist der kleinen Regan und mischt sich in ihre Träume. Als Chris signifikante Verhaltens- und Gemütsveränderungen bei ihrer Tochter feststellt und sich die Jugendliche fortlaufend ausfälliger, respektloser und vulgärer benimmt, konsultiert Chris Dr. Klein. Eine Koryphäe auf seinem Gebiet. Nachdem selbiger diverse Tests an dem Mädchen durchgeführt hat, kann Dr. Klein ihr jedoch lediglich eine hyperkinetische Verhaltensstörung attestieren. Als Chris wenige Tage später eine Hausparty gibt, bei der neben dem britischen Regisseur Burke Dennings, der Wahrsagerin Mary Joe Perrin und Regans Privatlehrerin Sharon Spencer auch zwei Priester der Jesuitengemeinde anwesend sind, artet Regan erstmals aus. Die Zwölfjährige kann sich nach den denkwürdigen Vorfällen des Abends allerdings an nichts mehr erinnern.

 

Obschon im Jahre 1971 erschienen, macht "Der Exorzist", des US-amerikanischen Schriftstellers, Drehbuchautors und Regisseurs William Peter Blatty einen recht modernen und legeren Eindruck. Dies könnte durchaus der Neuübersetzung des Festa Verlags durch Patrick Baumann geschuldet sein. Tröpfelt der Plot zu Beginn noch in schauderhaften Belanglosigkeiten vor sich hin, nimmt die, wie aus dem Leben gegriffene Handlung, im Folgenden ordentlich Fahrt auf und zieht den Leser nachhaltig in seinen Bann. Um dem anfänglichen Spannungsaufbau und dem sinistren Milieukolorit Rechnung zu tragen, macht sich der 1928 in New York geborene und 2017 im Alter von 89 Jahren in Bethesda, Maryland verstorbene Autor eine umgarnende und einnehmende Erzählweise zunutze. Der christlich erzogene Sohn libanesischer Eltern spielt hierbei mit lebensnahen, schlichten bis exzentrischen Figuren, die seine paranormale Niederschrift authentisch und glaubhaft erscheinen lassen. In diesem Zusammenhang beschwört Blatty unkontrollierbare Mächte herauf. Die Situationen werden immer bedrohlicher, abgründiger und abartiger. Dem bösartigen, dämonischen und okkulten Knistern, welches William Peter Blatty exponentiell intensiviert und forciert, wohnt ein verstörender Sound inne, der sich nur allzu gerne auf den Leser zu übertragen scheint.

 

Als sich Lieutenant of Detectives William F. Kinderman von der Mordkommission in die Angelegenheit um Hexerei, Blasphemie, Mord, schwarze Messen, Kirchenschändungen, Perversitäten und parapsychologische Ereignisse einbringt, bekommen die übersinnlichen Begebenheiten, neben den psychologischen Aspekten, zusätzlich einen investigativen Anstrich. Dr. Klein und sein Kollege Dr. Coleman, die sich bei einem akuten Hausbesuch von dem immer absurderen, furchteinflößenderen und abnormeren Verhalten der kleinen Regan überzeugen können, weisen sie stationär in eine Klinik ein. Dort rät man Chris dazu, einen Exorzisten zu konsultieren. Ein ungleiches Machtverhältnis tut sich auf, dessen perfidem Verwirrspiel der Priester der Jesuitengemeinde Damien Karras anfänglich wenig entgegenzusetzen hat. Erst als es mit Regan augenscheinlich dem Ende zu geht und Pater Lankester Merrin das Zwiegespräch mit dem Dämon übernimmt, scheint sich das Blatt zu wenden.

 

Der mitreißende, 512 Pagina umsäumende, literarische Mytery-Horror-Trip "Der Exorzist", welcher von einer unterschwelligen Nervosität und Hast gezeichnet ist, behält sich stellenweise regelrecht derbe, obszöne und vulgäre Schockmomente vor. Diese Umstände hätte ich für die damalige, doch (noch) recht prüde Zeit und in dieser expliziten Form gar nicht erwartet. Da ist es kein Wunder, dass viele von diesem mysteriösen, unbehaglichen und beklemmenden Martyrium, wie auch der zwei Jahre später in den Kinos gezeigten Filmadaption schockiert waren. William Peter Blatty, der verheiratet und Vater von sieben Kindern war, hat mit "Der Exorzist" ein entrücktes Schreckensszenario entworfen, das mit seinem philosophischen bis gotteslästerlichen Gedankengut der Kirche ein mächtiger Dorn im Auge gewesen sein dürfte. Blatty hat seinem Pageturner "Der Exorzist" einen flüssigen, zugänglichen Schreibstil aufgedrückt, der neben der eigentlichen Story auch die kleinen Exkurse in die Dämonologie, die Geisteswissenschaft, die Tiefenpsychologie, sowie die medizinische Diagnostik auflockert.

 

(Janko)

 

Brutalität/Gewalt: 34/100

Spannung: 82/100

Action: 76/100

Unterhaltung: 87/100

Anspruch: 79/100

Atmosphäre: 78/100

Emotion: 74/100

Humor: 15/100

Sex/Obszönität: 38/100

 

LACK OF LIES - Wertung: 83/100

 

LACK OF LIES - Altersempfehlung: ab 16 Jahren (aufgrund der allgemeinen Thematik, diverse Obszönitäten und der abnormen sexuellen Handlungen)

 

William Peter Blatty - Der Exorzist

Festa Verlag

Horror Klassiker

Buchreihe: Festa Classics - Band 4

ISBN: 978-3-98676-253-7

512 Seiten

Paperback, mit Festa-Lederoptik, Umschlagklappen und Metallfolie

Originaltitel: The Exorcist (1971)

Aus dem Amerikanischen von Patrick Baumann

Erscheinungstermin: 23.01.2026

EUR 16,99 Euro [DE] inkl. MwSt.

 

Weitere Formate:

ISBN eBook (epub): 978-3-98676-254-4

Erscheinungstermin: 14.01.2026

EUR 5,99 Euro [DE] inkl. MwSt.

 

"Der Exorzist" beim Festa Verlag: https://www.festa-verlag.de/der-exorzist-paperback.html



William Peter Blatty - The Exorcist
William Peter Blatty - The Exorcist (1971)

English version:

 

- vicious, demonic, and occult mystery horror classic -

 

Georgetown, Washington, D.C., in the early 1970s. Successful actress Chris MacNeil lives in an ivy-covered colonial-style brick house with her daughter Regan and their two servants, Willie and Karl Engstrom. Startled by loud banging noises in the middle of the night, Chris enters the room of her twelve-year-old daughter, who appears to be fast asleep. Chris immediately notices the icy cold, even though the window is closed and the heating is on. She dismisses the dull knocking as a colony of rats in the attic. From then on, things disappear from the house and reappear elsewhere, furniture is moved around, and windows are opened. Something infiltrates little Regan's mind and interferes with her dreams. When Chris notices significant changes in her daughter's behavior and mood, and the teenager becomes increasingly abusive, disrespectful, and vulgar, Chris consults Dr. Klein. An authority in his field. However, after conducting various tests on the girl, Dr. Klein can only diagnose her with hyperkinetic behavior disorder. A few days later, when Chris throws a house party attended by British director Burke Dennings, fortune teller Mary Joe Perrin, Regan's private tutor Sharon Spencer, and two priests from the Jesuit community, Regan loses control for the first time. However, after the memorable events of the evening, the 12-year-old cannot remember anything.

 

Although published in 1971, "The Exorcist" by American writer, screenwriter, and director William Peter Blatty makes a very modern and casual impression. This could well be due to the new translation by Patrick Baumann, published by Festa Verlag. While the plot dribbles along at the beginning with gruesome trivialities, the realistic storyline picks up speed and captivates the reader. To do justice to the initial build-up of tension and the sinister atmosphere, the author, who was born in New York in 1928 and died in Bethesda, Maryland, in 2017 at the age of 89, makes use of an enthralling and engaging narrative style. The Christian-raised son of Lebanese parents plays with realistic, simple to eccentric characters who make his paranormal writing seem authentic and believable. In this context, Blatty conjures up uncontrollable forces. The situations become increasingly threatening, abysmal, and perverse. The malicious, demonic, and occult crackling, which William Peter Blatty intensifies and forces exponentially, has a disturbing sound that seems all too eager to transfer itself to the reader.

 

When Lieutenant of Detectives William F. Kinderman from the homicide division gets involved in the case involving witchcraft, blasphemy, murder, black masses, church desecrations, perversities, and parapsychological events, the supernatural occurrences take on an investigative aspect in addition to the psychological aspects. Dr. Klein and his colleague Dr. Coleman, who witness the increasingly absurd, frightening, and abnormal behavior of little Regan during an urgent house call, admit her to a clinic. There, Chris is advised to consult an exorcist. An unequal power relationship emerges, and Damien Karras, a priest of the Jesuit community, initially has little to counter the perfidious confusion. Only when Regan's end appears to be near and Father Lankester Merrin takes over the dialogue with the demon does the tide seem to turn.

 

The thrilling, 512-page literary mystery horror trip "The Exorcist", which is marked by a subliminal nervousness and haste, reserves some truly crude, obscene, and vulgar shock moments in places. I would never have expected this in such an explicit form at that time, which was (still) quite prudish. It is no wonder that many were shocked by this mysterious, uncomfortable, and oppressive ordeal, as well as by the film adaptation that was released in theaters two years later. William Peter Blatty, who was married and the father of seven children, created an otherworldly horror scenario with "The Exorcist" that, with its philosophical to blasphemous ideas, must have been a powerful thorn in the side of the Church. Blatty gave his page-turner "The Exorcist" a fluid, accessible writing style that, in addition to the actual story, also lightens up the small digressions into demonology, spiritual science, depth psychology, and medical diagnostics.

 

(Janko)



 

- Wir bitten von der Übersendung nicht angeforderter Rezensionsexemplare in physischer Form abzusehen, da Wir diese in der Regel nicht bearbeiten Können -

 


Impressum:

 

Herausgeber:

LACK OF LIES (est. 2016)
Janko Katzenmeier
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